Windisch

Kanton Aargau soll an Reussbrücke zahlen

Im vergangenen September wurde die Reussbrücke für zweieinhalb Wochen gesperrt, um Sofortmassnahmen zu treffen.

Im vergangenen September wurde die Reussbrücke für zweieinhalb Wochen gesperrt, um Sofortmassnahmen zu treffen.

Der Einwohnerrat Windisch wünscht sich eine finanzielle Beteiligung an der Veloverbindung nach Gebenstorf.

Die Schulthemen sind zwar im Zentrum gestanden an der Sitzung des Windischer Einwohnerrats (AZ vom 23. Januar). Aber auch der Projektierungskredit für die Erneuerung der Reussbrücke führte zu einer angeregten Diskussion.

Die Bausubstanz der über 100 Jahre alten Fuss- und Radwegverbindung nach Gebenstorf weist gravierende Mängel auf, die Brückenpfeiler sind stark unterspült. Im September des letzten Jahres wurde die Reussbrücke für rund zweieinhalb Wochen gesperrt, um Sofortmassnahmen zu treffen.

Die Gemeinden Windisch und Gebenstorf schlagen nun ein zweistufiges Verfahren vor: In einem ersten Schritt soll ein Studienauftrag mit drei Planerteams durchgeführt werden. Das Team mit der bestbeurteilten Projektidee, lautet die Absicht, erhält dann den Auftrag zur Ausarbeitung eines entsprechenden Bauprojekts.

Zusatzantrag mit grosser Mehrheit genehmigt

Der technische Zustand der Brücke lasse ein Abwarten schlicht nicht zu, stellte Gemeinderat Matthias Treier an der Einwohnerratssitzung am Mittwochabend fest. An den Kosten werde sich Gebenstorf als gleichberechtigter Partner beteiligen. Die dortige Gemeindeversammlung habe dem Anteil bereits Ende des vergangenen Novembers zugestimmt.

Leider wolle ein dritter Partner – dem eigentlich eine Hauptfunktion zukomme beim Erhalt dieser interkommunalen Verbindung für den Langsamverkehr – keinen Beitrag leisten, fuhr Treier fort. Er machte keinen Hehl daraus, dass der Gemeinderat nicht zufrieden ist mit dieser Absage, diese nicht versteht und als nicht fair erachtet. Der Kanton werde noch einmal angegangen. Es werde sich zeigen, ob nicht doch eine Beteiligung möglich sei im Rahmen des Grossprojekts Oase, dem regionalen Gesamtverkehrskonzept Ostaargau.

Auch Stephan Häberli (SVP) sprach sich dafür aus, zu­sammen mit Gebenstorf die Verhandlungen mit dem Kanton voranzutreiben. Mit einer Aufwertung von einer Velo-Nebenverbindung zu einer Velo- Hauptverbindung könne mit einer finanziellen Unterstützung gerechnet werden. Seinen Zusatzantrag haben die 36 anwesenden Einwohnerräte klar mit 31 zu 0 Stimmen angenommen.

Auch der Kredit von 130000 Franken für die Durchführung eines Studienauftrags und die Ausarbeitung eines Vorprojekts wurde schliesslich mit 32 zu 3 Stimmen klar genehmigt.

FDP begrüsst die Vorlage, SP äussert auch Kritik

Matthias Knecht (FDP) bezeichnete es in der vorangegangenen Debatte als sinnvoll, die Verbindung mit rund 5000 Überquerungen pro Woche zu erneuern, damit sie weiterhin genutzt werden kann. Sein Parteikollege Martin Gautschi begrüsste die Vorlage. Es mache keinen Sinn, das Verfahren in die Länge zu ziehen. Apropos Verfahren: Einverstanden zeigte sich ebenfalls Martin Schibli (EVP). Nach seinem Dafürhalten fliessen unterschiedliche Sichtweisen und Hintergründe ein.

Anderer Ansicht war Thomas Wernli (SP). Bei ihm hinterliess die Botschaft einen schalen Nachgeschmack. An einem so wichtigen Ort sei mehr Fein­gefühl und ein grösserer Wettbewerb gefragt. Es sei zudem nicht sicher, ob von Anfang bis zum Schluss der gleiche Ingenieur für die neue Brücke zuständig sei. Wernli erwähnte die denkmalgeschützten Bauten in Unterwindisch. Er hoffe, dass die Denkmalpflege beigezogen werde.

Dieser Aussage pflichtete Elsbeth Hofmänner (CVP) bei. Sie versuchte für die neue Brücke zudem eine maximale Breite von 3,7 Metern beliebt zu machen. Alles andere sei kostentreibend. Die heutige Verbindung ist 2,7 Meter breit.

Gemeinderat Matthias versicherte, dass dieses Kriterium, noch genau angeschaut wird in den nächsten Verfahrensschritten. Es sei eine vernünftige Lösung, einen gescheiten Mittelweg zu finden. Der Gemeinderat sei sich bewusst, fügte Treier an, dass eine neue Brücke ins Ensemble passen müsse, nicht als Fremdkörper wahrgenommen werden dürfe.

Diese Ausführungen waren ganz im Sinn von Mirjam Aebischer (SP). Sie wünschte sich für diesen Ort eine schöne Brücke, nannte als gelungenes Beispiel den Mülimattsteg, «eine Augenweide».

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