An der Sommer-Gemeindeversammlung vor zwei Jahren stimmte die Hausener Bevölkerung einem Kredit zu, um ein Entwicklungsprogramm für das Dahlihaus und das dazugehörige Areal zu erstellen.

Die Architekturbüros «ARGE Architheke AG / Architektur Herrigel Schmidlin GmbH», Brugg, «Bau Kultur, Landschaft GmbH Florian Rauch», Basel sowie «Meier Leder Architekten AG», Baden, erstellten drei Projekte, wie das Dahlihaus erneuert und erweitert werden könnte.

Gemeindeammann Eugen Bless informierte darüber die zahlreichen Interessierten in der Mehrzweckhalle. Vom 6. Januar bis 19. Mai beurteilte ein elfköpfiges Gremium – bestehend aus Architekten, Gemeinderatsvertretern sowie der Kantonsarchäologie – die drei Projekte. Die Büros mussten bei ihrer Arbeit beachten, das Dahlihaus in seiner Substanz zu erhalten und Vorschläge zu liefern, wie das Gebäude zeitgemäss genutzt werden könnte.

Architekt Lukas Zumsteg präsentierte den Bericht des Beurteilungsgremiums. «Das Dahlihaus ist die letzte Möglichkeit, ein solch altes Haus zu erhalten», erklärte er. Die drei Projekte seien alle fundiert, jedoch teilweise anders gelagert. «Im Bereich des Dachraums waren sich jedoch alle einig, dass dieser frei bleiben müsse.» Die Wohnung sowie die früheren Ställe seien jedoch ausbaubar.

Das Projekt mit der grössten Nutzfläche, dasjenige der «Meier Leder Architekten AG», Baden, überzeugte das Gremium. Der Hauptbau mit dem markanten Dachraum wird dabei als zentral erachtet und soll weiterhin genutzt werden. Weiter sieht das Projekt vor, die südlichen Anbauten durch einen eingeschossigen und in zwei Raumschichten gegliederten Bau zu ersetzen. Dieser wird über die gesamte Länge des historischen Hauses vorgeschlagen. Ein asymmetrisches Walmdach passt sich den bestehenden Dachflächen des Hauses an. Verschiedenartig wird der Hauptbau nutzbar gemacht: Thermisch abgetrennte Räume sind gegen den offenen Dachraum verglast. Dieser wird durch punktuell eingesetzte Glasziegel erhellt.

Gemischte Trägerschaft

«Wie es früher in Bauernhäusern üblich war, kann hier das Arbeiten und Wohnen zusammen stattfinden», sagte Lukas Zumsteg. Und der von der Gemeinde gewünschte Backwarenverkauf mit Café könne in der ehemaligen Dahliwohnung angeboten werden. Auch das Schuhmacherhaus, wo der Samichlaus jeweils die Kinder empfängt, bleibt den Vereinen erhalten. Rund 3 bis 3,5 Millionen Franken, +/–25 Prozent, sollen die baulichen Massnahmen kosten. Eine gemischte Trägerschaft bestehend aus Privaten und der Gemeinde schwebt den Initianten vor. «Nun kann man sich etwas vorstellen, kann den Trägerschaften etwas präsentieren», sagte Eugen Bless. Unterstützung erhielt er von Beat Peterhans, Präsident des Vereins «pro Dahlihaus», zugesagt: «Wir vom pro Dahlihaus werden den Gemeinderat unterstützen und in Sachen Trägerschaft eine Lösung finden.»

Dort, wo momentan die Wohnüberbauung «Holzgasse Süd» gebaut wird, stand zuvor das markante 450 Jahre alte Brunnerhaus. Nach dessen Abriss ist nun das Dahlihaus das älteste Bauernhaus im historischen Dorfkern von Hausen. Die Kernkonstruktion mit der zeltartigen Dachform geht ins 16. Jahrhundert zurück. Um- und Anbauten wurden ab dem 17. bis ins ausgehende 19. Jahrhundert ausgeführt. Drei separat angebaute Wohneinheiten gehörten dazu, die vor nicht allzulanger Zeit noch bewohnt waren. Ein gelegter Brand in der Tenne des Dahlihauses führte zu weiteren Massnahmen: So musste das Hochstudgerüst gesichert und die Nordfassade der Tenne erneuert werden.