Brugg
«Junge Klassik» als neues Zugpferd in der Brugger Galerie Zimmermannhaus

Abwechslung ist das Motto der renommierten Brugger Galerie Zimmermannhaus. Neu will sie mit «Junge Klassik» an den Finissagen junge Menschen für Klassik und zeitgenössische Kunst begeistern.

Elisabeth Feller
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Die Galerie lockt mit Ausstellungen und Klassik. Michael Hunziker

Die Galerie lockt mit Ausstellungen und Klassik. Michael Hunziker

Michael Hunziker

Drahu Kohout, Leiterin der Galerie Zimmermannhaus, weiss: Auf den Lorbeeren ausruhen, ist Gift für Kulturinstitutionen. Deshalb startete sie am vergangenen Sonntag einen Versuchsballon: Erstmals fand an einer Finissage eine Classic Matinée – seit heute heisst sie «Junge Klassik» – statt.

Studierende der Hochschule der Künste Zürich (HdKZ) werden künftig die Finissage mit klassischer Musik oder mit Improvisationen im Hinblick auf das Gezeigte bereichern.

Die Idee hinter dem Ganzen: «Die Galerie Zimmermannhaus ruht auf zwei Pfeilern. Einerseits auf den Ausstellungen, andererseits auf dem Kammermusikzyklus. Mit ‹Junge Klassik› wollen wir ein anderes, jüngeres Publikum sowohl für Klassik wie für zeitgenössische bildende Kunst gewinnen.»

Clou an der Sache: Die Musikerinnen und Musiker gestalten das Programm selbst. So wird zum Beispiel der nächste Finissage-Künstler, der Cellist Benjamin Ryser, 30 Minuten frei improvisieren – und das gleich zweimal: um 11 Uhr und 14 Uhr. «Diese Länge ist wohl eher die Ausnahme», sagt Drahu Kohout und betont: «Normalerweise dauern die musikalischen Intermezzi nur eine Viertelstunde.» Angesetzt sind sie auf 12 Uhr und 13 Uhr.

Müssen sich Finissage-Besucher künftig wie Konzertbesucher verhalten? Die Galerieleiterin lächelt: «Nein. Wir haben keine Bestuhlung. Man darf sich frei im Raum bewegen, darf plaudern – das Ganze soll ein völlig lockerer Anlass sein.» Letzten Sonntag hat Drahu Kohout aber erfahren, dass die Gäste stehen blieben, mucksmäuschenstill waren und intensiv gelauscht haben.

Die nächsten Konzerte anlässlich von Vernissagen: Am Sonntag 8. Dezember 2013 spielt der Cellist Benjamin Ryser freie Improvisationen zu den ausgestellten Werken.
Am Sonntag 9. März 2014 spielt Magdalena Irman, Akkordeon, klassische Werke.

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