Brugg
Junge Virtuosen spannen mit Italienern zusammen

Diesen Donnerstag treffen sich in der Stadtkirche die Gitarrenorchester aus Brugg und Mirandola zum internationalen Konzert.

Andreas Gregr
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Das Guitar Sound Orchestra tritt am Donnerstag in der Stadtkirche auf.

Das Guitar Sound Orchestra tritt am Donnerstag in der Stadtkirche auf.

ZVG

«Die nationale Gitarrenlobby ist eine eher überschaubare Szene», sagt Jürg Moser, Leiter der Musikschule Brugg und Gründer des Guitar Sound Orchestras (GSO). Dies sei sicher mit ein Grund, weshalb der 57-Jährige mit 25 Jugendlichen im Alter von zwölf bis achtzehn Jahren das grösste Gitarrenensemble der Schweiz unterrichtet. In den 20 Jahren, die seit der Gründung des GSO verstrichen sind, präsentierten seine Schülerinnen und Schüler mit ihren Akustikgitarren meistens Pop-Klassiker aus den letzten vierzig Jahren, wobei «auch Stücke aus der Renaissance und der Barockzeit nicht zu kurz gekommen sind». Nur aus der Klassik würde kaum etwas gespielt werden: Dafür könne man mit der Gitarre den Ton zu wenig lange halten, so Moser.

Immer wieder tritt die Gruppe auch international auf und organisiert laufend Konzertreisen nach Deutschland, Österreich, Italien und sogar Ungarn. «Das sind jeweils Erfahrungen, die lange in Erinnerung bleiben. Solche Projekte dienen nicht nur zur fachlichen Weiterbildung, sie geben auch einen grossen Zusammenhalt», schwärmt Moser. An solchen Anlässen finden teilweise bis zu 10 000 jugendliche Musiker aus ganz Europa zusammen.

Um vier Uhr vom Beben geweckt

Ungern in Erinnerung bleiben wird dem Ensemble allerdings die Rimini-Reise im Mai 2012, in der die Gruppe Zeuge des Erdbebens in Norditalien wird. «Um vier Uhr morgens weckte uns die Erschütterung, obwohl wir über 100 Kilometer vom Epizentrum entfernt waren», schildert der Lehrer. Einige Kinder seien dadurch etwas eingeschüchtert worden. Trotzdem sieht Moser in den Konzertreisen vor allem Gutes: «Die Ereignisse in Italien sind längst abgehakt. Die Auslandaufenthalte sind meist sehr schöne Erlebnisse.»

Durch die Italienreise kam auch der Kontakt mit Mirco Besutti zustande, mit dessen Orchester aus Mirandola diesen Donnerstag in der Stadtkirche und am Freitag in der Aula im Kloster Wettingen jeweils um 19.30 Uhr ein gemeinsames Konzert durchgeführt wird. «Weil sie sich nicht kennen, ist das sicher aufregend für die Schüler. Aber sie sind ja sehr neugierig im Umgang mit fremden Leuten», bekräftigt Moser, der selbst in den Neunzigerjahren im Duo mit Fredy Rahm musiziert hatte.

Zusammenarbeit geplant

Neben der Musik steht vor allem das Kennenlernen des Gitarrenorchesters aus Mirandola im Zentrum, insbesondere weil eine langfristige Zusammenarbeit mit ihnen geplant ist. «Der Sinn des Arrangements liegt neben dem fachlichen Austausch und der Reise nach Mirandola, die wir im April 2017 antreten werden, vor allem in den sich bietenden Vorspielgelegenheit. Für Musiker sind solche Konzerte essenziell.»

Erwarten könne das Publikum am Donnerstag und Freitag «attraktive und vor allem nicht alltägliche Musik» sowie eine interessante Begegnung mit dem italienischen Gitarrenensemble. «Die Jugendliche von meiner Gruppe freuen sich jedenfalls schon sehr auf das Event», versichert Moser.

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