Riniken
Jeder tanzt hier, wie er kann und will

Urs Jaggi führt im Kulturlade spezielle Kurse in Tanztheater, Bewegung und Ausdruck. Was einst ein Dorflädeli und dann ein Blumengeschäft war, ist heute ein Zentrum für Tanz und Kultur.

Brunhilde Mauthe
Merken
Drucken
Teilen
Tanzunterricht im Kulturlade mit dem Lehrer Urs Jaggi. BM

Tanzunterricht im Kulturlade mit dem Lehrer Urs Jaggi. BM

Der drei Jahre alte «Kulturlade» eingangs Riniken ist ein Ort, wo sich der Mensch im Tanz ausdrücken darf, seinen Körper und dessen Möglichkeiten kennen lernen kann. Hier darf er als Individuum im Vordergrund stehen.

Ins Leben gerufen und getauft wurde der Kulturlade 2008 von Silvia Coulin aus Riniken. Vor einem knappen halben Jahr hat Urs Jaggi, diplomierter Tanzlehrer und Informatiker, übernommen.

Auch Platz für Experimente

Mit der Möglichkeit, den ehemaligen Dorfladen zu übernehmen, war für Silvia Coulin ein Traum in Erfüllung gegangen. Die Idee des «Experimentierens» rund um die Themen Tanz, Bewegung und Kultur wurde nach einer dreimonatigen Umbauzeit umgesetzt. Silvia Coulin, bis dahin Lehrerin, wollte in Riniken einen Raum schaffen, wo einerseits die Bewegung und der Ausdruck im Vordergrund standen, wo aber auch Platz für Experimente blieb. Sie bot Kurse an in Körperwahrnehmung, Bewegung, Tanzimprovisation und Theater. Tänzer, Pilates-Fans und Märchenerzählerinnen waren zu Gast. Sie selbst gab und gibt weiterhin Kurse in Qi Gong und in Tanzimprovisation.

Urs Jaggi war schon involviert

Im letzten Herbst kam es zum fliessenden Übergang, indem Urs Jaggi, der schon seit mehr als zwei Jahren mit Tanzkursen für Anfänger und Fortgeschrittene im «Kulturlade» involviert war, diesen übernahm.

Für Silvia Coulin war im Kulturlade das Experiment im Vordergrund gestanden, wo auch Randgruppen und Kulturschaffende einen Platz gefunden hatten. Urs Jaggi sieht den Kulturlade als einen Ort, wo Menschen ein Körperbewusstsein und Freude an der Bewegung entwickeln können. Als diplomierter Tanzlehrer bietet er ein breites Angebot an Kursen und Workshops für Gesellschaftstänze an, wobei er auf kleine Gruppengrössen achtet. «Der Einzelne soll immer im Vordergrund stehen», betont er, «vor allem im Hinblick auf sein Können.»

Jaggi, der zusammen mit seiner Frau Hanna den Wettbewerb als Turniertänzer kennen gelernt hat, möchte im «Kulturlade» auf den Einzelnen eingehen und ihn dort abholen, wo seine Fähigkeiten liegen – ohne dass jemand das Gefühl hat, besser sein zu müssen als andere. Urs Jaggi öffnet seinen Raum auch für andere Leute, die Kurse anbieten wollen. Der seit dem Umbau lichtdurchflutete Raum, der neu eine lange Spiegelwand besitzt, spricht die Benutzer an: Seit Kurzem offeriert Detlef Kappert, Tänzer und Psychotherapeut aus Essen, Deutschland, seine eigens entwickelte Ausbildung «Tanz als Kunst und Therapie» im «Kulturlade» (siehe Kasten). Urs Jaggi lässt sich auch auf Neues ein. So hat er letztes Jahr gemeinsam mit Silvia Coulin eine Modeschau mit einer Tanzchoreografie entwickelt und zusammen mit der Märchenerzählerin Annemarie Euler einen nicht alltäglichen Anlass präsentiert.

Gemütliche Tanzabend:

Pilateskurse, Qi Gong und Klangschalenmeditation gehören zum konstanten Angebot. An einem Sonntag im Monat finden zusätzlich gemütliche Tanzabende statt.