Region Brugg

Kein Licht ab 22 Uhr: Eigenämter ziehen den Stecker zum Wohl der Tiere

Igel, Frosch und Glühwürmchen bräuchten die Dunkelheit zur Nahrungssuche.

Igel, Frosch und Glühwürmchen bräuchten die Dunkelheit zur Nahrungssuche.

In Birr, Lupfig und Birrhard muss die Gartenbeleuchtung ab 22 Uhr ausgeschaltet werden.

Lichtverschmutzung ist ein Problem für die Tierwelt. Die Eigenämter Gemeinden Birr, Lupfig und Birrhard wollen etwas dagegen tun. Die drei Gemeinderäte haben im Juni einheitlich beschlossen, bei neuen Privatanlagen eine Abschaltung rein dekorativer Lichtanlagen zwischen 22 und 6 Uhr zu verfügen.

Zahlreichen Tieren soll so das Leben im Garten erleichtert werden, wie die Gemeinden in ihren Mitteilungsblättern schreiben. Viele Kleinsäuger, Amphibien und Insekten benötigen die Dunkelheit zur Nahrungssuche und zur Fortpflanzung. Doch auch tagaktive Tiere brauchen die Finsternis für ihre Ruhepausen. «Wir sind der Meinung, dass Licht nur eingeschaltet werden sollte, wenn es wirklich gebraucht wird. Rein dekoratives Licht stört nachtaktive Tiere unnötig», sagt Michèle Bächli, Verwaltungsleiterin von Lupfig, im Namen der drei Gemeinden.

Strom zu sparen, ist dabei nicht das Ziel: «In erster Linie geht es um die Erhaltung und Schaffung von natürlichem Lebensraum für Flora und Fauna. Energie-Ersparnis wäre ein positiver Nebeneffekt», sagt Bächli.

Die Idee zur Verfügung kam von der Betriebskommission der Bauverwaltung Eigenamt, welche die drei Gemeinden gemeinsam betreiben. «In baurechtlichen Dingen arbeiten wir bereits eng zusammen, deshalb war es selbstverständlich, dass wir auch in dieser Angelegenheit einen gemeinsamen Weg gehen», sagt Bächli.

Bussen werden keine ausgesprochen

Betonen möchte sie, dass keine Bussen ausgesprochen werden und dass die Verfügung lediglich für neue Anlagen gelte. Kontrolliert wird die Einhaltung im Rahmen der Bauabnahme. Für Inhaber bestehender Anlagen gelten die Zeiten lediglich als Empfehlung. «Für fest installierte Beleuchtung gilt es grundsätzlich durch das ganze Jahr», sagt Bächli. Wer nun um seine Weihnachtsbeleuchtung fürchtet, der kann beruhigt sein: «Dass bei einzelnen Lichterketten in der Weihnachtszeit auch mal ein Auge zugedrückt wird, liegt in der Natur der Sache.»

Umweltschutz wird im Eigenamt grossgeschrieben. Bereits im Februar wurde an der Habsburgstrasse im Lupfiger Ortsteil Scherz eine neuartige intelligente Strassenbeleuchtung in Betrieb genommen. Ab 22 Uhr wird die Beleuchtung gedimmt und nur noch bei Bewegung hochgefahren.

Auch zukünftig wollen die Gemeinden Birr, Lupfig und Birrhard in Umweltbegehren zusammenarbeiten. Zur Diskussion steht aktuell die gemeindeübergreifende Schaffung einer Natur- und Landschaftskommission.

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