Brugg-Lauffohr
Kein Telefon und Internet – Swisscom sucht seit Tagen nach Ursache

Seit rund drei Wochen sind das Telefonieren und der Internet-Zugang für Swisscom-Festnetz-Kunden im Gebiet Steinbruchstrasse in Brugg-Lauffohr ein grosses Ärgernis: Zuerst waren es einzelne, später regelmässige Abstürze im Internet.

Claudia Meier
Merken
Drucken
Teilen
Seit die Neubauten am Waldrand bezogen sind, gibt es auf dem Swisscom-Netz an der Steinbruchstrasse vermehrt Störungen.

Seit die Neubauten am Waldrand bezogen sind, gibt es auf dem Swisscom-Netz an der Steinbruchstrasse vermehrt Störungen.

Claudia Meier

«Am Telefon hatten wir eigenartige Fehlanrufe und Störgeräusche», sagt Hanspeter Jucker, einer der Betroffenen. Sein Festnetzanschluss ist seit Tagen tot. Er weiss von Schulkindern in der Nachbarschaft, die ihre Hausaufgaben nicht im Internet lösen können, weil sie keinen Zugang mehr haben. Nicht alle Anwohner sind im gleichen Ausmass von diesen Störungen betroffen.

Anwohner Hanspeter Jucker: «Ich weiss bis heute nicht, wer für die Verlängerung des Glasfaserkabels in unserem Stadtteil zuständig ist.»

Anwohner Hanspeter Jucker: «Ich weiss bis heute nicht, wer für die Verlängerung des Glasfaserkabels in unserem Stadtteil zuständig ist.»

Claudia Meier

Schlechte Messwerte in Lauffohr

Jucker wohnt seit 1986 in einer Überbauung mit zweimal fünf Reiheneinfamilienhäusern am Brugger Stadtrand in Lauffohr. Bis vor einem Jahr gab es keine Probleme mit Swisscom. Dann wurde ihm angeboten, Swisscom TV in HD-Qualität einzurichten. Technische Abklärungen ergaben aber, dass dies im alten Dorfkern von Lauffohr gar nicht möglich sei, weil das dafür notwendige Glasfaserkabel 1,8 Kilometer von den Hausanschlüssen entfernt ist.

Im Swisscom-Geschäft erfuhr Jucker damals, dass die Stadt Brugg mitentscheiden müsse, ob das Glasfaserkabel verlängert werden soll. Der Brugger Stadtrat fühlte sich allerdings nicht zuständig. Im letzten Dezember schrieb er: «Die Infrastruktur der Telefonleitungen gehört der Swisscom und sie ist damit allein verantwortlich für deren Ausbau. Die Stadt Brugg entscheidet nur mit, wenn für den Ausbau der Infrastruktur Baubewilligungen notwendig sind.»

Zurück zu den aktuellen Telefon- und Internet-Störungen: Jucker wandte sich – diesmal per Brief – erneut an die Swisscom. Am Dienstag hätte ein Techniker die Störung beheben sollen. Doch die Ursachensuche gestaltet sich offenbar schwieriger als erwartet – von einem auf einer Baustelle beschädigten Kabel war plötzlich die Rede.

«Unsere Techniker haben die Kundenstörungen an der Steinbruchstrasse überprüft und festgestellt, dass die Messwerte nicht gut sind. Deshalb wird nun abgeklärt, ob das Kabel beschädigt ist», teilt Swisscom-Mediensprecherin Annina Merk auf Anfrage der az mit.

Aktuell sei der Swisscom keine grössere Störung bekannt, die auch noch länger andaure. An der Steinbruchstrasse sind gemäss Merk aktuell drei Kundenstörungen vorhanden. Die Swisscom gehe zurzeit davon aus, dass maximal zehn Kunden von dieser Störung betroffen sein könnten. «Solange die Ursache nicht bekannt ist, können wir keine Behebungszeit nennen», so Merk.

Sind Neubauten das Problem?

Die Stadt Brugg hat keine Kenntnisse von einem defekten Kabel. «Gemäss unserer Abklärung bei der Abteilung Planung und Bau sind weder der IBB Energie AG noch uns Bauarbeiten im Bereich der Steinbruchstrasse bekannt, welche zu einer Störung der Swisscom-Leitungen hätte führen können. Damit muss es sich um eine reine Netzstörung der Swisscom handeln, welche nicht im Zuständigkeitsbereich der Stadt Brugg oder IBB Energie AG liegt», so André Willi von der Stadtkanzlei.

Für Hanspeter Jucker ist diese Situation nicht befriedigend: «Ich weiss bis heute nicht, wer für die Verlängerung des Glasfaserkabels in unserem Stadtteil zuständig ist.» Jucker kann sich auch vorstellen, dass die vielen Neubauten – unter anderem 40 Wohnungen in der Nähe der Steinbruchstrasse – zu einer Überlastung auf dem Swisscom-Netz beitragen, weil diese denselben Hauptanschluss und Verteiler wie die Reiheneinfamilienhäuser haben. Ihm ist bekannt, dass die Lauffohrer Bevölkerung von der Stadt Brugg nicht nur als Steuerzahler ernst genommen werden will.