Jubiläumskonzert
«Unser Ziel ist es, ein Chor mit regionaler Ausstrahlung zu sein»: Gemischter Chor Riniken feiert 75 Jahre Bestehen

Am Wochenende des 25. und 26. September lädt der Chor zum Jubiläumskonzert ein. Im Kirchenzentrum Lee in Riniken und in der Kirche Rein in Rüfenach singen sie in Zusammenarbeit mit dem Orchesterverein Brugg unter anderem Stücke von Franz Schubert. Seit der Gründung hat der Riniker Verein einiges erlebt.

Carla Honold
Drucken
Teilen
An den Auftritten, wie diesem im Jahr 1953, singt der Chor unter der Leitung eines Dirigenten.

An den Auftritten, wie diesem im Jahr 1953, singt der Chor unter der Leitung eines Dirigenten.

zvg

Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Gemischte Chor Riniken laut der Website des Gesangvereins ins Leben gerufen. Der Riniker Gemeinderat habe zur Bundesfeier die beginnende Friedenszeit gebührend zelebrieren wollen und rief die Rinikerinnen und Rinker zur musikalischen Untermauerung auf.

Das gemeinschaftliche Vortragen von Heimat- und Volksliedern fand sogleich Anklang bei den Sängerinnen und Sängern. 52 Mitglieder zählte der gemischte Chor gemäss seiner Website zur Gründung am 17. August 1945. In Riniken lebten zu dieser Zeit etwas mehr als 300 Personen.

Richard Wullschleger präsidierte den gemischten Chor bereits von 1997 bis 2001.

Richard Wullschleger präsidierte den gemischten Chor bereits von 1997 bis 2001.

zvg

Der gemeinsame Gesang verbindet

«Die ersten Auftritte galten den Bundesfeiern sowie Weihnachtsfeiern und Gottesdiensten», erzählt Richard Wullschleger. Er ist langjähriges Mitglied des Riniker Chors und seit 2018 dessen Präsident. Bald danach habe der Chor erste Unterhaltungsabende organisiert, die mangels eines dorfeigen Lokals in den Gemeinden Remigen und Bözberg ausgetragen werden mussten.

Die Geselligkeit und die gemeinsame Freude am Gesang war im Gemischten Chor Riniken stets von grosser Bedeutung. In den Anfangsjahren des Chors fanden sich unter den Mitgliedern viele junge Frauen und Männer, so Wullschleger. Der Präsident weiss:

«Der Chor bot unter anderem die Möglichkeit, sich kennen zu lernen. Nicht selten entstanden so langjährige Beziehungen.»
1985 erhielt der Chor seine eigene Vereinsfahne.

1985 erhielt der Chor seine eigene Vereinsfahne.

zvg

In den Protokollen der Anfangszeit lese man oft von Hochzeiten. Bis heute wird die Gemeinschaft rege gepflegt. «Regelmässig treffen wir uns auch ausserhalb des Probelokals zu einem Höck oder einem Ausflug.»

Der Truppe fehlen Männer und Junge

Die Altersstruktur hat sich laut Präsident Wullschleger über das langjährige Bestehen nun mehr nach oben verschoben. «Wir versuchen deshalb bewusst, Sängerinnen und Sänger zwischen 20 und 40 anzuwerben – mit einem gewissen Erfolg.» Auch die Geschlechterbalance habe sich in Richtung Frauenüberhang entwickelt. Wullschleger erklärt:

«Es wird immer schwieriger, Männer zum Singen zu motivieren.»

In der Grösse schwankte der Riniker Chor laut Wullschleger über die Jahre hinweg beträchtlich. Den Tiefpunkt mit 13 Aktivmitgliedern erlebte der Verein gemäss Wullschleger im Jahr 1973. Der Präsident sagt: «Heute besteht der Chor wieder aus über 30 Sängerinnen und Sängern.» Für spezielle Projekte holt sich die Stammbesetzung Verstärkung von Gastsängern, so Wullschleger.

Der Chor möchte seinem Publikum anspruchsvolle Unterhaltung bieten.

Der Chor möchte seinem Publikum anspruchsvolle Unterhaltung bieten.

zvg

Für neue Mitglieder ist der Verein stets offen. «Alle unsere Aktivitäten zielen darauf ab, die Chormusik bekannt und beliebt zu machen. Wir hoffen, auf diese Weise neue Sängerinnen und Sänger anwerben zu können.» Präsident Wullschleger erklärt weiter: «Unser Ziel ist es, ein Chor mit regionaler Ausstrahlung zu sein.»

Der Chor feiert ein Jahr zu spät

An den Jubiläumskonzerten treten die 32 Vereinsmitglieder unterstützt von acht Gastsängerinnen und Gastsängern unter anderem mit Franz Schuberts G-Dur-Messe auf. Die beiden Auftritte hätten bereits letztes Jahr stattfinden sollen, aufgrund der Pandemie mussten die Jubiläumsfeierlichkeiten jedoch um ein Jahr verschoben werden.

Der Riniker Chor sucht die Zusammenarbeit. Mit ihrem Pendant aus Muntelier stand der Gesangsverein 2018 auf der Bühne.

Der Riniker Chor sucht die Zusammenarbeit. Mit ihrem Pendant aus Muntelier stand der Gesangsverein 2018 auf der Bühne.

zvg

Am Samstag, 25. September, treten die Sängerinnen und Sänger um 17 Uhr im Kirchlichen Zentrum Lee in Riniken auf. Am 26. September ist das Programm, das neben Schubert auch Mendelssohn, Bach und weitere Komponisten beinhaltet, in der Kirche Rein in Rüfenach ebenfalls um 17 Uhr zu hören.

Neben den Gastsängern holte sich der Gemischte Chor Riniken Verstärkung vom Orchesterverein Brugg. Ein Ad-hoc-Ensemble bestehend aus 13 Musikerinnen und Musikern begleitet den Gesang mit Streichinstrumenten. Präsident Wullschleger freut sich:

«Die Messe in G von Franz Schubert ist das erste grössere Werk, welches sich der Chor als Ganzes erarbeitet hat.»

Die Erfahrung öffne den Zugang zu einem neuen Bereich der Chormusik. Der Eintritt zum Konzert ist gemäss Flyer frei. Details zur Platzreservation sind auf der Website des Chors unter www.chor-riniken.ch zu finden.

Für die nächsten Jahre hat der Chor grosse Pläne

Chorleiterin Isabelle von Arx macht den Chor gemäss Wullschleger zu etwas Besonderem.

Chorleiterin Isabelle von Arx macht den Chor gemäss Wullschleger zu etwas Besonderem.

zvg

Die Gesamtleitung des Konzerts übernimmt Isabelle von Arx. Sie ist seit 2016 die Dirigentin des Gemischten Chors Riniken. Von Arx, die Chorleitung und Schulmusik II studierte, sei für den Gesangsverein sehr wertvoll. Wullschleger erklärt:

«Sie hat die besondere Gabe, die Sängerinnen und Sänger zu begeistern und auch in ihren Fähigkeiten zu fördern.»

Die Programme der Chorleiterin enthielten Elemente, welche für den Gesangverein spannend und herausfordernd seien.

Auch in Zukunft möchte der Chor laut Präsident Wullschleger grössere Projekte, wie Schuberts Messe, erarbeiten. «Werke aus verschiedenen Epochen wie auch das Volksliedgut werden dabei erarbeitet und gepflegt.» Auch für experimentelle Stücke seien die Sängerinnen und Sänger offen. Vermehrt sollen zudem A-cappella-Aufführungen, also Auftritte ohne instrumentale Begleitung, stattfinden.

Aktuelle Nachrichten