Remigen

Jugendliche diskutieren über ein Weltproblem – dieser Aargauer ist mit dabei

Der 20-jährige Jan Obermeier aus Remigen hat an einem internationalen Forum von «Schweizer Jugend forscht» teilgenommen.

Die Welt haben Jan Obermeier aus Remigen und andere Jugendliche aus Europa am Wochenende nicht gerettet. Aber sie haben Ansätze diskutiert, wie die Ernährungssicherheit auch im Jahr 2050 gewährleistet werden kann, wenn 9 Milliarden Menschen auf diesem Planeten leben. Im Rahmen des International Swiss Talent Forum, organisiert von «Schweizer Jugend forscht», diskutierten die jungen Menschen über das Thema «World Food System», also die Ernährungssituation der Welt. Die Gruppen erhielten unterschiedliche Herausforderungen  – Challenges – zu lösen.

Die Gruppe mit Jan Obermeier diskutierte, wie man die Erträge in der Landwirtschaft steigern kann. Denn zwischen den Jahren 1950 bis 2002 ist die jährliche Ertragssteigerung in der Landwirtschaft von 2,1% auf 1% gesunken und seither auf diesem Niveau geblieben. «Wollen wir auch im Jahr 2050 9 Milliarden Menschen sättigen, dann muss die Landwirtschaft etwa 50 bis 70% mehr produzieren als heute», sagt Jan Obermeier.

«Erst waren wir fast etwas überwältigt»: Jan Obermeier aus Remigen berichtet von seinen Erfahrungen am International Swiss Talent Forum

«Erst waren wir fast etwas überwältigt»: Jan Obermeier aus Remigen berichtet von seinen Erfahrungen am International Swiss Talent Forum

«Dies im Wissen darum, dass die Landwirtschaft einerseits durch den Klimawandel beeinflusst wird und andererseits auch einer der grössten Klimasünder ist.» Es ist also ein Spannungsfeld, in dem sich die Jugendlichen befanden.

Die Idee, mit CO2 Gewächshäuser zu betreiben

Die Jugendlichen beschlossen, drei Klimazonen separat zu behandeln: die subsaharische, die südostasiatische sowie die nördliche. Die Lösungsansätze: In subsaharischen Regionen sollen weiter Baumwälle errichtet werden, damit die Desertifikation aufgehalten werden kann und in den südostasiatischen Regionen sollen durch die effiziente Anwendung von Dünger und Pestiziden die Erträge gesteigert werden.

«In diesem Bereich fehlt es aber oft auch an Kenntnissen und modernen Werkzeugen», sagt Jan Obermeier. «Das nötige Wissen könnte mittels Digitaltechnologie verbreitet werden.» In nördlichen Breitengraden wie in der Ukraine können aufgrund der steigenden Temperaturen mehr Landflächen für Landwirtschaft in Erwägung gezogen werden.

«Indem man Smart- und Precision-Farming-Techniken anwendet, könnten in diesen Gebieten grosse Mengen an Pestiziden und Dünger eingespart werden», erklärt Jan Obermeier. «Genverändertes Saatgut könnte zur Ertragssteigerung beitragen.» Eine Idee der Jugendlichen war auch, dass mittels CO2-Rückgewinnungstechniken das Pflanzenwachstum in Gewächshäusern gesteigert werden kann.

Die Thematik war neu für Jan Obermeier. «Mit der Teilnahme am Forum wollte ich bewusst meine Komfortzone verlassen», sagt er. «Schweizer Jugend forscht» hat Jan Obermeier exklusiv zum viertägigen Event eingeladen, weil seine beiden Arbeiten – die Maturaarbeit und die Vorarbeit – von der Neuen Kantonsschule Aarau im Nationalen Wettbewerb 2019 der Stiftung den Final erreichten.

Diskussionen sind eine einzigartige Erfarhung

Bei beiden Arbeiten handelte es sich um maschinelle Lernalgorithmen. Im Final erhielten die Arbeiten das bestmögliche Prädikat «hervorragend». Zusätzlich gewann Jan Obermeier zwei Sonderpreise, die ihm die Teilnahme an einer Ausstellung in Abu Dhabi, einen mehrtägigen Event an der Uni Zürich sowie ein Treffen mit dem damaligen Bundespräsidenten Ueli Maurer ermöglichten.

Grundsätzlich interessiert sich Jan Obermeier für Informatik, Physik und Mathematik. Er sieht die Erkenntnisse daraus als Werkzeuge, die dazu dienen, die Probleme auf dem Planeten zu lösen. Die Diskussionen am Forum seien für ihn eine einzigartige Erfahrung gewesen.

«Wir haben gelernt, gemeinsam kreativ zu denken, Lösungen zu finden und zu kreieren», zeigt er sich begeistert. Er rät allen Jugendlichen, vom breiten Angebot von «Schweizer Jugend forscht» Gebrauch zu machen, um selber diese Erfahrungen machen zu können. Für Jan Obermeier gilt es nun, seinen Militärdienst als Durchdiener abzuschliessen, um dann sein Physikstudium an der ETH anzutreten.

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