Windisch

«Kann sich die Gemeinde eine solch teure Schulanlage leisten?»: Die CVP ist unsicher

Siegerprojekt: Der geplante Längsbau und Ersatz für das Schulhaus Dohlenzelg ist zweigeschossig.

Siegerprojekt: Der geplante Längsbau und Ersatz für das Schulhaus Dohlenzelg ist zweigeschossig.

Die Fraktion ist nicht sicher, ob sich die Gemeinde Windisch eine teure Schulanlage Dohlenzelg leisten kann. Gemäss ersten Hochrechnungen soll das Vorhaben rund 34,3 Mio. Franken kosten, inklusive 5 Mio. Franken für die Anpassung der Aussen- und Sportanlagen.

Der Gemeinderat Windisch beantragt dem Einwohnerrat an der Sitzung vom kommenden Mittwoch im Campussaal einen Projektierungskredit in der Höhe von total 2,45 Mio. Franken für den Neubau der Schulanlage Dohlenzelg (die AZ berichtete). Entschieden wird ausserdem, ob der Kredit im Frühling 2021 noch an einer Urnenabstimmung dem Stimmvolk vorgelegt werden soll.

Bekanntlich haben umfassende Abklärungen im Vorfeld ergeben, dass ein Neubau einer Sanierung des Primarschulhauses mit Baujahr 1954 vorzuziehen ist. Das Planerwahlgremium hat sich Anfang dieses Jahres für einen zweigeschossigen Längsbau der Brugger Liechti Graf Zumsteg Architekten entschieden. Das Projekt umfasst eine Schulraumerweiterung, den Anbau von Kindergärten sowie die Neuerstellung von zwei Turnhallen.

Die Partei will, dass die Risiken besser berücksichtigt werden

Im Hinblick auf die Einwohnerratssitzung teilt die CVP-Fraktion nun mit, dass sie sich nicht vorbehaltlos hinter die Anträge des Gemeinderats stellen kann. Gemäss ersten Hochrechnungen soll das Vorhaben rund 34,3 Mio. Franken kosten, inklusive 5 Mio. Franken für die Anpassung der Aussen- und Sportanlagen. «Kann sich die Gemeinde Windisch eine solch teure Schulanlage leisten?», fragt die CVP. Im Finanzplan für die nächsten zehn Jahre sind Gesamtinvestitionen von 61,5 Mio. Franken vorgesehen (inklusive Schulanlage Dohlenzelg). Die CVP verlangt eine klare Finanzplanung unter Berücksichtigung der verschiedenen Risiken, weil die Gemeinde finanziell handlungsfähig bleiben müsse.

Fragen nach Alternativen

Zu den Risiken zählen laut der CVP die aktuell unsichere Wirtschaftslage und die damit zu erwartenden Steuereinbussen, die geschätzten Baukosten, die 20% nach oben oder unten abweichen können, sowie politische Entscheide wie bei Desinvestitionen, also der Umwandlung von Sach- oder Finanzwerten in liquide Mittel.

Ausserdem stellen sich Fragen nach Alternativen bezüglich Reduktion der Kosten für den Neubau der Schulanlage Dohlenzelg oder der weiteren Investitionen. Liesse sich das Projekt in Etappen aufteilen, die nach hinten geschoben werden könnten? Schliesslich ist für die CVP auch nicht klar, ob bei der Projektausschreibung auf die finanzielle Situation der Gemeinde Windisch hingewiesen wurde. Weiter fragt sich die Fraktion, weshalb der Standort so gewählt wird, dass nur zweigeschossig gebaut werden darf und die gesamte Aussen- und Sportanlage sehr teuer umplatziert werden muss.

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