Informationsanlass
Sichere Wasserversorgung: Die Mülliger planen ein Jahrhundertwerk

173'000 Franken soll die Planung der künftigen Wasserversorgung kosten. Am 26. November wird das Stimmvolk an der Gmeind über den Kredit entscheiden. Was für das Geld geplant werden soll, erläuterten Ammann Ueli Graf und Martin Schibli vom Ingenieurbüro.

Dieter Minder
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Das blaue Band oben ist die Reuss, das blaue längliche Rechteck (rechts) markiert die Schutzzonen um die Quelle Giessen. Das blaue Rechteck (links) zeigt die Quelle mit Schutzzonen der Gemeinde Windisch. Diese Quelle ist vom Projekt der Gemeinde Mülligen nicht betroffen.

Das blaue Band oben ist die Reuss, das blaue längliche Rechteck (rechts) markiert die Schutzzonen um die Quelle Giessen. Das blaue Rechteck (links) zeigt die Quelle mit Schutzzonen der Gemeinde Windisch. Diese Quelle ist vom Projekt der Gemeinde Mülligen nicht betroffen.

zvg

«Die Wasserversorgung ist ein Jahrhundertwerk», begrüsste Gemeindeammann Ueli Graf rund 70 Personen am Donnerstagabend an der Informationsveranstaltung in Mülligen. Das bestehende Reservoir wurde vor über 100 Jahren gebaut. Mit dem neuen Konzept, so Graf, «Soll die Wasserversorgung für die nächsten 100 Jahre nachhaltig sichergestellt werden».

Es gibt zwei Gründe, weshalb die Gemeinde Mülligen ihre Wasserversorgung erneuern muss: Erstens liegen die Nitratwerte der Quelle Giessen zu hoch. Und zweitens stehen im engeren Schutzgebiet der Quelle Giessen Gebäude, was dem Gesetz widerspricht. Aus diesem Grund beschloss der Gemeinderat bereits im Jahr 2009, die Quelle Giessen aufzugeben, womit die Schutzzonen entfallen.

Gemeindeammann Ueli Graf.

Gemeindeammann Ueli Graf.

Britta Gut

Die Quelle liegt unterhalb des Dorfs am Hang zur Reuss. Auf dem Gemeindegebiet gibt es keine Möglichkeit für eine neue eigene Wasserfassung. «Damit blieb nur die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen», sagte Ammann Graf. Die Gemeinde suchte Kontakt zu den Nachbarn, nämlich der Regionalen Wasserversorgung Birrfeld (Rewa) und der Wasserversorgung Windisch.

Eine Verbindung zum Netz Windisch ist geplant

Zur Rewa gibt es bereits eine Verbindungsleitung. Mit einem Stufenpumpwerk soll die Verbindung zum Windischer Netz hergestellt werden. Dies reicht entlang der Kantonsstrasse bis Mülligen. Mit dem neuen Konzept kann auch die Versorgungssicherheit erhöht werden. Mülligen erhält neben der Leitung zur Rewa eine Verbindung zum Netz Windisch.

Martin Schibli ist Inhaber der Waldburger Ingenieure.

Martin Schibli ist Inhaber der Waldburger Ingenieure.

Britta Gut

Das neue Reservoir soll ein Volumen von 400 Kubikmetern aufweisen, also doppelt so gross sein wie das bestehende. «Mit dem eigenen Reservoir können optimale Druckverhältnisse erreicht werden», sagte Martin Schibli, Inhaber Waldburger Ingenieure, der den technischen Teil des Projekts vorstellte.

Auf eine Frage aus der Versammlung sagte Schibli, dass das künftige Trinkwasser dasselbe sei wie das heute konsumierte. Wegen des hohen Nitratwerts der Quelle Giessen bezieht Mülligen seit Monaten Trinkwasser von der Rewa. Dieses stammt aus dem Windischer Grundwasserpumpwerk Schachen:

«Es ist einwandfreies Trinkwasser.»

Aus diesem Pumpwerk wird auch das künftige Wasser kommen. Dank bestehender Leitungen könnte sogar Wasser aus dem Versorgungsnetz Brugg eingespeist werden. Die Rewa plant ihrerseits den Ersatz ihres Reservoirs am Eiteberg.

Die Wasserversorgung hat 150'000 Franken Schulden

Die Investitionskosten sind auf rund 1,26 Mio. Franken veranschlagt, bei einer möglichen Abweichung von plus/minus 20%. Rund 1,1 Mio. entfallen auf ein neues Reservoir, der Rest auf weitere Netzbauten. Im Betrag enthalten sind auch die 173'000 Franken für die Planung.

Rund 70 Personen waren an der Informationsveranstaltung anwesend.

Rund 70 Personen waren an der Informationsveranstaltung anwesend.

Dieter Minder

Da die Wasserversorgung Mülligen rund 150'000 Franken Schulden hat, muss sie sich weiter verschulden, um das Projekt realisieren zu können. Nur mit höheren Grund- und Verbrauchsgebühren können die Schulden abgebaut werden. «Man muss damit rechnen, dass neben dem Wasserpreis auch die Grundgebühr steigen wird», sagte Ammann Ueli Graf. Er stellte mehrere Varianten vor, mit einen Wasserpreis von 1.50 bis 3 Franken pro Kubikmeter und einer Grundgebühr von 60 bis 120 Franken. Welche es sein werden, ist noch nicht offen; Graf prognostizierte:

«Es wird eher in Richtung 3 Franken und 120 Franken gehen.»

Die Gemeindeversammlung wird am 26. November über den Projektierungskredit in der Höhe von 173'000 Franken entscheiden. Die Vorlage für den Baukredit wird voraussichtlich 2023 der Gmeind unterbreitet. 2028 soll die neue Wasserversorgung dann fertig sein.

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