Schinznach-Bad
Ja zum Fusionskredit: Der Wegweiser zeigt Richtung Brugg

Die Stimmbürger von Schinznach-Bad haben sich für den Fusionskredit entschieden. Obwohl es heftige Diskussionen gab und über ein Rückweisungs- und Änderungsantrag abgestimmt werden musste, kam das Traktandum mit 81 Ja- zu 29 Nein-Stimmen durch.

Janine Müller
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Bei einer Fusion dürfte sich die Stadt Brugg über ein Thermalbad und einen Golfplatz freuen, Schinznach-Bad kann mit einer Steuerfusssenkung rechnen.

Bei einer Fusion dürfte sich die Stadt Brugg über ein Thermalbad und einen Golfplatz freuen, Schinznach-Bad kann mit einer Steuerfusssenkung rechnen.

Alex Spichale

Geht es nach den Stimmbürgern von Schinznach-Bad, wird eine Fusion mit der Stadt Brugg vertiefter geprüft. Mit 81 Ja- zu 29 Nein-Stimmen genehmigten die Anwesenden an der Gemeindeversammlung vom Donnerstagabend den Fusionskredit von 50 250 Franken.

Resultate: Nein zu Abwasserreglement

Die Stimmbürger sagten Ja zum Zusammenschluss des Vereins Spitex Schenkenbergertal mit der Spitex Brugg AG. Ebenfalls wurde der Beitritt zum Gemeindeverband Soziale Dienstleistungen Region Brugg beschlossen. Ausserdem wurden die Kredite für ein neues Tanklöschfahrzeug, die Werkleitungssanierungen und die Sanierung der Sonderbauwerke Abwasser genehmigt. Einzig die Totalrevision des Abwasserregelements mit Gebührenerhöhung wurde abgelehnt. (jam)

Doch bis es so war, brauchte es einiges an Nerven und Durchhaltevermögen. In der vollgestopften Aula (119 von 737 Stimmberechtigten waren da) wurde die Luft mit der Zeit stickig. Doch die Traktandenliste war lang und hatte es in sich. Hohe Kredite, die Sanierung der Badi, der Fusionskredit. Dieser wurde dann als fünftes Traktandum behandelt. Gleich nach dem Vorstellen des Antrags stellte sich Bürger Peter Senn, der mit einigen Forderungen aufwartete ans Redner-Pult.

Option Schinznach angebracht

Zuerst wollte er die Anwesenden von einer geheimen Abstimmung über den Fusionskredit überzeugen, dann stellte er einen Rückweisungsantrag des Geschäfts und anschliessend auch noch einen Änderungsantrag. Der Wortlaut: «Der Gemeinderat sei durch die Versammlung zu beauftragen, mit der Gemeinde Schinznach Vorabklärungen betreffend Fusion zu tätigen, der Versammlung Bericht zu erstatten und Antrag zu stellen.» Damit sprach er aus, was einige andere Schinznach-Bader dachten: Der Gemeinderat soll der Bevölkerung nicht nur die Option Brugg vorschlagen, sondern sie zwischen Brugg und Schinznach entscheiden lassen. «Ich bin nicht glücklich mit einer Fusion mit Brugg», sagte Senn. «Ich hätte mir gewünscht, dass auch Schinznach in die Überlegungen miteinbezogen wird.»

Schinznach-Bad beschliesst Sanierung der Badi

Als erste der vier beteiligten Gemeinden sagt Schinznach-Bad Ja zur Sanierung der veralteten Badi Schinznach. Nach einer kurzen Diskussion, in der erneut moniert wurde, dass die Gemeinde Scherz nur einen Pauschalbeitrag von 300 000 Franken bezahlt, bewilligten die Bürger mit 97 Ja- zu 1 Nein-Stimme den Kredit von 802 000 Franken (insgesamt 3,48 Mio. Franken).

Das neue Badi-Projekt sieht nur noch ein Becken vor. Auch die Rutschbahn und der Sprungturm vom Betriebshäuschen sind nicht mehr geplant. Insgesamt spart man mit dem neuen Sanierungsprojekt wesentlich an Wasseroberfläche ein. Neu wird es zwei Sprungbretter geben (1 m und 3 m), die Sprunggrube wird tiefer.

