Brugg-Windisch

Kantonsschule-Neubau: Standort Bachthale neben dem Campus ist der Favorit

Die Migrol-Tankstelle beim Bachthalen-Kreisel in Windisch könnte einer neuen Kantonsschule weichen.

Die Migrol-Tankstelle beim Bachthalen-Kreisel in Windisch könnte einer neuen Kantonsschule weichen.

Grossräte aus dem Bezirk Brugg sprechen sich mehrheitlich für den Neubau einer Kantonsschule neben dem Campus Brugg-Windisch aus.

Der Kanton Aargau braucht bis 2030 zwei neue Kantonsschulen. Eine soll im Fricktal gebaut werden, die andere im Raum Lenzburg-Brugg. Im September hiess der Grosse Rat die vom Regierungsrat vorgeschlagene Entwicklungsstrategie einstimmig gut. In der Region Brugg sind drei Standorte für die neue Schule denkbar: «Bachthale» in Windisch auf dem Baufeld A gegenüber dem Campus-Neubau sowie in Brugg «Ländi» neben der Casino-Brücke und «Aegerte» in der Nähe des Stadions Au (die AZ berichtete).

Wie und wo setzen sich die Grossräte für einen Kantonsschulstandort in der Region Brugg ein? Welchen der drei erwähnten Standorte bevorzugen sie persönlich und warum? Von den elf Grossräten aus dem Bezirk Brugg haben acht auf die Fragen der AZ geantwortet. Dabei wird klar: Fast alle sind der Meinung, dass der Standort Bachthale die meisten Vorteile bietet. Pluspunkte sind die zentrale Lage im Kanton, die optimale Anbindung an den öV sowie die grosse Synergienutzung zum benachbarten Fachhochschul-Campus (FHNW) und zum Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ).

SVP-Politikerinnen sind skeptisch und bevorzugen Unternehmen

Im September haben Bruggs Stadtammann Barbara Horlacher (Grüne) und und Windischs Gemeindepräsidentin Heidi Ammon (SVP) die Grossräte aus dem Bezirk zu einem Informations- und Austauschgespräch eingeladen. «Der Austausch war aus meiner Sicht sehr konstruktiv und zielführend und zeigt auf, dass sich die beiden Gemeinden mit grossem Engagement für die regionalen Anliegen einsetzen», sagt Doris Iten aus Birr. Die SVP-Grossrätin ist grundsätzlich der Meinung, dass die Region Brugg mit der FHNW, dem Technopark Aargau, dem Hightech Zentrum und der Beibehaltung des BWZ-Standorts Brugg bereits wertvolle Bildungsleistungen bietet. Iten zöge es vor, «die noch vorhandenen Landreserven für die Ansiedlung von neuen Unternehmen bereitzuhalten, um Arbeitsplätze zu erhalten und neu zu schaffen». Skeptisch ist auch Parteikollegin Maya Meier aus Auenstein: «Wir müssen uns gut überlegen, ob der Kanton Aargau tatsächlich eine immer höhere Maturitätsquote anstreben will, während verschiedene Lehrstellen nicht besetzt werden können.»

Tonja Kaufmann (SVP) aus Hausen leistet gerne Überzeugungsarbeit für eine neue Kantonsschule in der Region Brugg, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Sie erwartet, dass die einzelnen Projekte zwingend als Gesamtpaket (Bau, Zeithorizont, öV-Infrastruktur, Synergien) betrachtet werden, «damit eine Kostentransparenz gewährleistet werden kann».

In erster Linie gehe es jetzt einmal darum, dem Departement Bildung, Kultur und Sport und der Bildungskommission die Vorteile des Standorts Bachthale aufzuzeigen, sagt Martina Sigg (FDP) aus Schinznach-Dorf.

SP-Grossrat Dieter Egli ergänzt, dass sich das Baufeld A wohl nicht sehr gut für eine private Nutzung eigne. Er appelliert, mit den Kantonsschulstandorten keine Regionalpolitik zu betreiben. «Kantonsschulen sollen dort platziert werden, wo sie für die Schüler am besten erreichbar sind und wo sie am besten betrieben werden können», hält der Windischer fest.

Eglis Parteikollege Martin Brügger aus Brugg erwähnt noch die Mülimatt-Sporthalle: «Es ist wichtig, dass den diversen Vereinen, welche nach jahrzehntelangem Manko die Sporthalle nutzen, diese Nutzung durch den Mittelschulbetrieb nicht wieder beschnitten wird.» Aus Brüggers Sicht ist eine gute Prüfung des Standorts Ländi ebenso angezeigt. «Die Armee dürfte hier nicht abwehren, wenn der Kanton ein echtes Interesse zeigt.»

Eine IG Kantonsschule könnte als Multiplikator funktionieren

Diesem Vorschlag ist auch FDP-Grossrat Titus Meier aus Brugg nicht abgeneigt: «Sicher einen Versuch wert wäre es, mit dem Bund das Gespräch zu suchen, um allenfalls einige weitere ehemaligen Zeughäuser an der Ländi mit städtischen Parzellen in der Aegerten abzutauschen.» Letztlich werde es darum gehen, den Standort auszuwählen, an dem sich innerhalb der erforderlichen Zeit ein Projekt realisieren lasse. Meier würde Landsicherungsmassnahmen begrüssen oder auch das Ausarbeiten erster Projektstudien, damit das Thema besser fassbar wird. Zudem kann er sich die Gründung einer IG Kantonsschule vorstellen, die sich wie seinerzeit bei der Fachhochschule öffentlichkeitswirksam für den Standort einsetzt und als Multiplikator funktioniert.

CVP-Politiker Jürg Baur ist Grossrat und Brugger Stadtrat. Als Mitglied der Bildungskommission werde er «die Beratung sehr intensiv begleiten und gestalten können». Zeitnah fänden zusammen mit Vertretern des Kantons und der Stadt Brugg Verhandlungen mit den Eigentümerinnen und Eigentümern der möglichen Grundstücke statt. Am Standort Bachthale sei zwar die Grundfläche eher knapp, dafür könne man dort in die Höhe bauen.

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