Region Brugg
Jetzt purzeln die Preise für Badeferien im Euro-Raum

Wer will schon nicht günstiger in die Ferien? Der aktuelle Euro-Kurs bringt Reisebüros dazu, ihre Preise ebenfalls zu senken, damit sie konkurrenzfähig bleiben. Lokale Anbieter aus der Region Brugg erklären, was bei ihnen möglich ist.

Janine Müller
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Die Wirtschaft ist ob des tiefen Eurokurses geschockt, viele Konsumenten hingegen – die Schweizer jedenfalls – freuts. Ihnen winken beispielsweise günstigere Ferien im Ausland. Etliche Reisebüros geben die tieferen Preise weiter. Zwischen 10 und 20 Prozent weniger kosten beispielsweise Badeferien im Euro-Raum.

Auch Reisebüros in der Region Brugg bieten ihre Reisen günstiger an. Das Team von Island Tours hat seit dem Euro-Crash alle Hände voll zu tun. Die Umstellung bedeutet einen riesigen Mehraufwand für das Geschäft. Die Preise in Schweizer Franken müssen angepasst werden. Die Anfragen nehmen zu, die Beratungsgespräche dauern länger. «Die Kunden schauen jetzt noch viel genauer auf den Preis», sagt Sandra Röthenmund, Geschäftsführerin von Island Tours. Und: «Der Preis ist bei den Beratungsgesprächen sofort ein Thema.»

Bereits jetzt mehr Buchungen

Geschadet hat die Aufhebung des Mindestkurses dem Unternehmen jedoch nicht. «Wir betreiben auch eine Filiale in Deutschland und bieten daher sowieso alle Angebote in Euro an», sagt Sandra Röthenmund. «Das ist für uns ein Riesenglück.» Die Zugriffe auf die deutsche Website hätten denn auch in den letzten Tagen stark zugenommen. 10 bis 15 Prozent weniger kosten die Reisen. Die Kunden von Island Tours können ihre Ferien gleich per Euro begleichen.

Doch nicht jede Leistung ist automatisch günstiger. «Flüge aus der Schweiz können wir nicht für weniger Geld geben», erklärt Sandra Röthenmund. Trotzdem: Sie hofft, dass die tieferen Preise auch eine Chance sind, mehr Aufmerksamkeit zu erhalten. Gebucht werde jetzt definitiv häufiger als auch schon. «Ob es jetzt an den tieferen Preisen liegt oder daran, dass Island und der Norden sowieso Trend-Destinationen sind, kann ich aber nicht sagen», fährt sie fort.

Christina Gloor von Christina Gloor Reisen in Brugg kann die Rabatte ebenfalls weitergeben, da sie die Leistungen bei anderen Reiseunternehmen einkauft. Das gelte aber natürlich nur für Kunden, die jetzt buchen.

Rückwirkend Rabatt geht nicht

Sie hat in den letzten Tagen auch anderes erlebt: Kaum sei der Eurokurs gesunken, habe sie E-Mails von Kunden bekommen, die Anfang Januar eine Reise gebucht haben. «Diese wollten, dass ich ihnen rückwirkend noch Rabatt gebe. Das geht natürlich nicht», sagt Christina Gloor. «Das kann man im Schuhladen ja auch nicht machen.» Natürlich sei es ärgerlich für die Kunden, aber vorhersehbar sei dieser Kurswechsel ja nicht gewesen, ergänzt sie.

Weniger betroffen vom Euro-Kurs ist das Windischer Reisebüro Knecht Reisen, jedenfalls was die Eigenleistungen angeht (Reisen nach Südamerika, Südafrika oder Australien). «Ansonsten können wir bei vermittelten Badeferien in Europa auch Rabatte von 15 bis 20 Prozent weitergeben, damit wir konkurrenzfähig bleiben», sagt Marcel Gehring. Mit Newslettern, Werbung und Radiospots versucht das Reisebüro zu verhindern, dass die Schweizer Kunden im Ausland ihre Ferien buchen.