Brugg/Effingen
Jodeln hilft gegen Alltagsstress

Das Jodel-Doppelquartett Brugg feiert sein 100-jähriges Bestehen. In seinem Jubiläumsjahr befindet sich der Jodelverein gerade in einer nicht ganz einfachen Phase.

Vera Frey
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Das Jodel-Doppelquartett Brugg feiert, der Reinerlös des Konzerts in der Stadtkirche geht an das Kinderheim Brugg.

Das Jodel-Doppelquartett Brugg feiert, der Reinerlös des Konzerts in der Stadtkirche geht an das Kinderheim Brugg.

Vera Frey

Vor genau 100 Jahren haben sich in Brugg acht Bähnler zusammengetan, um sich – gut vorstellbar als Ausgleich zu ihrem schweren Job und den damals herrschenden rauen Bedingungen des Ersten Weltkriegs – in ihrer Freizeit dem Jodelgesang zu widmen. Dieses Jubiläum feiert der Jodlerclub mit einem Konzert am 18. September in der Stadtkirche Brugg.

Seit der Gründung ist viel geschehen. Das ehemalige Doppelquartett wuchs zwischenzeitlich zum stattlichen Jodlerclub, bevor die Konzerttätigkeiten während des Zweiten Weltkriegs völlig stagnierten. An verschiedenen eidgenössischen Jodelfesten nahm der Club ebenso teil wie am dörflichen Vereinsleben. Der aktuelle Präsident des Jodel-Doppelquartetts Brugg, Andreas Vögeli, ist denn auch vor allem dankbar, «dass sich in den 100 Jahren, die seit der Gründung vergangen sind, immer Leute gefunden haben, welche bereit waren am Chare z’riisse, ob als Dirigentin und als Dirigent, als Präsident oder anderweitig.»

Nicht ganz einfache Phase

In seinem Jubiläumsjahr befindet sich der Jodelverein gerade in einer nicht ganz einfachen Phase. Für das Jubiläumskonzert werden die Sänger und Jodler aus Brugg vom Jodlerklub Effingen unterstützt. So hat auch deren Präsident Peter Wiedmer das OK-Präsidium für das Konzert übernommen. Gerade in schwierigeren Situationen sei es für einen solchen Verein wichtig, «auch einmal den Stolz zurückstellen zu können und um Hilfe zu bitten».

In Zukunft sei eine dauerhafte Zusammenarbeit oder sogar ein Zusammenschluss der beiden Vereine sehr gut denkbar. «Aber sein Jubiläum soll das Jodel- Doppelquartett Brugg auf jeden Fall noch als eigenständiger Jodlerclub bestreiten können», so Wiedmer.

Das Programm des Konzerts verspricht dabei eine gute Mischung aus allem, was die Schweizer Volksmusik zu bieten hat. Neben dem gastgebenden Club treten in der Stadtkirche Brugg der Frauenjodelchor Bumbach und die junge Alphornistin Lisa Stoll auf. Das genaue Programm ist noch streng geheim. «Christine Jutz, die ehemalige Wetterfee im Schweizer Fernsehen, wird das Konzert moderieren und jeweils ein, zwei Worte zu den Stücken sagen. Deshalb wollen wir noch nicht zu viel verraten», so OK-Präsident Peter Wiedmer.

Mit den Einnahmen des Konzerts will sich der Club nicht selbst bereichern. Der Reinerlös geht deshalb vollumfänglich ans Kinderheim Brugg. Viel wichtiger als eine volle Vereinskasse sei im Moment sowieso, dass der Nachwuchs nicht fehle.

Es gibt nichts Schöneres

«Ob Jodeln oder Chorsingen – wer Spass am gemeinsamen Musizieren hat und sich gerne in der Gruppe einbringen möchte, kann bei uns mitsingen», so Dirigentin Regula Bütikofer. Für interessierte zukünftige Jodlerinnen und Jodler gibt sie sogar Privatstunden vor den gemeinsamen Proben. Denn, so Präsident Andreas Vögeli im Vorwort zur Festschrift «100 Jahr Jodel-Doppelquartett Brugg», «was gibt es Schöneres als das Gefühl im Bauch, wenn die Harmonie im Chor perfekt stimmt».

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