Windisch
Jetzt wird der Schacher Sepp sogar ein Filmstar

Mit «De Schacher Sepp» knüpft Regisseur Rico Spring an den ersten «Sepp» von 2005 an, damals noch in der Brugger Hofstatt. Übermorgen Samstag wird in Aarau ein Minifilm gedreht – im Hinblick auf das 11. Aargauische Freilicht-Spektakel 2015.

Elisabeth Feller
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Regisseur Rico Spring (r.) beim letztjährigen Fotoshooting zur Freilichtproduktion «Hinter den sieben Gleisen». (Archiv)

Regisseur Rico Spring (r.) beim letztjährigen Fotoshooting zur Freilichtproduktion «Hinter den sieben Gleisen». (Archiv)

Carolin Frei

«Es ist einfach zum . . .»: Rico Spring, Brugger Theaterautor und Regisseur, lässt den Satz unvollendet. Doch sein Blick zum Himmel verrät: Bitte, lieber Petrus, lass es vom 25. Juli bis zum 23. August nicht ununterbrochen regnen. Aber auch derzeit wäre Spring heilfroh, wenn er mit seinen famosen Laienschauspielerinnen und -schauspielern nicht nur drinnen, sondern auch draussen proben könnte.

Immerhin geht es um die Jubiläumsproduktion – die 10. des Aargauischen Freilicht-Spektakels. Diese wird erneut im stimmigen Ambiente des Königsfelder Parks stattfinden. Danach heisst es Abschied nehmen – zumindest von dieser, vom Publikum heiss geliebten Spielstätte.

Matrosen gesucht

Für «Die französische Seemannsbraut» sucht Regisseur Rico Spring noch Matrosen im Alter von 18 bis 45 Jahren. Wer Statist sein möchte, melde sich bei Rico Spring unter der Telefonnummer 079 684 24 24. Das 10. Aargauische Freilicht-Spektakel findet vom 25. Juli bis 23. August im prachtvollen Ambiente des Königsfelder Parks statt. Reservationen für die Plätze auf der überdachten Tribüne via E-Mail an:
vorverkauf@freilicht-spektakel.ch oder an mail@ticketville.ch. Weitere Informationen im Internet unter www.freilicht-spektakel.ch (AZ)

Filmaufnahmen für 2015

Weshalb? Spring führt den Umbau der Psychiatrischen Dienste (PDAG) an. Bis 2016 hätte der Theatermann pausieren wollen, um dann mit der Inszenierung von «De Schacher Sepp» in den Brugger Schachen zu ziehen.

Aber Spring hat seinen Plan geändert: Es soll keine Kollision mit der Oper Schenkenberg geben, denn diese hat ihre dritte Produktion ebenfalls für 2016 angekündigt.

Wo diese stattfinden wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Jedenfalls wird «De Schacher Sepp» nun vorgezogen und deswegen bereits 2015 in Windisch, etwa 300 Meter vom bisherigen Areal entfernt, hinter dem Schulhaus, aufgeführt.

Damit knüpft Spring an die erste – erfolgreiche – Schacher-Sepp-Inszenierung im Jahr 2005 an, damals noch in der Brugger Hofstatt. Wenngleich die 10. Produktion – «Es ist diesmal eine leicht frivole, französische Komödie mit vielen Verwechslungen» – seit Monaten Vorrang geniesst, steckt Rico Spring schon in den Vorbereitungen zum «Schacher Sepp».

Am nächsten Samstag gibt es dazu Filmaufnahmen in Aarau. Das verstehe noch einer . . . «Die Sache ist aber ganz einfach», sagt Rico Spring lachend, «wir drehen einen rund zweiminütigen Film mit den Hauptprotagonisten Sepp und Beinlichrömer.

Bevor das diesjährige «Seemannsbraut»-Publikum die Vorstellung verlässt, wird es den Kurzfilm zu sehen bekommen.» Was? «Es gibt Dispute zwischen Sepp und Beinlichrömer, aber auch mit mir. Damit wollen wir das Publikum auf unsere nächste, wieder ernstere Inszenierung einstimmen.

Und: Wir wollen über den neuen Spielort informieren.» Deswegen wird Rico Spring am Samstag mit einem speziellen Leichenwagen, einer Kutsche, die schon im Amphitheater Windisch zum Einsatz kam, nach Aarau zu den Filmarbeiten fahren.

Schacher Sepp und Beinlichrömer werden sich in einer Halle der ColorLine in ihre Kostüme werfen und sich ebendort auch schminken lassen.

Man stelle sich bloss vor, was passierte, wenn Passanten zuvor den Beinlichrömer als leibhaftigen Tod hinter dem Steuer des Leichenwagens erblickt hätten? Spring schüttelt den Kopf: Nicht auszudenken.

Hälfte der Plätze schon verkauft

Anzudenken ist hingegen der Erfolg der Jubiläumsproduktion. «Den letztjährigen Erfolg mit dem 100 000. Besucher können wir nicht mehr toppen; wir haben auch drei Vorstellungen weniger als 2013», sagt Spring. Doch «ab 5600 Zuschauern bin ich sehr zufrieden», so der Theatermann und verweist auf die Tribüne mit 400 Plätzen.

50 Prozent davon sind seit Vorverkaufsbeginn am vergangenen Dienstag verkauft – und das stimmt Rico Spring optimistisch. Das ist er im Hinblick auf dringend benötigte Statisten für «Die französische Seemannsbraut» nicht so sehr (siehe Box).

«Es fehlen uns Matrosen.» Weshalb ist das so? «Vielleicht möchten sich viele Menschen heutzutage gar nicht mehr längerfristig an ein Projekt binden», mutmasst Rico Spring, «dabei müssen unsere Matrosen-Statisten gar nicht einmal jeden Abend auftreten.»