Ein zähes Ringen soll ein – glückliches – Ende finden, das Schloss Wildenstein in Veltheim der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Gemeinderat spricht von einer Chance: Entstehen kann ein kultureller Begegnungsort. Das letzte Wort hat die Gemeindeversammlung. Am Freitag, 7. Juni, entscheidet sie über die Errichtung einer Spezialzone Schloss Wildenstein sowie über eine Reduktion der Spezialzone Rain.

Das Vorhaben hat eine lange Vorgeschichte: 2010 kaufte der Suhrer Unternehmer Samuel Wehrli das südlich des Dorfkerns gelegene Schloss mit dem Ziel, die Anlage zu sanieren und umzubauen. Realisiert werden sollen ein Museums- und Ausstellungsbereich sowie ein Restaurant – also Platz für Kultur, Kunst, Weiterbildung, Spiel und Genuss.

An Parkplatz schieden sich Geister

Allerdings: Aktuell liegt die Schlossanlage in der Landwirtschaftszone, die vorgesehene Nutzung ist nicht zonenkonform. Mit der Zuweisung in eine Spezialzone sollen deshalb die nötigen bau- und planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Der Verlust an Fruchtfolgeflächen, der durch den geplanten neuen Besucherparkplatz entsteht, soll kompensiert werden durch die Umzonung eines Teils der Spezialzone Rain in die Landwirtschaftszone.    

In einer ersten Vorlage waren die Besucherparkplätze vorgesehen auf einer gemeindeeigenen Parzelle nördlich des Schlosses. Dieser Standort – und die zu erwartenden Verkehrsbelastung – führte zu einer langen und lebhaften Debatte an der Gemeindeversammlung im Juni vor zwei Jahren. Schliesslich wurde das Geschäft zurückgewiesen. Der Gemeinderat erhielt den Auftrag, zwar eine Schlosszone zu errichten, aber einen anderen Parkplatz-Standort zu suchen.

Nach intensiven Verhandlungen konnte zusammen mit verschiedenen Privatpersonen sowie weiteren – kantonalen – Stellen für den Parkplatz eine Lösung gefunden werden am südlichen Ende des Schlosswegs im Dreieck zwischen Wildeggerstrasse und Mühlemattweg. Beansprucht wird eine Fläche von rund 2150 Quadratmetern. Es wurde eine Landumlegung ausgearbeitet und in einem Vorvertrag definiert. Diesen hat die Ortsbürgergemeindeversammlung im vergangenen November ohne Gegenstimme angenommen. Während der folgenden öffentlichen Auflage ging eine Einwendung ein. Für Gemeindeammann Ulrich Salm ein Zeichen dafür, hielt er Ende 2018 gegenüber dieser Zeitung fest, dass der neue Standort auf breite Akzeptanz stösst,

Trotz «all dieser positiven Schritte» ist es dem Gemeinderat ein Anliegen – heisst es in den Unterlagen zur Gemeindeversammlung –, dass die Nachbarschaft mit den geplanten Schlossnutzungen keine übermässigen Auswirkungen in Kauf nehmen muss. Die direkte Zufahrt zum Schloss ist weiterhin möglich für Bewohner, Anlieferungen und den Zweiradverkehr. Die Besucher, die mit den Privatfahrzeugen anreisen, stellen diese auf dem neuen Parkplatz am südlichen Ende des Schlosswegs ab.

Ein Nebeneinander ist möglich

Auch sei es ein Muss, führt der Gemeinderat weiter aus, dass der bestehende benachbarte Landwirtschaftsbetrieb sowie der Schlossbetrieb nebeneinander existieren können. Darauf sei die gesamte Planung ausgelegt. «Zurzeit laufen zwischen der Eigentümerschaft des Schlosses und des Landwirtschaftsbetriebs Verhandlungen über eine mögliche Aussiedlung des Landwirtschaftsbetriebs auf den Rain.» Unabhängig vom Ausgang dieser Diskussion sei mit der vorliegenden Planung sichergestellt, dass der Landwirtschaftsbetrieb in der heutigen Form am heutigen Standort verbleiben könne.

Überdies entscheidet die Gemeindeversammlung über zwei Kreditabrechnungen sowie die Rechnung 2018. Diese kann mit einem Ertragsüberschuss von 309 545 Franken abschliessen (Budget 8652 Franken). Zurückzuführen ist das bessere Ergebnis gemäss Gemeinderat auf geringere Nettoaufwände in den Bereichen Allgemeine Verwaltung, Gesundheit und Soziale Sicherheit. Unter «Verschiedenes» wird informiert über den Stand der Gesamtrevision Nutzungsplanung sowie über den Stand der Planung Abbaugebiete.