Region Brugg

Keine Aufstockung des Zivilstandsamts: Aussengemeinden erwarten von Brugg besseren Service

Das Zivilstandsamt Brugg befindet sich im Kornhaus in der Unteren Hofstatt.

Das Zivilstandsamt Brugg befindet sich im Kornhaus in der Unteren Hofstatt.

Das Regionale Zivilstandsamt (RZA) Brugg ist abgesehen von Mandach für alle Gemeinden im Bezirk zuständig. Trotzdem es personell am Anschlag läuft, werden die Stellen nicht aufgestockt. Das sorgt für Kritik.

Dennoch lehnte der Brugger Einwohnerrat an seiner Sitzung vom 4. September eine Stellenaufstockung um 40% von 240% auf 280% sowie einen dafür jährlich wiederkehrenden Kredit von 40'000 Franken ab – mit 22 zu 25 Stimmen. Inzwischen ist der Entscheid rechtskräftig.

«Ich weiss nicht, ob sich die Einwohnerräte bewusst sind, dass vor allem die Aussengemeinden die Auswirkungen dieses Entscheids spüren werden», ist seither aus Verwaltungskreisen zu hören. Denn die Stadt Brugg macht mit 12'500 Einwohnern nur knapp einen Viertel des gesamten RZA-Gebiets mit gut 51'000 Einwohnern aus. Abgelehnt wurde die Stellenaufstockung insbesondere von der FDP und der SVP sowie einem Teil der CVP. Die Nein-Sager forderten, das Angebot sei den verfügbaren Mitteln anzupassen. Doch vorerst bleibt alles beim Alten.

Am Dienstagmorgen ist der Schalter geschlossen

Bruggs Stadtschreiber Matthias Guggisberg sagt, dass keine Änderung in personeller Hinsicht aufgrund des Einwohnerratsentscheids geplant sei. Das RZA Brugg verfüge weiterhin lediglich über 240 Stellenprozente verteilt auf drei Personen. Eine vierte Person könne nicht angestellt werden. Das bestehende Team ist demzufolge weiterhin nicht in der Lage, Abwesen­heiten wegen Ferien, Krankheit und Schulungen ausreichend zu kompensieren.

Und die bereits getroffenen Massnahmen, vor allem bei der eingeschränkten Erreichbarkeit, der Schliessung des Schalters am Dienstagmorgen sowie der zahlenmässigen Begrenzung von Trauungen in den Traulokalen ausserhalb der Stadt Brugg, bleiben laut Matthias Guggisberg bestehen. Eine zusätzliche Reduktion der Dienstleistung sei aktuell zwar nicht vorgesehen, könne im Hinblick auf den kommenden Sommer aber nicht ausgeschlossen werden, fährt der Stadtschreiber fort.

Stellenaufstockung sollte nochmals diskutiert werden

Umgekehrt wirkt sich der ablehnende Entscheid der Brugger Politiker auch entlastend auf die Budgets der angeschlossen Gemeinden aus: Der jährliche Pro-Kopf-Beitrag von 3 Fr. wird weiterhin anstelle der geplanten 3.78 Fr. in Rechnung gestellt.

Auf die neue Ausgangslage angesprochen sagt Martin Maumary, Gemeindeschreiber von Riniken und Präsident des Gemeindeschreibervereins Bezirk Brugg: «Das Team des Regionalen Zivilstandamts ist sehr kompetent und leistet gute Arbeit.» Ihm sei bewusst, dass vieles in der Überzeit geleistet werde, räumt Maumary ein. Er wünscht sich, dass das RZA während der Bürozeiten immer erreichbar ist, auch wenn jemand in den Ferien ist. Beispielsweise bei Todesfällen müsse man gewisse Abklärungen schnell treffen und könne nicht tagelang warten.

Auch Martin Maumary ist nicht sicher, ob die Einwohnerräte bei ihrem Entscheid wirklich an die Aussengemeinden gedacht haben, denn diese seien schliesslich Kunden der Stadt. Er hofft, dass die Stellenaufstockung nochmals diskutiert und neu darüber entschieden wird.

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