Brugg

Jetzt gilts ernst: Brugg Cables spricht Kündigungen aus

Blick in die Halle der Brugg Cables: Am Standort Brugg werden in allen Bereichen bis Ende Jahr insgesamt rund 60 Stellen abgebaut. Michael Hunziker

Blick in die Halle der Brugg Cables: Am Standort Brugg werden in allen Bereichen bis Ende Jahr insgesamt rund 60 Stellen abgebaut. Michael Hunziker

Traditionsfirma will angekündigten Stellenabbau bis Ende Jahr umsetzen – Kurzarbeit bleibt eine weitere Option.

Viel Konkurrenz und grosser Preiskampf: Die Auftragslage im Energiesektor ist alles andere als rosig. Aus diesem Grund sieht sich die Traditionsfirma Brugg Cables zu einer drastischen Kurskorrektur gezwungen und baut bis Ende Jahr weltweit 90 Stellen ab (die az berichtete). Am Hauptsitz in Brugg sind 60 Angestellte von dieser Massnahme betroffen. Sie wurden bis Ende August informiert. Von dieser Sparrunde sind sämtliche Abteilungen betroffen – von der Administration bis zur Produktion. Mediensprecherin Doris Haller spricht von einer schwierigen Situation für das Unternehmen: «Jeder Bereich opfert, was geht.» Sie ergänzt: «Alle sind sich der Wichtigkeit der starken lokalen Verankerung durchaus bewusst.»

Ein Grossteil des Stellenabbaus wird durch Kündigungen realisiert. «20 Prozent der Reduktion erfolgen durch natürliche Fluktuation. Vorzeitige Pensionierungen sind nur in wenigen Ausnahmefällen vorgesehen», erklärt Haller weiter. Im Fall einer Kündigung kommt ein Sozialplan zum Zug, der sich an der Anzahl Dienstjahre orientiert.

Brugg Drahtseil AG wird gestärkt

Mit dem Restrukturierungsplan wird neben dem erwähnten Stellenabbau die Gesamtorganisation schlanker gemacht. Will heissen: Per 1. Oktober wird die Brugg Cables Schweiz nicht mehr als eigenständige Marktorganisation geführt. Die Mitarbeitenden werden neu in die Brugg Cables integriert. Als rechtliche Einheit bleibe die Brugg Kabel AG unverändert, so Haller. Zusätzlich wird die bisher eigenständige Firma Brugg Cables Industry AG, die das Segment der Industriekabellösungen betreut, per 1. Januar 2017 in die Brugg Kabel AG integriert. Für die Kunden der beiden Firmen Brugg Kabel AG und Brugg Cables Industry AG sei gewährleistet, dass alle Aufträge in der gewohnten Zuverlässigkeit und Qualität erfüllt werden, betont die Mediensprecherin.

Einzig der Bereich Belt wird – unter anderem aufgrund zahlreicher Synergien sowie grosser Nachfrage – vom ansonsten unveränderten Portfolio der Brugg Cables herausgenommen und in einer neuen Business Unit Brugg Lifting im Seilbereich integriert. «Mit dieser Massnahme werden 60 Mitarbeitende der Brugg Cables in die Firma Brugg Drahtseil AG in Birr übertreten. Davon betroffen sind 20 Mitarbeitende am Standort Brugg sowie 40 Mitarbeitende mit Standort in China», erklärt Haller. Die Verschiebung dieser 20 Arbeitsplätze von Brugg nach Birr erfolge schrittweise nach der Fusion am 1. Januar 2017.

Zurück zu Brugg Cables: Es gehört zu ihren Standardaufgaben, dass die Wirtschaftlichkeit des Betriebs laufend überprüft und die Mittel am richtigen Ort sinnvoll eingesetzt werden. Haller präzisiert: «Darunter fallen auch Entscheide über den passenden Zeitpunkt für Investitionen.» Der Innovationskraft will das Unternehmen hingegen auch weiterhin «einen sehr hohen Stellenwert» beimessen.

Nach diesen Restrukturierungen beschäftigt Brugg Cable weltweit noch 560 Mitarbeitende – davon 400 auf dem Platz Brugg. Als weitere Sparmassnahme wäre Kurzarbeit möglich. Aktuell hat Brugg Cables allerdings keine angemeldet. Für die Firma stellt die Kurzarbeit im Grundsatz aber ein gutes Instrument dar, um temporär die Personalkosten und somit die Produktionskapazität zu verringern und gleichzeitig den Verlust von qualifizierten Mitarbeitern möglichst zu vermeiden.

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