Mülligen

Jetzt gilts ernst für Materialabbauzone «Lindenacher-Ost»

Die Holcim Kies und Beton AG möchte den Kiesabbau erweitern, weil die heutigen Reserven bald erschöpft sind. mhu

Die Holcim Kies und Beton AG möchte den Kiesabbau erweitern, weil die heutigen Reserven bald erschöpft sind. mhu

Die Gemeindeversammlung entscheidet – zum zweiten Mal – über das Gebiet «Lindenacher-Ost», Holcim Kies und Beton eine Erweiterung des Kiesabbaus plant.

Jährlich netto 670 000 Franken soll Mülligen erhalten für den geplanten Kiesabbau der Holcim Kies und Beton AG. Nach intensiven Verhandlungen ist sich das Unternehmen einig geworden mit der Arbeitsgruppe Lindenacher-Ost über die Entschädigung für die Unannehmlichkeiten wie Staub, Lärm, Verkehr oder Beeinträchtigung der Landschaft.

Durch die neue Vereinbarung gewinnt die Gemeinde an finanzieller Handlungsfähigkeit, führt der Gemeinderat aus und nennt die Stichworte Schuldenabbau und Investitionen.

In einem nächsten Schritt hat die Gemeindeversammlung übermorgen Freitagabend zu entscheiden über die Teiländerung des Nutzungsplans für die Materialabbauzone, die Änderung der Bau- und Nutzungsordnung sowie den Dienstbarkeitsvertrag. Gleichzeitig mit der Teiländerung des Nutzungsplans beantragt die Largovia Polo AG auch die Nutzung für den Polosport. Solcher wird schon heute regelmässig betrieben nördlich des Flugplatzes Birrfeld. Allerdings läuft die befristete Betriebsbewilligung Ende dieses Jahres aus.

Preis pro Kubikmeter angehoben

Erweitern möchte die Holcim Kies und Beton AG den Kiesabbau auf dem rund 22 Hektaren grossen Areal «Lindenacher-Ost», weil die Reserven im heutigen Gebiet «Eichrüteli» bald erschöpft sind. Abgebaut werden sollen insgesamt 5,4 Mio. Kubikmeter Kies während voraussichtlich 15 Jahren. Nach dem Abbau wird die Kiesgrube mit unverschmutztem Aushubmaterial aufgefüllt und rekultiviert.

Im November 2018 wies die Gemeindeversammlung das Geschäft an den Gemeinderat zurück mit dem Auftrag, bessere Bedingungen auszuhandeln mit der Holcim Kies und Beton AG. Die Arbeitsgruppe Lindenacher-Ost erhielt vom Gemeinderat das Mandat, die Verhandlungen zu führen. Geeinigt haben sich die Partner auf ein «einfaches und direktes» Abrechnungssystem sowie auf eine Gesamtsumme. Der ursprünglich vorgesehene Preis pro Kubikmeter konnte um 20 Prozent angehoben werden.

Sonst bleibt die Lage angespannt

Nach dem Nutzungsplanungsverfahren wird in einem weiteren Schritt das Baubewilligungsverfahren folgen. Ein Bestandteil ist die Umweltverträglichkeitsprüfung mit den Schwerpunkten: Umwelt, Verkehr, Grundwasserschutz sowie Landwirtschaft und Fruchtfolgeflächen. Künftig soll der gesamte Werkverkehr ab der Erschliessung des neuen Abbaugebiets «Lindenacher-Ost» südwestlich der Autobahn A3 über die bestehende Brücke in das Kieswerk Holcim geführt werden. Diese neue Erschliessung ist in einem separaten Verfahren zu genehmigen, hält der Gemeinderat fest. Die Verlegung der Ein- und Ausfahrt in die Kiesgrube sei eine unabdingbare Voraussetzung für die Realisierung des Projekts, denn: «Mit der gewählten Erschliessung wird das gesamte Dorf und insbesondere die Liegenschaften entlang der Birrfeldstrasse von den Auswirkungen des Werkverkehrs entlastet. Auch die Verkehrssicherheit für den Langsamverkehr kann mit der neuen Erschliessungslösung auf der kantonalen Radroute verbessert werden.»

Mit einer Ablehnung des Geschäfts bleibt die finanzielle Lage vorläufig angespannt und es drängen sich mittelfristig finanzielle Mehrbelastungen auf, hebt der Gemeinderat hervor.

Gemeindeversammlung Freitag, 14. Juni, 19.30 Uhr, Mehrzweckhalle.

Verwandte Themen:

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

Meistgesehen

Artboard 1