Zusammenschluss
Jetzt entscheiden die Einwohner: Umfrage zu Namen und Wappen möglicher Fusions-Gemeinde

Welchen Namen trägt die mögliche neue Gemeinde? Wie sieht das Wappen aus? Zu diesen Fragen können sich jetzt die Einwohnerinnen und Einwohner von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen äussern.

Michael Hunziker
Merken
Drucken
Teilen
Umfrage zu möglicher Fusion von Bözen/Effingen/Elfingen/Hornussen
8 Bilder
... Böztal...
... Oberes Fricktal...
... und Unterberg.
Dieser Wappenvorschlag zeigt über drei Hügeln eine Traube, begleitet von vier Sternen. Die Traube weist auf den Rebbau hin, der den BEEH-Gemeinden gemeinsam ist. Der Dreiberg symbolisiert das von Hügeln umgebene Tal, und die vier Sterne symbolisieren die vier Gemeinden.
Dieses Wappen ist gestalterisch identisch mit dem ersten Vorschlag. Einzig die Farben wurden so angepasst, dass sich Traube und Hügel natürlich präsentieren.
Dieses Wappen zeigt über vier Hügeln einen Ammoniten. Das Wappen nimmt gemäss Beschrieb im BEEH-Bulletin in seiner Symbolik Bezug auf das Landschaftsbild des Juras. Die vier Hügel weisen im Sinne einer Zählfunktion auf Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen hin.
Dieser Wappenvorschlag nimmt die gleiche grundlegende Symbolik auf: Ammonit und Hügellandschaft. Der Ammonit ist um 90 Grad gedreht, um Platz zu schaffen für die vier Sterne, die hier die Zählfunktion der beteiligten Gemeinden übernehmen.

Umfrage zu möglicher Fusion von Bözen/Effingen/Elfingen/Hornussen

Peter Siegrist, Montage: AZ

Im Rahmen der Zusammenschlussabklärungen von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen (BEEH) wird als weiterer Meilenstein eine Umfrage lanciert. Das entsprechende Bulletin wird in diesen Tagen verschickt.

Zur Auswahl stehen vier Wappen- und genauso viele Namensvorschläge: Rebthal, Oberes Fricktal, Unterberg sowie Böztal. Sämtliche Vorschläge wurden übrigens bereits vom Bundesamt für Landestopografie geprüft und für wählbar befunden.

Auch Kurioses war darunter

Zu Beginn habe man sich allerlei Namen einfallen lassen, blickt Philipp Wirz zurück, der Leiter der zuständigen Arbeitsgruppe. Die Mitglieder seien ebenfalls angehalten gewesen, in den Gemeinden nach Vorschlägen zu suchen. «So haben wir am Schluss insgesamt gegen 80 Namen zusammengetragen.» Unter diesen, räumt Wirz ein, seien auch kuriose und verrückte gewesen. Die Arbeitsgruppe sei im ersten Schritt aber bewusst sehr offen gewesen. Erst im Anschluss sei es ans Entscheiden und Streichen der undenkbaren Namen gegangen.

Auch bei den Wappen wurde überlegt, welches die verbindenden Elemente der vier Dörfer sind. Neben Landwirtschaft, Weinbau und geologischer Lage ist die Arbeitsgruppe auf das Symbol des Ammoniten gestossen. Dieser könne, führt Wirz aus, in allen Gemeinden gefunden werden und stelle den Bezug zur Juralandschaft her. Zudem habe das Sujet Ausschliesslichkeitscharakter, sei also nicht andernorts bereits vorhanden.

Spärliche Teilnahme im Zurzibiet

Vom 28. Mai bis 19. August konnten die Bewohner des Fusionsprojekts Rheintal+ im Zurzibiet über Wappen und Name einer allfällig fusionierten Gemeinde abstimmen. Die Teilnahmequote war gering, wie der Leiter der Arbeitsgruppe, Adrian Thoma, erklärt: «Betrachtet man die Einwohnerzahl der zehn Gemeinden (...) werden wohl kaum mehr als fünf Prozent der Bevölkerung an der Umfrage teilgenommen haben.»

Bewusst neue Symbole gewählt

Bei den Wappen erhielt die Arbeitsgruppe Unterstützung durch den Heraldiker Rolf Kälin, konnte profitieren von dessen Erfahrung und Fachwissen. In einem ersten Durchgang nahm die Arbeitsgruppe aus 15 Entwürfen eine Vorselektion vor. Im Plenum fiel schliesslich Schritt für Schritt der Entscheid für die nun vorliegenden Vorschläge.

Im aktuellen BEEH-Bulletin erklärt Heraldiker Kälin, warum die Wappenvorschläge keinerlei Verbindung haben zu den bisherigen Gemeindewappen von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen. «Eine Kumulierung der bisherigen Symbole im neuen Wappenschild ist deshalb verworfen worden, weil die vier Gemeindewappen als Ortswappen erhalten bleiben», führt er aus und ergänzt: «Bei einer Beflaggung mit den vier Ortswappen und dem neuen Gemeindewappen erscheinen somit keine Symbole doppelt.» Mit der neuen Farbkombination werde ebenfalls eine klare Abgrenzung zu den bisherigen Gemeindewappen geschaffen.

Sprechen sich die Stimmberechtigten für einen Zusammenschluss aus, bleiben sowohl die heutigen Gemeindenamen als auch die Wappen bestehen. Die ehemaligen Gemeindenamen werden zu Ortsnamen, die Gemeindewappen zu Ortswappen. «Die Zugehörigkeit zur neuen Gemeinde wird vor allem in amtlichen Dokumenten wie Ausweisen, Identitätskarten oder Heimatscheinen ersichtlich», heisst es im BEEH-Bulletin. Die Postanschriften behalten ihre Gültigkeit und auf den Ortseingangsschildern stehen nach wie vor die jeweiligen Ortsnamen Bözen, Effingen, Elfingen oder Hornussen. An der Umfrage zu Namen und Wappen einer allfällig neuen Gemeinde teilnehmen können die Einwohnerinnen und Einwohner ab Jahrgang 2002. Einsendeschluss ist der 10. September.

Abstimmung ist 2019 möglich

Rückblick: Der Kick-off für das Projekt BEEH fand im Januar dieses Jahres in Elfingen statt. Die acht Arbeitsgruppen mit den gegen 100 freiwillig Mitwirkenden aus den vier Gemeinden nahmen ihre Tätigkeit im Februar auf. In den Workshops wurden folgende Schwerpunktthemen behandelt: Behörden/Verwaltung, Gemeindeordnung; Raumordnung, Bau- und Nutzungsordnung (BNO); Schulwesen, Standorte/Organisation; Finanzen, Liegenschaften; Energie, Wasser/Abwasser, Werkhof; Ortsbürgergemeinden, Forst/Landwirtschaft; Jugend/Alter, Gesundheit/Spitex; Name, Wappen, Ortsteile, Postadresse, Vereine/Kultur.

Im Juni konnte in Effingen der mit Spannung erwartete Finanzbericht vorgelegt und behandelt werden (die AZ berichtete). Der letzte Workshop ist am 13. September geplant. In der Folge wird aus den gewonnenen Erkenntnissen der Schlussbericht erarbeitet und am 17. Januar in Effingen mit einer gemeinsamen Informationsveranstaltung der Bevölkerung präsentiert.

Erwägen die Gemeinderäte von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen eine Fusion, kann ein entsprechender Antrag gegen Ende 2019 zur Abstimmung an den Gemeindeversammlungen der vier Projektgemeinden kommen.