Es ist kein Geheimnis: Jugendvereine wie Pfadi, Cevi oder Jungwacht Blauring haben immer mehr mit abnehmenden Mitgliederzahlen zu kämpfen. Das liegt unter anderem auch am zunehmenden Freizeitangebot. Diese Situation ist eine grosse Herausforderung für die Leiter der Vereine. Ein jährlicher Werbetag ist von existenzieller Bedeutung. Um die Kinder und Jugendliche darauf aufmerksam zu machen, eigenen sich die Schulen besonders gut. In Windisch haben ortsansässige Jugendvereine, die den Schulen vertraut sind, die Möglichkeit, auf dem Pausenplatz zu werben. Doch nicht jede Schule möchte, dass die Jugendorganisationen bei ihnen auf dem Schulareal vorbeikommen.

Werbung auf dem Pausenplatz

Die Pausenglocke klingelt auf dem Windischer Schulareal. Für so manche Kinder der Höhepunkt des Schulmorgens. Ganz nach dem Motto: Raus auf den Pausenhof und sich mal kurz austoben. Dort werden sie in dieser Woche von den Leitern der Jungwacht und dem Blauring Windisch empfangen.

Es ist Werbewoche. Die Leiter der Jugendverbände nutzen die Gelegenheit, um gemeinsam mit den Kindern zu spielen und sie auf den Neuwerbungsanlass aufmerksam zu machen. Ein Event, der den Kindern zeigen soll, warum es sich lohnt, Teil der Vereine zu sein. Gesamtschulleiter Martin De Boni betont: «Wir unterstützten die Jugendvereine gerne und stellen ihnen auch die Infrastruktur in den Pausen zur Verfügung. Wir finden es gut, wenn die Kinder ihre Freizeit sinnvoll verbringen. Wir lassen dafür auch gerne unsere Kinder früher aus der Pause.»

Vor fünf Jahren durften die Leiter ihren Jugendverein sogar noch in einer Schulstunde vorstellen. Dies wolle man aber nicht mehr. Unter anderem wegen des Schulstoffs. Zudem gab es einfach zu viele Anfragen und es bringe Unruhe in den Unterricht, so der Gesamtschulleiter. In den Brugger Schulen dagegen sieht die Lage ganz anders aus. «Das Präsentieren von Freizeitaktivitäten ist bei uns nicht möglich. Es gibt einfach zu viele Anfragen für Werbeaktivitäten und das Verteilen von Informationen. Zudem ist die Schule für alles, was auf dem Pausenplatz passiert, verantwortlich», betont Gesamtschulleiter Peter Merz.

Ausserdem sei es schwierig die guten Angebote von den anderen zu trennen und dies dann objektiv zu begründen. Jugendvereine könnten sich jedoch gerne am Jugendfest oder am Rutenzugnachmittag im Rahmen des Spielnachmittags mit einer Aktivität präsentieren, so Merz.