Villnachern

Kaum Mitglieder: Der Traditionsverein macht dicht

Die Schützengesellschaft im Jahr 2002 anlässlich ihrer 100-Jahr-Feier.

Die Schützengesellschaft im Jahr 2002 anlässlich ihrer 100-Jahr-Feier.

Nach mehr als 100 Jahren Vereinsgeschichte tritt die Schützengesellschaft ihren letzten Gang an.

Ein letztes Treffen, noch einmal zusammen auf die alten Zeiten anstossen, dann ist Schluss. Am kommenden Samstag findet die 114. und letzte Generalversammlung der Schützengesellschaft Villnachern im Restaurant Kastanienbaum statt.

Für manche mag der Entscheid überraschend kommen, für die Schützen steht die Auflösung des 1902 gegründeten Traditionsvereins schon seit rund drei Jahren fest. «Wir sind nur noch sechs aktive Mitglieder, die gemeinsam den Vorstand bilden», erklärt Heinz Müller, Präsident der Schützengesellschaft Villnachern. In den letzten fünf Jahren habe der Verein keinerlei neue Mitglieder akquirieren können.

«Ich amte seit 30 Jahren als Präsident der Schützengesellschaft», sagt Müller und fügt an: «Letzten August bin ich pensioniert worden. Darum wird es jetzt auch für mich Zeit, aufzuhören.» In all den Jahren im Amt hat der scheidende Präsident nicht nur den stetigen Mitgliederschwund, sondern auch die Blütezeit des Villnacher Schiesssportvereins erlebt. «Zeitweise hatten wir mehr als 220 Mitglieder. Darunter waren auch viele Jungschützen, was uns besonders gefreut hat», so der 65-Jährige.

Heute sei das jüngste Vorstandsmitglied 38 Jahre alt, die übrigen alle über 60. Auch finanziell sei es für die Schützengesellschaft jedes Jahr schwieriger geworden. 1990 musste der Verein das Schützenhaus an die Gemeinde Villnachern übergeben. «Für ein letztes fröhliches Beisammensein», erklärt Müller, «reicht das Vereinsmögen aber sicher noch.»

Die zahlreichen Pokale, Medaillen und Abzeichen der Villnacher Schützen sollen natürlich auch nach der Auflösung an den Traditionsverein erinnern. «Ein treuer, ehemaliger Jungschütze der Gesellschaft hat sich anerboten, die Auszeichnungen und Andenken bei sich zu Hause in einer Art Museum auszustellen.» Man habe auch die Möglichkeit diskutiert, die Erinnerungsstücke ins Schweizerische Schützenmuseum nach Bern zu geben. «Die Ausstellung im Privathaushalt eines ehemaligen Mitglieds ist aber die schönere Lösung.» (LUK)

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