In nächster Zeit diskutiert der Brugger Stadtrat, wie hoch das Rücktrittsgehalt für den scheidenden Stadtammann Daniel Moser ausfallen soll. Der ehemalige Swiss-Pilot ist 58 Jahre alt und stand dem Prophetenstädtchen mit seinen 11'000 Einwohnern wie von Anfang an kommuniziert während acht Jahren als Ammann vor. Als Kapitalabfindung könnte das Stadtoberhaupt erstmals bis zu einem ganzen Jahressalär bekommen.

Als Mosers Vorgänger Rolf Alder Ende 2009 nach zwanzig Amtsjahren als erster vollamtlicher Brugger Stadtammann zurücktrat, bezog dieser eine Jahresbesoldung von 221'300 Franken. Die Kapitalabfindung bei einem freiwilligen Rücktritt lag damals bei maximal 50 Prozent des zuletzt bezogenen Jahressalärs. Rolf Alder habe nach 20 Jahren das Maximum, also 110'650 Franken, als Rücktrittsgehalt bekommen, bestätigt Stadtschreiber Yvonne Brescianini auf Nachfrage.

Vollamt gab mehr zu reden als Geld

Auf Einreichen eines Vorstosses des damaligen FDP-Einwohnerrats und heutigen Stadtrats, Reto Wettstein, wurde 2008 im Stadtparlament das «Reglement über die Tätigkeit, die Besoldung und das Rücktrittgehalt des Gemeindeammanns» angepasst.

Zu reden gab damals nicht etwa das Rücktrittsgehalt, sondern vor allem die Frage, ob das Gemeindeammann-Amt weiterhin zwingend ein 100%-Pensum sein soll oder auch im Teilzeitpensum ausgeübt werden könnte, was das Kandidatenfeld eher vergrössern würde.

Schliesslich entschied der Brugger Einwohnerrat, dass das Stadtoberhaupt seine Tätigkeit grundsätzlich mit einem Pensum von 100% ausüben soll. Einzig bei der zusätzlichen Ausübung aufwendiger Mandate habe eine Reduktion des Pensums auf minimal 80% zu erfolgen.

Im erwähnten Reglement wurde auch das Rücktrittsgehalt neu geregelt. Die Kapitalabfindung bei freiwilligem Rücktritt oder Verzicht auf eine Wiederwahl beträgt jetzt höchstens 100% der zuletzt bezogenen Jahresbesoldung inklusive Teuerung und wird vom Stadtrat mit Zustimmung der Finanzkommission festgesetzt.

«Dabei seien alle Umstände des Einzelfalls, wie Alter, Dienstjahre, Beruf und neues Einkommen des Zurücktretenden angemessen zu berücksichtigen», heisst es im Reglement.

Stadträte behalten Sitzungsgelder

Die Besoldung des Ammanns liegt seit Einführung des Vollamts um 10% höher als das ordentliche Maximum der Klasse 20 des Personalreglements. Dieses Maximum habe sich per 1. Januar 2016 (Inkrafttreten des revidierten Personalreglements) mit der Integration des früheren Krankenkassenbeitrags in die Besoldungsskala um den Betrag von maximal 2000 Franken pro Jahr erhöht, erklärt Stadtschreiber Brescianini.

Das ist auch der Grund, weshalb der aktuelle Jahreslohn von Stadtammann Daniel Moser von gerundet 223'500 Franken um gut 2000 Franken über dem seines Vorgängers liegt.

Sowohl Alder wie Moser haben gemäss Reglement ihre Einkünfte aus Mandaten an die Finanzverwaltung der Stadt Brugg weiter geleitet. So fliesse also auch die Jahresentschädigung von 2000 Franken aus Mosers einzigem Verwaltungsratsmandat – bei der Campussaal Immobilien AG – an die Stadt, betont Brescianini. Vorgänger Rolf Alder sei gemäss ihrem Wissensstand in keinem Verwaltungsrat vertreten gewesen.

Sitzungsgelder hingegen verbleiben gemäss aktuellem Reglement beim Sitzungsteilnehmer, wandern hier also zusätzlich ins Portemonnaie des Stadtammanns. Auf die Frage, wie viel dieser Betrag pro Jahr ausmacht, geht Brescianini nicht ein.

Auch zu einer möglichen Kapitalabfindung an Daniel Moser von maximal 223 500 Franken ist ihr keine Auskunft möglich, weil die Diskussion darüber noch nicht stattgefunden hat.

In Bearbeitung ist hingegen eine Vorlage über die Entschädigung des Stadtrats für die Amtsperiode 2018–21, die dem Brugger Einwohnerrat voraussichtlich an der Sitzung vom 23. Juni vorgelegt werden soll. «Details dazu sind noch nicht definiert», erwähnt Stadtschreiber Brescianini.