Brugg
Kehrt Richard Fischer als Stadtrat aufs Polit-Parkett zurück?

Der 65-Jährige setzt sich hartnäckig für zukunftsfähige Lösungen ein – auch im Stadthaus will er sich einbringen.

Claudia Meier
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Richard Fischer. cm

Richard Fischer. cm

Claudia Meier

Rund eineinhalb Jahre war es ziemlich ruhig um den ehemaligen Unternehmer aus Brugg. Seit wenigen Wochen aber bewegt sich Richard Fischer wieder voller Tatendrang auf dem politischen Parkett – und dies gleich an mehreren Fronten: Er kämpft gegen die 558 Mio. Franken teure Duro-Sanierung, indem er via Öffentlichkeitsgesetz bei der Armasuisse Dokumente einfordert, Leserbriefe verfasst, via Wettbewerb-Inserat eine Paris-Reise an die Rüstungsmesse Eurosatory in Aussicht stellt und mit zwei weiteren Mitstreitern die Website www.duromillionen.info betreibt. Ganze 45 000 Flyer will er diese Woche mit Freunden noch verteilen.

Vor wenigen Tagen hat Richard Fischer mit einem Leserbrief im «General-Anzeiger» auch die Lokalpolitik wieder etwas aufgemischt. So schrieb er von einem Streit um 2000 Franken zwischen Brugg und Windisch im Anschluss an den Unternehmer-Apéro und bedauerte, dass sich das Verhältnis zwischen den beiden Nachbargemeinden in den letzten Monaten verschlechterte. Fischer will das ändern. «Ich bin bereit, einen Beitrag dazu zu leisten, und werde mich Ende 2017 für einen Platz im Brugger Stadthaus bewerben», lautete sein letzter Satz im erwähnten Leserbrief. Was meint er damit? Bringt sich das Mitglied der FDP-Stadtpartei gleich selber als Stadtratskandidat für die Gesamterneuerungswahlen ins Gespräch?

«Vielleicht war es ein Fehler»

Der 65-Jährige mit dem schwarzen Rollkragen-Pullover und der feinen Stimme gibt sich plötzlich wortkarg, holt etwas Luft und beginnt zu erklären: «Es ist schwierig, die Leute aufzurütteln. Deshalb braucht es ab zu etwas Provokation.» Fischer ist in Windisch aufgewachsen, besuchte in Brugg die Bezirksschule, war in der Pfadi. Mit 27 Jahren übernahm er in einem KMU für Rohrleitungsbau die Geschäftsführung. Neben Familie und einem Betrieb mit 130 Mitarbeitern blieb ihm wenig Zeit für Politik. «Vielleicht war es ein Fehler, dass ich nie Mitglied des Einwohnerrats war», sagt er heute. «Die Region Brugg ist meine Heimat. Es ist mir nicht egal, was hier läuft.»

Richard Fischer fiel in den letzten Jahren ab und zu mit unkonventionellen Aktionen auf: Zusammen mit Andreas Pritzker initiierte er vor einigen Jahren das Bürgerforum «Neues Gesicht Brugg». Das Argument damals lautete: Mit der Eröffnung des Fachhochschul-Campus im Herbst 2013 wird die Region Brugg-Windisch zum grössten Bildungsplatz zwischen Zürich, Basel und Bern. Es entstehen Hunderte Neuwohnungen und bedeutende Industriebauten.

Vor diesem Hintergrund soll geprüft werden, welche Gemeindestruktur für eine erfolgreiche Entwicklung der Region Vindonissa die beste ist. Auch wenn sich Andreas Pritzker nach dem Umzug nach Küttigen vom «Neuen Gesicht Brugg» verabschiedet hat, um sich ganz aufs Schreiben von Belletristik zu fokussieren, verfolge er die Aktivitäten von Richard Fischer aus der Ferne mit freundschaftlichem Wohlwollen, sagt der Autor auf Anfrage. Am Ziel hat sich laut Fischer nichts geändert: «Im Unternehmen überprüften wir die Struktur für eine erfolgreiche Zukunft alle sieben Jahre. Warum können das die Gemeinden in der Region nicht? Was spricht dagegen?» Die Fusionsabklärungen zwischen Brugg und Schinznach-Bad seien nicht negativ, aber man müsse für die gemeinsame Entwicklung einen grösseren Raum in Betracht ziehen – dazu gehöre sicher Windisch. Bei der «IG Zusammenschluss Brugg Windisch» habe es vor zwei Jahren geheissen, dass man sich diesem Thema via Einwohnerräte wieder annehmen wolle. Da nichts ging, hat sich Fischer nun zurückgemeldet: «Wenn ich nichts mache, werde ich krank. Wir müssen diese Diskussion transparent führen, sonst schadet das der Demokratie.»

Ob er eine Kandidatur als Stadtrat – mit oder ohne FDP im Rücken – in Betracht zieht oder ob er sich ein Beratungsmandat im Brugger Stadthaus vorstellen kann, will Richard Fischer nicht sagen. Dazu sei die Zeit noch nicht reif, meint er.