Der Brugger Judoka Ciril Grossklaus muss eine Zwangspause einlegen. Leider sei ihm zurzeit ein ärztliches Sportverbot auferlegt worden, teilt er auf Facebook mit. «Grund dafür sind sehr schlechte Blutwerte, die bei mir festgestellt wurden.»

Diagnostiziert wurde eine sogenannte Anämie, eine Blutarmut, sagt der Sportler auf Nachfrage. «Das heisst, der Gehalt von Hämoglobin, das für den Transport von Sauerstoff zuständig ist, lag deutlich unter dem Normalwert.» Typische Ursache für dieses Problem, fügt er an, sei Eisenmangel. Ein solcher sei bei ihm extrem stark aufgetreten.

Anders ausgedrückt: «Im Grunde leidet mein Körper momentan an einer Unterversorgung», führt Grossklaus aus. «Setzt man ihn weiterhin hohen Belastungen aus, könnte es fatal enden.» Er vergleicht den Zustand mit einem Motor, der ebenfalls abstellt, wenn kein Benzin mehr da ist.

Der Spass am Sport leidet

Auf die tiefen Hämoglobin-Werte hingewiesen wurde er übrigens nach einer Kontrolle im Februar per Brief von Antidoping Schweiz. Ein Bluttest der Rennbahnklinik in Muttenz letzte Woche habe ergeben, dass sich die Situation inzwischen noch verschärft hat, worauf sein Sportarzt die Notbremse gezogen habe.

Zurzeit seien vier Wochen vorgesehen, «um mich aufzupäppeln», erklärt der Sportler. Er hofft aber, dass er schon früher locker ins Training einsteigen darf. Wobei: Im jetzigen Zustand leide der Spass am Sport etwas, räumt er ein. Das Positive an der Diagnose sei, dass er jetzt wisse, worauf seine verminderte Leistungsfähigkeit zurückzuführen war, weshalb er in den letzten Monaten oft sehr müde war und sich erschöpft fühlte.

«Wenn die Energiezufuhr nicht richtig funktioniert, ist man natürlich schnell am Anschlag», stellt Grossklaus fest. «Auch im Alltag sind die üblichen Symptome wie erhöhte Kälteempfindlichkeit oder kurze Schwindel aufgetreten.»

Die Tabletten-Kur hat begonnen

Vorerst gelte es, das fehlende Eisen und die notwendigen Vitamine zuzuführen. «Eine entsprechende Tabletten-Kur hat bereits begonnen.» In den nächsten Tagen, fährt er fort, werden weitere medizinische Abklärungen getroffen, um den spezifischen Gründen nachzugehen, weshalb ein so starker Eisenmangel zustande gekommen ist.

Er wisse nicht, ob dahinter noch ein anderes Problem stecke. Denn eigentlich habe er eine vernünftige Ernährung. «Jedenfalls bin ich jetzt auf dieses Thema sensibilisiert, kenne die Anzeichen und werde künftig schneller reagieren können.»

Konkrete Aussagen zu machen zu den nächsten Zielen als Sportler, sei schwierig zu diesem Zeitpunkt, antwortet der Judoka auf die Frage nach der Zukunft. «Zunächst hoffe ich natürlich, möglichst bald gesund zu werden.» Im Juni stehen die European Games in Minsk an, die er «wirklich» ungern verpassen würde. Ebenfalls hofft er, demnächst «endlich ein paar wichtige Punkte für die Olympiaqualifikation einzufahren».