Blogger gibt es im Onlinekosmos zuhauf. Häufig sind es Menschen, die am liebsten über sich selbst und ihre alltäglichen Sorgen und Nöte schreiben. Ueli Tanner ist nach diesem Kriterium kein typischer Blogger: Der 26-jährige Brugger unterhält seit Juli letzten Jahres seinen Medienblog www.dertanner.ch.

Jetzt sind die Kleinen gefragt

Auf seiner Website berichtet er über unbekannte Projekte in der Medienlandschaft. «Ich bin immer auf der Suche nach neuen Webradios und -tvs oder Youtube-Kanälen», so Tanner. Sein Interesse am Gebiet ist quasi jobbedingt: Tanner absolviert zurzeit eine Ausbildung zum diplomierten Journalisten an der Schule für Angewandte Linguistik in Zürich.

Begonnen hatte der Online-Autor seinen Blog, um das Geschehen in der Medienlandschaft zu kommentieren und einzuschätzen. «Gerade die kleinen Projekte können eine Beurteilung von aussen gut gebrauchen.» Zu Beginn lag Tanners Schwerpunkt darauf, eine grobe Übersicht zu liefern, welche Änderungen und Neuheiten die Medienwelt erreichen.

Letzten Dezember krempelte der Blogger seinen Webauftritt dann aber um. Er konzentriert sich seither darauf, unbekannten jungen Medienschaffenden eine Plattform für ihre Ideen und Vorhaben zu bieten.

Gesucht: Junge Talente

Momentan ist gerade ein Ranking für Nachwuchsmoderatoren in Planung. Es geht darum, dass junge Moderatoren ein Video von sich einsenden können, in dem sie ihr Können unter Beweis stellen. Eine kompetente Jury kommentiert dann den Beitrag und gibt ein Feedback.

Um an seine Informationen heranzukommen, ist ein routinierter Umgang mit Social Media unerlässlich: «Ich twittere jeden Tag und aktualisiere auch mein Facebook-Konto regelmässig.» Zudem wisse Tanner langsam, in welchen Foren er etwas über neue Projekte erfährt.

Auf seiner Website können sich Projektteams in eine Datenbank eintragen lassen, in die sie dann regelmässig interne News ihres Projektes einspeisen. Der Blogger stellt die Vorhaben dann je nachdem vor.

Blogger mit Nischenvorteil

In einer Welt, in der es von Newsportalen nur so wimmelt, muss sich eine Nachrichtenplattform behaupten, um überleben zu können.

Worin sieht der angehende Journalist denn seinen Beitrag neben grossen Portalen wie zum Beispiel www.persoenlich.com? Seine Antwort ist simpel: «Wer aktuelle News aus der Branche möchte, geht zu den Grossen, wer über kleine und innovative Projekte lesen will, besucht meine Seite.»

In welche Richtung sich seine Arbeit entwickeln wird, kann Tanner noch nicht sagen. «Ein halbes Jahr mache ich sicher noch so weiter wie bis anhin», sagt er. Im grossen Stil werde der Blog voraussichtlich nicht anlaufen. Er könne sich aber gut vorstellen, sein gesammeltes Wissen in einer Kolumne mit der Öffentlichkeit zu teilen.