Ein attraktives Zentrum für das Dorfleben soll entstehen in Hausen. Geplant ist eine neue Mehrzweckhalle. Gerechnet wird mit Kosten von rund 10 Mio. Franken. Es handle sich wohl um das grösste Investitionsprojekt, das Hausen je angepackt habe, sagt Gemeindeschreiber Christian Wernli. Der Neubau der Doppelturnhalle als Mehrzweckhalle mit Bühne und weiteren Nebenräumen sei für die Gemeinde eine notwendige und wichtige Investition in die Zukunft.

Der Hintergrund: Die Bautätigkeit ist rege, die Bevölkerung wächst. Der Platz für Schule, Vereine oder kulturelle Anlässe wird knapp. «Die stetig wachsende Bevölkerungszahl schlägt sich in den Schülerzahlen, aber auch in den Bedürfnissen der vielfältigen Dorfvereine nieder», erklärt Wernli. Anders gesagt: Die Gemeinde benötigt zusätzliche Turn- und Versammlungsräume, weil die bestehende Einfachturnhalle schon heute total ausgelastet ist.

Zwei Häuser verschwinden

Um den tatsächlichen Raumbedarf zu ermitteln, setzte der Gemeinderat eine Arbeitsgruppe ein. Im Juni 2015 schliesslich stimmte die Gemeindeversammlung dem Kredit von 320 000 Franken für einen Wettbewerb zu. Dieser wird unter Teams, bestehend aus Totalunternehmern, Architekten sowie Landschaftsarchitekten, durchgeführt. Mit dem Vorgehen könne die architektonische Qualität des neuen Bauwerks sichergestellt werden, sagt Wernli. Eine Fachjury wird die Projekteingaben bewerten.

Mit dem «Gestaltungsplan Mehrzweckhalle» werden jetzt in einem nächsten Schritt die rechtlichen Grundlagen geschaffen. «Der Gemeinderat möchte mit dem aktuell aufliegenden Gestaltungsplan wichtige baurechtliche Fragen klären, bevor es um die eigentliche Baubewilligung geht», so der Gemeindeschreiber. Erstellt werden soll die Mehrzweckhalle auf dem gemeindeeigenen Land im Dorfzentrum in der Ecke Werkhofstrasse und Hauptstrasse gleich neben dem Feuerwehrmagazin und dem Werkhof. Die heutigen Wohnhäuser an der Hauptstrasse 28 und 30 werden abgerissen. Ausgegangen wird gemäss Planungsbericht von einer Gebäudelänge von rund 47 Metern sowie von einer Gebäudehöhe von rund 11 Metern.

Möglich wird das Vorhaben nur mit einem Sondernutzungsplan. Will heissen: Die Strassenabstände sowie die Firsthöhe müssen angepasst werden. Die neuen Baulinien an der Haupt- und an der Werkhofstrasse weisen um 2 Meter reduzierte Abstände auf – sind damit gegenüber heute also nur noch halb so gross. Der Gemeinderat spricht von einer kleinen Massnahme für ein grosses Werk.

Bezug wäre Ende 2018 möglich

Die Gemeinde verfüge nur über wenige freie Grundstücke in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen, führt Gemeindeschreiber Wernli aus. «Ein Schwerpunkt der Planung ist deshalb, auf einer relativ knapp bemessenen Fläche eine optimale Ausnützung zur Sicherstellung des vorgesehenen Raumprogramms zu realisieren.» Ebenso soll mit dem Wettbewerb die gute städtebauliche Einordnung der Anlage sichergestellt werden. Der Standort ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die unterirdische Autoeinstellhalle wird von der Werkhofstrasse erschlossen. Diese muss übrigens wegen der engen Verhältnisse nach Süden verschoben werden, damit – zum Schutz der Fussgänger – anliegend an die neue Mehrzweckhalle ein 2 Meter breites Trottoir gebaut werden kann.

Bis 29. Februar liegt der Gestaltungsplan auf der Gemeindekanzlei öffentlich auf. Gleichzeitig wird das Mitwirkungsverfahren durchgeführt. Verläuft alles reibungslos, erfolgt die Jurierung des Gesamtleistungswettbewerbs im April dieses Jahres. Im Juni kann der Baukredit zur Diskussion stehen, im Sommer 2017 ist der Baubeginn möglich, Ende 2018 der Bezug.