Leitsätze
Jetzt wird die Brugger Verwaltung modernisiert

Der Brugger Stadtrat hat seine Leitsätze für 2019—2022 herausgegeben und darin Projektfortschritte definiert.

Claudia Meier
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Barbara Horlacher, Stadtammann Brugg: «Ich freue mich auf diese Heraus-forderungen.»

Barbara Horlacher, Stadtammann Brugg: «Ich freue mich auf diese Heraus-forderungen.»

Michael Hunziker

Für die einen ist es einfach eine farbige Broschüre mit ein paar netten Sätzen, für die anderen ist es das Ergebnis aus zwei Klausuren in der ersten Jahreshälfte 2018 sowie den anschliessenden Diskussionen. Die Rede ist vom zwölfseitigen Büchlein mit dem Titel «Leitsätze des Stadtrates 2019–2022», das den Einwohnerräten letzte Woche zugeschickt sowie gestern auf der Website der Stadt Brugg hochgeladen wurde.

Es ist in Brugg üblich, dass sich die Leitsätze nicht mit der Amtsperiode decken. Vielmehr musste sich der Stadtrat in der neuen Zusammensetzung im ersten Jahr der Amtsperiode 2018–2021 zuerst klar werden, was er in den nächsten vier Jahren erreichen will. Im Gegensatz zu den letzten Leitsätzen sind die neuen etwas konkreter formuliert. Mit anderen Worten: Es steht, ob der Stadtrat ein Projekt prüfen und lancieren oder vorantreiben will.

Natürlich dürften viele Themen wie «Ein Nettovermögen erhalten, um eine ausgeglichene Rechnung bei unverändertem Steuerfuss zu ermöglichen» und «Den Standort des Berufs- und Weiterbildungszentrums sichern» der Bevölkerung schon bekannt sein. Dazu kommen weitere geplante Massnahmen im Hinblick auf die Gemeindefusion mit Schinznach-Bad per Januar 2020 wie «Die bisherigen Aufgaben der Gemeindeverwaltung Schinznach-Bad in die Stadtverwaltung eingliedern, Kontaktmöglichkeiten fördern» und «öV-Verbindungen und andere Mobilitätsmöglichkeiten zwischen Schinznach-Bad und Brugg prüfen». Zudem soll der veraltete Internet-Auftritt der Stadt auf den Fusionszeitpunkt hin erneuert werden.

«Durststrecke von zwei Jahren»

Was mit «Kontaktmöglichkeiten» gemeint ist, kann Stadtammann Barbara Horlacher bei der Präsentation gestern Montag nicht genau sagen. Im Grundsatz gehe es darum, dass sich die Bevölkerung von Schinznach-Bad als Teil von Brugg fühle und die «Durststrecke von zwei Jahren» bis zu den Gesamterneuerungswahlen gut meistert. Zur Erinnerung: Da keine Neuwahlen stattfinden, wird Schinznach-Bad nach der Fusion vorerst weder im Stadtrat noch im Einwohnerrat oder in einer Kommission einen Vertreter haben.

Inhaltlich hat sich der Stadtrat primär zum Ziel gesetzt, «Schlüsselprojekte zielorientiert und konsequent voranzutreiben». Dies gelte insbesondere für Projekte in den Bereichen Stadtentwicklung (Gebiete «Alte Post»/«Annerstrasse» sowie Aufwertung Bahnhofplatz-Neumarkt) und Verkehr (Aufwertung Langsamverkehrsverbindung nach Windisch, Planung Aaresteg Umiken und Umsetzung Massnahmen KGV sowie Verkehrsmanagement Brugg Regio).

Führungsmodell wird überprüft

Im Geschäftsbereich Verwaltung und Behörden sollen die öffentlichen Dienstleistungen der Stadtverwaltung modernisiert und zentralisiert werden. «Wir richten unser Führungsmodell und unsere Verwaltungsorganisation auf künftige Anforderungen aus», heisst ein Leitsatz. Der erste Schritt in diesem Modernisierungsprozess beinhaltet, dass sich der Stadtrat 2019 mit der eigenen Rolle auseinandersetzt. Danach sollen das Führungsmodell überprüft und die nötigen Anpassungen vorgenommen werden. Geplant sind zudem die Einführung der elektronischen Geschäftsführung (Gever) und ein elektronisches Personalmanagementsystem.

Auch im Geschäftsbereich Finanzen will der Stadtrat die Einführung von e-Services und e-Invoicing (elektronische Rechnungsstellung/Zahlmöglichkeit) vorantreiben. In den Bereichen Soziales und Gesundheit soll den Ursachen der starken Kostenentwicklung auf den Grund gegangen werden. Insgesamt steht viel Arbeit an. «Ich freue mich auf diese Herausforderungen», fasst Horlacher zusammen.