Über die Altlastensanierungen der beiden Schiessanlagen in Windisch entscheidet der Einwohnerrat an seiner nächsten Sitzung. Die 300-Meter-Schiessanlage Sohr wurde ab etwa 1911 betrieben. Stillgelegt wurde sie 2008. Inzwischen ist der Kugelfangbereich mit Büschen überwachsen. Die Rede ist von einem künstlich aufgeschütteten Erdwall mit einer Fläche von rund 1200 Quadratmetern.

Bauzeit von 5 bis 6 Wochen

Im Februar 2016 liess die Gemeinde eine Altlasten-Detailuntersuchung durchführen und ein Sanierungsprojekt erarbeiten. Ausgeführt werden sollen die Arbeiten – verläuft alles planmässig – im September dieses Jahres. Je nach Witterung wird mit einer Bauzeit von 5 bis 6 Wochen gerechnet.

Der bleibelastete Kugelfangbereich liegt in der Landwirtschaftszone und ist umgeben von der Schutzzone artenreiche Heuwiese. Der Bereich soll nach der Sanierung wieder ohne Einschränkungen dem Zonenzweck entsprechen, stellt der Gemeinderat in seiner Botschaft an den Einwohnerrat fest.

Der 50-Meter-Kurzdistanz-Schiessstand im gleichen Gebiet ist zwar noch in Betrieb. Eine Sanierung – anschliessend an die Tätigkeiten bei der 300-Meter-Schiessanlage – macht laut Behörde aber Sinn. Beiträge für Sanierungen von Bund und Kanton werden nur noch bis 2020 ausbezahlt. Betrieben wird die Kurzdistanz-Schiessanlage durch die Schiesssportgesellschaft Brugg-Windisch. 2014 wurde der Erdwall instand gesetzt. «Im Wissen um einen befristeten Betriebszustand haben die Betreiber in dieser Zeit eine elektronische Trefferanzeigeanlage eingebaut», führt der Gemeinderat aus. Nach Rücksprache mit der Schiesssportgesellschaft sei es dennoch möglich, die anstehende Sanierung des Kugelfangs leicht vorzuziehen.

Kanton begrüsst Sanierung

Vorgesehen sind die Arbeiten 2018. In diesem Jahr werden die notwendigen Untersuchungen vorgenommen, die Gespräche mit den Grundeigentümern geführt sowie die notwendigen Bewilligungen eingeholt. Begrüsst werde eine Sanierung dieser Altlast im Zusammenhang mit der Sanierung des 300-Meter-Stands auch seitens des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt, so der Gemeinderat.

Bei der 300-Meter-Schiessanlage wird mit Sanierungskosten von knapp 518 000 Franken gerechnet, beim kleineren 50-Meter-Stand mit 100 000 Franken. Die Gesamtkosten für die Altlastensanierungen müssen übrigens von der Einwohnergemeinde vollständig vorfinanziert werden. Die Beiträge von Bund und Kanton werden nach Erhalt der Abrechnungen ausbezahlt.

Einwohnerrat Mittwoch, 14. Juni und 21. Juni, 19 Uhr, Gemeindesaal, Gemeindehaus 8. Stock.