Riniken
Jetzt heisst es in Riniken: «Brugg, bitte kommen»

Die Feuerwehr von Riniken ist nur noch Geschichte. Mit einem gemütlichen Abend wurde sie verabschiedet. Dabei waren auch Mitglieder der Feuerwehrkommission Brugg sowie Vizeammann Martin Wehrli und Stadträtin Dorina Jerosch.

Arthur Dietiker
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Als Erinnerung erhielt der letzte Riniker Feuerwehrkommandant, Martin Rey (r.) von Gemeinderat Ueli Müller ein Feuerwehrsackmesser. adr

Als Erinnerung erhielt der letzte Riniker Feuerwehrkommandant, Martin Rey (r.) von Gemeinderat Ueli Müller ein Feuerwehrsackmesser. adr

Seit 1998 wurde in Riniken immer wieder darüber diskutiert, ob und mit welchem Nachbar die Dorffeuerwehr fusionieren soll. Zuerst war Umiken, dann Remigen und später waren die fünf Geissberggemeinden im Gespräch. Zum «Finale» kam es dann per 1. Januar 2011 mit der Feuerwehr der Stadt Brugg. Inzwischen wurde das Riniker Feuerwehrmaterial bereits verkauft. Das Tanklöschfahrzeug nach Aefligen BE, das Pikettfahrzeug nach Villnachern.

Ins Geschichtsbuch verabschiedet

Am Freitagabend wurde nun auch die Feuerwehr Riniken selber im Rahmen eines gemütlichen Abends endgültig «ins Geschichtsbuch verabschiedet». Dabei waren auch Mitglieder der Feuerwehrkommission Brugg sowie Vizeammann Martin Wehrli und Stadträtin Dorina Jerosch. Gemeindeammann Ernst Obrist und Gemeinderat Ueli Müller hiessen zum denkwürdigen Anlass willkommen.

Zuerst gab es ein feines Nachtessen. Dann von Martin Rey, dem letzten Kommandanten, einen interessanten Rückblick auf die Geschichte der Feuerwehr Riniken, als deren «Geburtsdatum» man das Jahr 1803 bezeichnen darf. Denn hier wird erstmals in den Geschichtsbüchern die Gründung eines Feuerrodels erwähnt.

Schon drei Jahre später hat Riniken mit Umiken eine Spritze angeschafft. Und die Zeit brachte immer neue Veränderungen und Fortschritte. So erfuhr man zum Beispiel aus Martin Reys Recherchen, dass in Riniken 1898 ein Hydrantennetz gebaut, 1974 ein Kleintanklöschfahrzeug, 1987 das Tanklöschfahrzeug «Bruno» und 1997 das Pikettfahrzeug «Silvia» gekauft worden war.

Feuerwehr war auch Wasserwehr

Martin Rey erwähnte in seinem Resümee auch die unterschiedlichsten Einsätze, zu denen die Feuerwehr Riniken gerufen wurde. Und, man glaubt es kaum, «obwohl wir in den Bergen leben» (Rey) «fast als Hauptaufgabe musste die Riniker Feuerwehr als Wasserwehr ausrücken, um geflutete Keller auszupumpen. Abschliessend bedankte sich der letzte Kommandant bei der Feuerwehr Brugg, «die immer zur Stelle war, wenn man sie rief», sowie beim Riniker Gemeinderat für die Unterstützung in all den Belangen der Feuerwehr. Sein Dank galt nicht zuletzt «allen aus dem Dorf, die mit ihrem Einsatz aktiv mithalfen, die Feuerwehr Riniken bis zur Fusion mit der Feuerwehr Brugg aufrecht zu erhalten. Zum krönenden Abschluss des in allen Teilen gelungenen Abschlussabends gab es im Zentrum Lee ein ganz spezielles «Feuerwehrmenü» für die Lachmuskeln, aufgetischt von Kabarettist Edgar Zimmermann.

Im letzten Jahr der Eigenständigkeit leisteten in der Feuerwehr Riniken 50 Leute Dienst. Davon ist sind per 1.Januar 21Personen der Feuerwehr Brugg beigetreten. Knapp die Hälfte der aufgelösten Truppe ist dem Feuerwehr-Handwerk somit treu geblieben.