Der ehemalige Geschäftsführer der Stiftung Pro Jugend wird angeklagt. Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach hat diese Woche gegen den Beschuldigten Anklage im abgekürzten Verfahren erhoben. Auf Nachfrage der AZ sagt Mediensprecherin Fiona Strebel: «Die Anklage wurde wegen Betrugs, Urkundenfälschung und mehrfacher ungetreuer Geschäftsbesorgung erhoben.» Die Staatsanwaltschaft beantragt eine bedingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten und eine Busse von 1000 Franken. Ein Gerichtstermin steht noch nicht fest.

Rückblende: Im Juni 2015 wurde die Stiftung Pro Jugend, mit dem Ziel gegründet, in der Region Eigenamt Jugendarbeit zu erbringen. Die Gemeinden im Eigenamt haben sich anschliessend entschlossen, Jugendarbeit mittels Leistungsvereinbarung bei der Stiftung Pro Jugend zu beziehen. «Im Dezember vermutete der Stiftungsrat erste Ungereimtheiten in der Geschäftsbesorgung», hiess es in einer Medienmitteilung der Stiftung Pro Jugend im Frühjahr 2016. Entsprechende Kontrollen hätten ergeben, dass eine mitarbeitende Person während der hektischen Aufbauphase ihre Kompetenzen deutlich überschritten habe und mit den vorhandenen finanziellen Mitteln sorglos umgegangen sei. In der Folge entstand für die Stiftung ein finanzieller Engpass. Mit den noch vorhandenen Mitteln wurde versucht, einen minimalen Betrieb sicherzustellen und die aufgelaufenen Schulden zu tilgen. «Dazu wurde ein Notbudget erstellt und zum Glück darf grösstenteils auf viel Verständnis seitens der Gläubiger gezählt werden», hiess es in der Medienmitteilung.

Per Ende April 2016 wurde die betroffene Person entlassen, im Mai zeigte ihn der Stiftungsrat der Stiftung Pro Jugend wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Betrug an. Der Ex-Geschäftsführer sei sorglos mit den vorhandenen Geldmitteln umgegangen und habe Sanierungsarbeiten im Jugend-Haus an der Wydenstrasse 32 in Birr eingeleitet, die nicht bewilligt gewesen seien, lautete der Vorwurf.

Die Stiftung Pro Jugend wurde mittlerweile aufgelöst und die Jugendarbeit im Eigenamt neu aufgegleist. Für den ehemaligen Geschäftsführer der Stiftung gilt die Unschuldsvermutung.