Um Ideen ist die Brugger Energieversorgerin IBB nicht verlegen: An der Kanalstrasse bei der Badi hat sie die Beleuchtung ersetzt und neu mit einer intelligenten Steuerung versehen. Nahende Personen oder Fahrzeuge werden via Bewegungsmelder registriert – und die Helligkeit der Strassenlampen wird angepasst. Anders ausgedrückt: «Die Beleuchtung schaltet sich ein, wenn sie gebraucht wird», sagt Roland Schwarz, Leiter Elektrizität und CATV (Kommunikationsnetz) bei der IBB.

Die minimale Grundbeleuchtung beträgt immer 5 Prozent. «So entsteht eine optische Erfassung der Strassenführung», erklärt Schwarz. «Sobald eine Person oder ein Fahrzeug in den Erfassungsbereich der Strassenleuchte gelangt, wird die Leistung hochgefahren und gleichzeitig der Befehl an die nächsten zwei Leuchten weiteregegeben. Es kommt zu einer Wellenbewegung und es ist immer genügend Licht vorhanden.»

Die modernen LED-Leuchten mit den intelligenten Bewegungssensoren sind übrigens programmierbar und erlauben einen Fernzugriff, so Schwarz. «Die Kommunikation läuft über das eigene WLAN-Netz.» Die Vorteile liegen für ihn auf der Hand. Er nennt die Stichworte einfacher Unterhalt für die IBB, tiefe Verbrauchskosten für die Stadt sowie grosse Sicherheit für den Langsamverkehr.

Testbetrieb liefert Klarheit

Im Vergleich zur herkömmlichen Beleuchtung können laut dem IBB-Experten 45 bis 65 Prozent Energie gespart werden. Weil in Brugg aktuell bereits LED-Technik zum Einsatz kommt, liegt die Ersparnis bei rund 5 bis 10 Prozent. «Der Testbetrieb wird detaillierte Resultate bringen», sagt Schwarz.

Der Einsatz der LED-Technologie sei eine Massnahme, um die Ziele der Energiestrategie zu erreichen, führt er weiter aus. Emissionen und Kosten werden reduziert. Dazu trage die Nachtabschaltung auf allen Nebenstrassen von 1 bis 5 Uhr in der Früh bei. Eingeführt wurde diese ab 2013.

Allerdings: Rückmeldungen aus der Bevölkerung hätten bei dieser Massnahme teilweise auf ein Gefühl der Unsicherheit schliessen lassen, stellt Schwarz fest. «Dies hat die Stadt Brugg und die IBB veranlasst, sich mit dem Thema intelligente Beleuchtung intensiver auseinanderzusetzen.» Denn dank der minimalen Grundbeleuchtung werde das Sicherheitsempfinden stark verbessert.

Die IBB, die im Auftrag der Stadt die öffentliche Beleuchtung betreibt und unterhält, hat bereits – positive – Erfahrungen gesammelt mit Bewegungssensoren im Gebiet Geissenschachen. Früher war der Abschnitt Aaresteg–Ländistrasse komplett unbeleuchtet.

Hier brachte die IBB ab 2016 mit 11 modernen Leuchten Licht ins Dunkel. Ein Ausbau ist übrigens nicht ausgeschlossen, eine intelligente Beleuchtung könnte gemäss IBB auch in anderen öffentlichen Gebieten zum Einsatz kommen. «Ein Betrieb ist in der ganzen Stadt Brugg denkbar», sagt Schwarz.