Der Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich wird deutlicher abgegrenzt. Auch die Bahnen für Schwimmer können künftig besser gekennzeichnet werden. Im Nichtschwimmerbereich sind statt einer Rutschbahn Wasserpilze oder Ähnliches angedacht. Für die Sanierung ist es höchste Zeit. Die Technik ist veraltet, das Becken verliert ständig Wasser. Jetzt müssen aber noch Veltheim, Schinznach und Scherz über die Sanierung abstimmen. Es braucht die Einwilligung sämtlicher Gemeinden. (jam)

Zudem seien die Kulturunterschiede zwischen Stadt und Land gross. Das dürfe man nicht unterschätzen. «Brugg hat eine andere Gemeindeorganisation», brachte er an. Seine Befürchtungen: Im Jahr 2020 (auf 1. Januar 2020 ist die Fusion angedacht) gibt es keine Einwohnerratswahlen, es sei dann Mitte Legislatur. Schinznach-Bad müsse in dieser Zeit zuschauen, was in Brugg entschieden wird.

Vision ist entscheidend

Ein weiteres Problem seitens des Votanten: Der Kredit für die Fusionsabklärungen. Er bemängelte, dass Schinznach-Bad gleich viel bezahlen muss wie Brugg, das einwohnermässig neunmal grösser ist. Senn erntete Applaus nach seinem Votum. Eine Chance hatten seine Anträge dann doch nicht. Für die geheime Abstimmung stimmten 21 Anwesende, 29 (einen Viertel der Stimmberechtigten) hätte es gebraucht. Auch der Rückweisungsantrag wurde mit 83 Nein- zu 23 Ja-Stimmen abgelehnt. Der Änderungsantrag konnte immerhin einige Bürger mehr überzeugen. 41 streckten die Hand für eine Fusionsprüfung mit Schinznach auf, 69 sagten aber Nein dazu.

Eine Vision ist entscheidend

Zumal zuvor der Präsident der Finanzkommission, Kurt Zumsteg, mit seinem Votum versuchte, die Gegenargumente zu relativieren. «Wir brauchen Ideen für die Zukunft. Wir dürfen nicht zurückschauen. Eine Vision ist entscheidend», sagte er. Seine Vision: Eine Stadt Brugg mit 20 000 Einwohnern. «Die Fusion zwischen Brugg und Windisch dürfte auch noch kommen», ist er überzeugt. Zentraler Bestandteil seiner Ausführungen war auch der Hinweis auf einen ausgebauten Busbetrieb. Ein weiterer Votant meinte dann auch: «Schinznach-Bad ist für Brugg die attraktivere Braut als Windisch. Darum ist eine Fusion zu prüfen.»

Das sahen auch die Stimmbürger so. Applaus brandete durch die Aula, nachdem das Resultat klar war. Die Option Schinznach scheint vom Tisch zu sein, stattdessen zeigt der Wegweiser klar Richtung Brugg. Abzuwarten bleibt die Abstimmung des Brugger Einwohnerrats.

Schinznach-Bad sagt Ja zu Badi-Sanierung

Als erste der vier beteiligten Gemeinden sagte Schinznach-Bad Ja zur Sanierung der veralteten Badi Schinznach. Nach einer kurzen Diskussion, in der erneut moniert wurde, dass die Gemeinde Scherz nur einen Pauschalbeitrag von 300 000 Franken bezahlt, bewilligten die Bürger mit 97 Ja- zu 1 Nein-Stimme den Kredit von 802 000 Franken (insgesamt 3,48 Mio. Franken).

Das neue Badi-Projekt sieht nur noch ein Becken vor. Auch die Rutschbahn und der Sprungturm vom Betriebshäuschen sind nicht mehr geplant. Insgesamt spart man mit dem neuen Sanierungsprojekt wesentlich an Wasseroberfläche ein. Neu wird es zwei Sprungbretter geben (1 m und 3 m), die Sprunggrube wird tiefer. Der Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich wird deutlicher abgegrenzt. Auch die Bahnen für Schwimmer können künftig besser gekennzeichnet werden. Im Nichtschwimmerbereich sind statt einer Rutschbahn Wasserpilze oder Ähnliches angedacht. Für die Sanierung ist es höchste Zeit. Die Technik ist veraltet, das Becken verliert ständig Wasser. Jetzt müssen aber noch Veltheim, Schinznach und Scherz über die Sanierung abstimmen. Es braucht die Einwilligung sämtlicher Gemeinden.

Weitere Resultate

Die Stimmbürger sagten Ja zum Zusammenschluss des Vereins Spitex Schenkenbergertal mit der Spitex Brugg AG. Ebenfalls wurde der Beitritt zum Gemeindeverband Soziale Dienstleistungen Region Brugg beschlossen. Ausserdem wurden die Kredite für ein neues Tanklöschfahrzeug, die Werkleitungssanierungen und die Sanierung der Sonderbauwerke Abwasser genehmigt. Einzig die Totalrevision des Abwasserregelements mit Gebührenerhöhung wurde abgelehnt.

Das Interview mit Gemeindeammann Oliver Gerlinger finden Sie hier.