Für die Fasnacht gilt: Tradition ist Tradition. Trotzdem aber muss nicht Jahr für Jahr alles ganz genau gleich ablaufen. Der neu gegründete Verein Konfettispalter Brugg jedenfalls nimmt mit frischem Elan die eine oder andere Anpassung vor.

Einer der grossen Höhepunkte wird – daran ändert sich indes nichts – der farbenprächtige Umzug sein am Sonntagnachmittag auf der bewährten Route. Erwartet werden 48 Nummern. Der Beginn aber wird leicht vorverlegt auf 13.57 Uhr. Als weitere Neuheit werden die Guggenmusiken schon vor dem Mittag für schräge Töne und fetzige Rhythmen sorgen – und damit für beste Stimmung und Unterhaltung. Ziel sei es, die Besucher frühzeitig nach Brugg zu locken, sagt Thomas Steinhauer, Konfettispalter-Beisitzer und mitverantwortlich für den Umzug. «Wir wollen die Stadt beleben. Es soll etwas laufen in den Strassen. Wir möchten den Besuchern ein tolles Erlebnis bieten. Sie sollen einen Grund haben, beizeiten zu uns zu kommen.»

Das Motto lautet «RigolettoBruggo» – in Anlehnung an die Produktion der Oper Schenkenberg. Auf dem Sujet zu sehen ist ein Hofnarr auf dem markanten Tor vor der Sportanlage Mülimatt. Die Fasnachtsplaketten sind übrigens nur im Vorverkauf und nur solange Vorrat erhältlich, betont Steinhauer.

Die traditionelle Häxered bleibt

Der Startschuss zur Brugger Fasnacht fällt übermorgen Donnerstagabend mit der Eröffnung im Salzhaus. Nach dem VIP-Apéro für die geladenen Gäste steht das Lokal ab 19 Uhr für die breite Bevölkerung offen. Auf den Laternenumzug wird verzichtet, nicht aber auf die traditionelle Häxered. In der Folge geht es nahtlos weiter mit den Schnitzelbänken bei der Värslischmitte unter dem Titel «Älpler-Chilbi» sowie im Laternli der Rrätz-Clique.

Leicht modifiziert wird das Guggen-Open-Air am Freitag, das zum ersten Mal vom FC Brugg organisiert wird, einem der grössten Vereine der Stadt. Es findet nur noch auf einer Bühne beim Eisi-Brunnen statt. Auf diese Weise, sagt Steinhauer, kann ein einziger, grosser Treffpunkt entstehen. «Wir möchten dort optimieren, wo es Sinn macht. Die Fasnacht soll sich – hoffentlich – zum Positiven verändern.» Eine Aussage, die ebenfalls auf den Kindermaskenball am Samstagnachmittag im Salzhaus zutrifft. Gestrichen wird der kleine Umzug im Vorfeld, der den Anlass bisher – räumlich und zeitlich – in die Länge zog.

Auf was freut sich Steinhauer selber besonders? «Auf alles», kommt postwendend die Antwort. «Wir freuen uns auf eine gelungene Fasnacht bei traumhaft schönem Wetter.» Aus Sicht der Organisatoren jedenfalls steht – nach den intensiven Vorbereitungen – einem reibungslosen Grossanlass nichts im Wege. Die nötigen Bewilligungen liegen vor, sagt Steinhauer. «Jetzt müssen nur noch die letzten Details geregelt werden. Aber alles ist im grünen Bereich.»

Verein wurde neu gegründet

In der Vergangenheit war jeweils die Konfettispalterzunft Brugg für die Durchführung der Fasnacht zuständig. Nach 15 Jahren trat im letzten Jahr Zunftmeister Hugo Schmid zurück. Auch Zunftvizemeister André Jaquet sowie Zunftchrämer Bruno von Niederhäusern stellten ihre Ämter zur Verfügung. Die Suche nach Nachfolgern gestaltete sich nicht ganz einfach.

Erarbeitet wurden neue Statuten. Der Verein Konfettispalter Brugg konzentriert sich künftig hauptsächlich auf den Fasnachtsumzug «und alles, was dazu benötigt wird». In den Vorstand gewählt wurden Gaby Lüscher, Ursula von Niederhäusern und Emanuel Heer. Beisitzer und verantwortlich für den Umzug sind Bruno Schuler und Thomas Steinhauer.