Effingen
Jugendliche erhalten Jugendtreff - jetzt fehlen nur noch Sofas und andere Möbel

Im ehemaligen Feuerwehrraum entsteht Ende Mai ein Jugendraum. Nicole Pfister hat den Raum mitgegründet. Sie erzählt, weshalb ihr die Idee eines solchen Angebots kam und wann im neuen Jugendtreff geraucht und getrunken werden darf.

Barbara Schlunegger
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Effinger Jugendliche erhalten Jugendraum
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Im Feuerwehrraum ganz links gehen bald Jugendliche ein und aus. bab
Das jetzige Salzlager wird Ende Mai zum Jugendtreff. bab

Effinger Jugendliche erhalten Jugendraum

ZVG

Ein Jugendraum ist ein Ort, an dem sich die jüngere Generation wohlfühlt und wo sie unter ihresgleichen sein kann. In der Region Effingen fehlte ein derartiger Begegnungsort lange Zeit.

Doch das soll sich jetzt ändern: Die Bözerin Nicole Pfister und ihr siebenköpfiges Team steckt schon tief in den Vorbereitungen für ein solches Angebot. Die Eröffnung ist am 30. Mai.

Aber beginnen wir am besten von vorne: Vor zwei Jahren keimte in der damals 22-Jährigen und ihren zwei Freundinnen erstmals die Idee auf, einen Ort zu schaffen, an dem Jugendliche mit Gleichaltrigen zusammen sein und ihre Freizeit verbringen können.

Schon vor fünf Jahren war sie für die Leitung des Skilagers Bözen/Hornussen verantwortlich. «Nach dem Lager kamen mehrere Teilnehmer auf uns Leiter zu und fragten, ob sie uns weiterhin sehen könnten», erzählt Pfister.

Weshalb braucht es überhaupt einen derartigen Raum? «Es gibt kaum anständige Freizeitangebote hier in der Gegend», sagt sie. Das wollten die drei ändern. Pfister selbst hatte in ihrer frühen Jugend regelmässig den Jugendtreff Ueken besucht, erzählt die Primarlehrerin – und gute Erfahrungen gemacht.

So kam es dann, dass das Trio letzten Sommer die Gemeinden Hornussen, Bözen, Effingen, Elfingen und Zeihen anschrieben und ihnen die Idee eines Jugendtreffs unterbreiteten. «Alle waren interessiert – ausser Zeihen, die hatten schon so eine Art Jugendtreff.»

Die Bözerin und ihre zwei Freundinnen mussten den Gemeinden ein Konzept vorlegen, wie sie sich das «Projekt Jugendraum» genau vorstellten. Die Idee ist, dass der Raum jeden Freitag von 19 bis 24 Uhr geöffnet ist.

Teenager unter 16 Jahren dürfen aber nur bis 22 Uhr bleiben. «Ab dieser Uhrzeit werden wir auch Bier verkaufen – natürlich in Massen», erklärt die 24-Jährige.

Salz raus – Jugend rein

Auch das Rauchen würde nicht strikt verboten werden, sagt sie. «Wir bitten die Jugendlichen jedoch, erst dann zu rauchen, wenn die U16 nicht mehr da sind», so Pfister weiter. Auf diese Weise wolle man den Älteren ihre Vorbildfunktion bewusst machen.

Die Gemeinde Effingen bot dem Team drei Räume an. Die Wahl fiel letzten Endes auf die ehemaligen Feuerwehrräumlichkeiten im Gemeindehaus. Heute sind die Räume grösstenteils ungenutzt. Sie dienen lediglich als Abstellkammer und Salzlager.

Pfister führt die Besucherin herum. In einem Raum zeigt sie an die Holzwände: «Diesen Raum streichen wir schwarz. Das wird dann die Tanzfläche», sagt sie stolz. Die Skilagerleiterin war sehr erstaunt, dass sie so viel Unterstützung der Gemeinden erhielten.

Nicole Pfister und ihr Team müssten nicht einmal Miete zahlen, sagt sie. Sogar der Kanton hat das Jugendtreff-Team bereits mit 2 000 Franken Starthilfe unterstützt. Damit der Kontakt mit der Gemeinde gepflegt wird, findet einmal im Monat ein Treffen mit einem Effinger Gemeinderat statt.

Es fehlen: Möbel, Lampen und Couchtische

Parallel zum Kontakt mit den vier Gemeinden begaben sich die drei Frauen auf die Suche nach weiteren Gleichaltrigen, die ihre Zeit in den Jugendtreff investieren würden. «Wir wollten Leute, die sich eine Mitarbeit längerfristig vorstellen können und nicht nach zwei Wochen wieder gehen», sagt sie zum gewünschten Mitarbeiterprofil.

Heute sind es acht Personen, die in die Vorbereitungen involviert sind. Das sei ideal, sagt Nicole Pfister: «So kommt einmal im Monat ein Leitungsduo zum Einsatz.» Ein fixes Programm ist noch nicht geplant: «Wir lassen es auf uns zukommen und schauen, was die Bedürfnisse der Jugendlichen sind.» Ein Anlass, an dem im Dorf «gefötzelt» wird, ist in Planung.

Um den Treff gemütlich einzurichten, ist das Leiterteam noch auf der Suche nach Möbeln, Lampen, Sitzsäcken, Couchtischen und Sofas.