Birr/Birrhard
Jetzt geht es in Sachen Gemeinde Birr an die Detailarbeit

Birr und Birrhard heiraten; Lupfig und Scherz prüfen erst, ob sie das auch wagen wollen. An dem Tag, als der Fusionsvertrag zwischen Birr und Birrhard präsentiert wurde, gaben Lupfig und Scherz bekannt, dass sie «Vorabklärungen» für eine Ehe treffen.

Elisabeth Feller
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Freude bei Markus Büttikofer, Gemeindeammann Birr (l.), Ursula Berger, Gemeindeammann Birrhard, und Mediator Markus Leimbacher. EF.

Freude bei Markus Büttikofer, Gemeindeammann Birr (l.), Ursula Berger, Gemeindeammann Birrhard, und Mediator Markus Leimbacher. EF.

Im Moment stehen jedoch die beiden Bs im Vordergrund. An einer Veranstaltung der Facharbeitsgruppen Zusammenschluss rollten Markus Leimbacher, Projektleitung; Markus Büttikofer, Gemeindeammann Birr und Ursula Berger, Gemeindeammann Birrhard, auf, was im Juni 2009 mit einem Paukenschlag begonnen hatte: Damals hatte der Souverän an den Gemeindeversammlungen dem Gemeinderat den Auftrag erteilt, mit dem Projekt «Zusammenschluss Birr/Birrhard» (Zubi), die Zukunft der beiden Gemeinden anzugehen.

Grösseres Gewicht im Kanton

Danach begann eine langwierige Arbeit, weil der Teufel im Detail steckte. Es gab Projektarbeiten, Klausurtagungen, Schlussberichte – und den jetzt vorliegenden Zusammenschluss-Vertrag. Bis «zum letzten Pflasterstein können wir die neue Gemeinde Birr aber nicht schildern», betonte Leimbacher. Schildern lassen sich hingegen die Vorteile für die beiden Gemeinden, etwa eine bessere und fachlich kompetentere Regelung der Stellvertretungen; ein grösseres Gewicht in der Region und im Kanton sowie ein grösserer Gestaltungsspielraum in der Raumplanung. Weitere positive Punkte: Erhalt und Stärkung des Vereinslebens durch gemeinsame Aktivitäten sowie Erhalt der bisherigen Infrastrukturen für die Vereine.

Eine Fusion ist nicht gratis. Der Kantonsbeitrag beläuft sich (aufgrund der Rechnungen 2011) auf 3,259 Millionen Franken; zusätzlich gibt es eine, derzeit jedoch nicht bezifferbare Finanzausgleichsgarantie.

Nun geht es Schlag auf Schlag weiter: Am 19. Januar 2013 gibt es eine Ausstellung aller Fusionsdokumente, auf dem Flugplatz Birrfeld; am 23. Januar finden in beiden Gemeinden Orientierungsversammlungen und am 8. März ausserordentliche Gemeindeversammlungen statt. Die Urnenabstimmungen erfolgen am 12. Mai 2013, danach Beschluss des Grosses Rates. Wo denn die Risiken der Abstimmungen lägen, wollte ein Besucher wissen. «Nicht auf der sachlichen, sondern auf der emotionalen Ebene», sagte Leimbacher. Als «Knackpunkt» für Birrhard führte Ursula Berger Ängste an: «Als kleine Gemeinde haben manche Angst, dass wir nicht mehr wahrgenommen werden.» Büttikofer nickte, als seine Amtskollegin aufrief: «Wir müssen noch Überzeugungsarbeit leisten.»