KleinLaut Festival Riniken
Internationales Line-Up, Idylle pur – die Besucher sind sich einig: «Die Stimmung ist einfach geil»

Beim KleinLaut Festival herrscht Idylle pur – da helfen die Besucher sogar beim Aufräumen mit. Wo man auch hinschaut: Die Leute sind vergnügt, die Stimmung ist heiter und friedlich. Vom schlohweissen Senior bis zum Baby sind alle Generationen vertreten.

Ursula Burgherr
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KleinLaut Festival Riniken 2016
10 Bilder
Vom Baby bis zum Senior – das Publikum war bunt gemischt.
Total entspannter Konzert-Genuss.
Der Singer-Songwriter Freddy Fudd Pucker aus Neuseeland.
Die Pedestrians in Action.
Neben den Live-Acts auf der Bühne gabs am KleinLautfestival ein grosses Rahmenprogramm
Die französische Elektro-Brassband Notilus faszinierte das Publikum.
Papa und Tochter total entspannt beim Auftritt des Neuseeländers Feddy Fudd Pucker.
Mike Bill, Sänger der Pedestrians, hatte das Publikum voll im Griff.

KleinLaut Festival Riniken 2016

Ursula Burgherr

Tief und rauchig dröhnt die Stimme des neuseeländischen Singer/Songwriter Freddy Fudd Pucker über den Platz. Etwa Hundert Leute tanzen selbstvergessen vor der Bühne, einige lümmeln in ihren mitgebrachten Liegestühlen oder Sitzsäcken herum und wippen mit den Füssen zum Takt von «Don’t Fail Me Now».

Die Stimmung ist total entspannt. Unter dem grossen sternförmigen Zeltdach schnabulieren die Konzertbesucher an langen Festbänken marokkanische Tajine und spanische Paella. Ein Gast lässt sich von der Lautstärke der Musik nicht aus der Ruhe bringen und spielt eine Partie Schach, ein anderer turnt an einem Vertikaltuch herum.

Wo man auch hinschaut: Die Leute sind vergnügt, die Stimmung ist heiter und friedlich. Vom schlohweissen Senior bis zum Baby sind alle Generationen vertreten. «Wir legen viel Wert auf eine familiäre und ungezwungene Atmosphäre», sagen Selina Mbiyavanga und Joëlle Simmen vom 12-köpfigen OK-Team, das dieses Jahr zum zweiten Mal das KleinLaut Festival in Riniken organisiert.

Neben den musikalischen Acts gibt es ein Rahmenprogramm mit Lindy-Hop-Tanzkurs, Sackhüpfmeisterschaften oder Käfertour durch den Wald.

Ein Festival mit Wohnzimmer

Das Festival-Gelände im Lee stösst an den Brugger Wald an und ist von Sonnenblumenfeldern umgeben. Idylle pur. Aber nur, wenn es nicht regnet. «Wir hatten Glück», meint Simmen, «Just als die erste Band ‹Phraze Ablaze› aus Brugg aufspielte, blinzelte die Sonne hinter den Wolken hervor und blieb.»

Das Line-up des zweitägigen Happenings ist international. Unter den zwölf Bands sind auch bekannte Acts wie die Poprocker «Steaming Satellites» aus Österreich und die deutschsprachige Punkrockband «Turbostaat».

Noch ein Geheimtipp ist die französische Formation «Notilus» mit drei Bläsern an der Front. Mit ihrem impulsiven elektronischen Brass-Sound verbreitet sie im Licht des sich zu Ende neigenden Tages eine mystische Stimmung.

Wichtiges Festival-Element ist die Dekoration. Ein riesiges selbstgezimmertes Holzboot dient als Bar, Festival-Infos stehen auf originell gestalteten Bäumen aus Latten, ein kleines Blockhaus bietet den Besuchern einen wohnzimmerartigen Rückzugsort mit gemütlichen Sesseln und Bücherstapeln.

Gezahlt wird im Mikrokosmos mit der hauseigenen Währung «Bugs». Littering- und Lärmprobleme habe es bis jetzt keine gegeben, erläutert Simmen und fügt hinzu: «Die Festival-Besucher sind sehr rücksichtsvoll. Viele helfen beim Aufräumen sogar mit.»

Als die Badener Band «Pedestrians» die Bühne stürmt, geht die Post so richtig ab. Alle hüpfen auf und ab und Sänger Mike Bill ruft spontan ins Mikrofon: «Das Wetter spielt immer noch mit und die Stimmung hier ist einfach geil.»