Brugg

Kanton baut Pilotkreisel für 60-Tonnen-Lastwagen

Ein wichtiger Bestandteil der geplanten Südwestumfahrung ist der neueKreisel Brugg West.

Ein wichtiger Bestandteil der geplanten Südwestumfahrung ist der neueKreisel Brugg West.

In der EU gibt es ernsthafte Bestrebungen, sogenannte Gigaliner zuzulassen. Wie sich nun zeigt, muss die Schweiz mit massiven Folgen rechnen. So wird der neue Kreisel Brugg West anders gebaut als erwartet - damit Gigaliner nicht stecken bleiben.

Die Schweiz wird in Sachen Infrastruktur – trotz breiter politischer Ablehnung – demnächst massiv unter Druck der Europäischen Kommission geraten. Das Bundesamt für Strassen Astra schreibt dazu auf der Website: «In der EU gibt es Bestrebungen, Länge und Gewicht von Fahrzeugen auf maximal 25,25 Meter und 60 Tonnen zu erhöhen und damit sogenannte Gigaliner im internationalen Verkehr innerhalb des EU-Raums zuzulassen.»

Sollte dies geschehen, muss auch die Schweiz ihre Längen- und Gewichtslimiten für Fahrzeugkombinationen den neuen Bedürfnissen anpassen und die Infrastruktur aufrüsten, um Gigaliner auf den Strassen zuzulassen.

Der Kanton Aargau ist sich dieser Herausforderung bewusst und hat bereits entsprechend geplant: Ein wichtiger Bestandteil der vom Stimmvolk gutgeheissenen Südwestumfahrung Brugg ist der neue Kreisel im Westen zwischen dem Wildischachen und Schinznach-Bad. Wie Recherchen der Aargauer Zeitung zeigen, soll mit diesem Bauvorhaben ein Pilotkreisel entstehen, der die Durchfahrt von 60-Tonnen-Lastwagen ermöglicht.

Aus drei Lastwagen werden zwei

Dies bestätigt Rolf H. Meier, Kantonsingenieur und Leiter der Abteilung Tiefbau beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt: «Ja, das ist richtig. In der Botschaft zur Abstimmung wollten wir noch nicht davon sprechen, das hätte die Stimmbürger nur verunsichert.» Es sei aber eine Tatsache, dass die grösseren Lastwagen in der EU und im Speziellen in Skandinavien ein Thema sind.

«Dadurch können aus drei Lastwagen zwei gemacht werden. Das führt zu einer Reduktion des Schwerverkehrs», so Rolf H. Meier weiter. Solche Gigaliner liessen sich auch in der Schweiz nicht vermeiden. Der Kantonsingenieur sieht darin auch Vorteile: «In Anbetracht des stetig wachsenden Verkehrs kann dies eine deutliche Effizienzsteigerung auf den Autobahnen bedeuten.»

Ob solche Gefährte auch auf den Kantonsstrassen, mit den doch etwas engeren Strassen und Kreiseln, fahren können, soll nun in Brugg getestet werden. Der geplante Pilotkreisel verfügt über ein verstärktes Fundament und eine drehbare Scheibe – ähnlich wie früher die Lokomotiv-Drehscheiben bei den Lok-Depots der Bahn. «Dies ist vor allem dann wichtig, wenn ein Gigaliner im Kreisel stecken bleibt. So könnte man ihn wieder befreien», erklärt Meier.

Der Kreisel Brugg West eignet sich aus Sicht des Kantons besonders gut für die Pilotphase, weil er in einem etwas abgelegenen Gebiet liegt und von aussen nicht so einfach einsehbar ist. Zudem gibt es in der Nähe ein Industrieareal mit Kranfahrzeugen und grossen Hubstaplern. Bei Schwierigkeiten könnte einem Gigaliner so rasch mit geeigneten Geräten geholfen werden, räumt Meier ein. Das Transportgut könnte auf dem Lagerplatz zwischengelagert werden und das Fahrzeug allenfalls dorthin abgeschleppt werden.

Risiko für Automobilisten

Unklar bleibt, warum der Kanton dem Stimmvolk dieses Pilotprojekt bisher verschwiegen hatte. Meier sagt dazu: «Die Südwestumfahrung Brugg war in der Öffentlichkeit bekanntlich sehr umstritten und ist es noch, wie die vielen Einwendungen zeigen.» Das Kreisel-Thema habe man bewusst ausgeklammert, weil es mit der Linienführung der Strasse nichts zu tun hat. Die Linienführung und Knoten auf der restlichen Strecke vom neuen Kreisel bis zur Autobahn und im Seebli-Knoten in Lupfig sind laut Meier für Gigaliner unproblematisch.

Autofahrer sollten beim Befahren des neuen Kreisels im Vergleich zu bestehenden Bauten keinen Unterschied merken. Bei der geplanten Drehscheibe handle es sich übrigens um ein Pilotprojekt, das so weltweit noch nie eingesetzt wurde, betont Rolf H. Meier. Er hoffe, dass die Drehscheibe einwandfrei funktionieren werde. «Sollte die Platte unerwartet drehen, könnte es sein, dass der Automobilist die Ausfahrt verpasst und so eine Zusatzrunde drehen muss», sagt der Leiter der Abteilung Tiefbau. Das Risiko sei aber relativ klein.

Liebe Leserinnen und Leser, bei diesem Text handelt es sich um einen Aprilscherz.

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