Windisch
Junge Bruggerin taucht in die Welt der Mikroelektronik ein

Die Bruggerin Maja Truttmann (11) hat an der Forschungswoche «girls@science» an der Hochschule für Technik (FHNW) teilgenommen – wir haben sie begleitet

Irene Hung-König
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Die Fünftklässlerin Maja Truttmann war von der Technikwelt begeistert. Die Forschungswoche hat ihr gefallen.

Die Fünftklässlerin Maja Truttmann war von der Technikwelt begeistert. Die Forschungswoche hat ihr gefallen.

Irene Hung-König

12 Mädchen im Alter zwischen 10 und 13 Jahren sitzen im Schulzimmer und sagen, was ihnen zu den Posten «Audio», «Digitaltechnik» und «Löten» einfällt.

Studentin Leandra Spuhler schreibt Begriffe wie «Datenspeicher», «Schallwellen/Frequenzen» oder «analog/digital» unter den Posten «Audio» an die Wandtafel. «Bauteile», «Schaltkreis», «Löten» und «Würfel» sind die Stichworte im Bereich «Löten». Wobei dieser Posten – den begeisterten Mädchen nach zu urteilen –, am meisten geschätzt wird. Nein, das ist keine «normale» Schulstunde.

Die Mädchen tauchten in dieser Woche in die Welt der Mikroelektronik ein. «Schweizer Jugend forscht» machte diese Forschungswoche unter dem Namen «girls@science» möglich.

48 Mädchen sind es, die sich an verschiedenen Instituten wie Automation, Mathematik und Naturwissenschaften oder 4-D-Technologien praktisch wie theoretisch mit den Themen auseinandersetzen. Ein weiteres Highlight der Forschungswoche: alle Teilnehmerinnen übernachteten mit ihren Gruppenbetreuerinnen in der Jugendherberge, im «Schlössli Altenburg». Nächste Woche sind die Knaben in «boys@science» an der Reihe.

Löten steht hoch im Kurs

Die 11-jährige Bruggerin Maja Truttmann sitzt mit ihren neuen Kolleginnen im Zimmer: «Meine Schwester war letztes Jahr dabei und fand es toll. Deshalb hat mich meine Mutter angemeldet.»

Für die Fünftklässlerin, die bislang mit einem geschenkten Chemiebaukasten hantierte, steht das Löten hoch im Kurs. «Das ist wie werken, ich könnte mir vorstellen, dies auch später beruflich zu machen», erklärt sie. «Doch ich musste aufpassen, dass der Lötkolben nicht am Draht kleben bleibt. Das ist mir einmal passiert», sagt sie.

Die Mädchen lachen und erzählen von ihren Erlebnissen in der Jugendherberge. «Frauen, weiter gehts. Habt ihr schon mal eine Präsentation gemacht?», will Student Patrick Studer wissen. Die Mädchen bejahen, eine Power-Point-Präsentation sei es aber nicht gewesen.

Die Präsentation ist für die Eltern gedacht, damit diese sehen und hören, womit sich ihre Kinder während der ganzen Woche beschäftigt haben. «Ich mache die Power-Point-Präsentation und ihr sagt mir, was ich dazu schreiben soll.» Patrick Studer gibt den Mädchen den Hinweis, dass ein selbst entwickeltes Gerät top präsentiert werden müsse. «Mein Handy kann noch so gut sein. Wenn ich es nicht verkaufen kann, nützt es mir nichts.»

Die Forschungswoche hinterlässt nicht nur bei den Teilnehmerinnen, sondern auch bei den Leiterinnen einen guten Eindruck. «Die Mädchen sind sehr begeisterungsfähig und kreativ», sagt Anita Rosenberger, die wie Leandra Spuhler Elektro- und Informationstechnologie studiert. «Ich finde das ganze Konzept cool», meint diese. Das Ziel, Mädchen für Technik zu begeistern, ist also gelungen.