Wegen infizierter Lehrperson

Erst keine Massnahmen, fünf Tage später müssen die Windischer Kinder dann doch in Quarantäne

Die Kinder des Dohlenzelg 2 müssen bis Sonntag in Quarantäne bleiben.

Die Kinder des Dohlenzelg 2 müssen bis Sonntag in Quarantäne bleiben.

Ein Coronafall bei einer Lehrperson des Dohlenzelg 2 sorgt bei Eltern für Verunsicherung. Die Schulleiterin und der Kanton nehmen Stellung zum Fall.

Zuerst hiess es noch «keine Massnahmen». Fünf Tage später mussten die 18 Kinder des Kindergarten Dohlenzelg 2 dann doch in Quarantäne. Am 23. Oktober informierte die Schulleiterin der Kindergärten Windisch, Joelle Schlittler, die Eltern über einen posi­tiven Coronatest in der Belegschaft. Die betreffende Person befände sich in Selbstisolation, wurde in dem Schreiben ausgeführt. Das Contact-Tracing- Center (Conti) sei eingeschaltet und würde über weitere Massnahmen entscheiden. Joelle Schlittler ergänzt: «Die anderen Mitarbeitenden liessen sich aber umgehend testen. Zudem haben wir zu diesem Zeitpunkt kein Personal respektive keine Stellvertretungen mehr zusätzlich eingesetzt.»

Eine Schliessung ist laut der Schulleiterin nicht in Frage gekommen, da man sich an den offiziellen Prozess gehalten habe. «Auf Covid-19 positiv getestete Lehrpersonen müssen zuerst der Schulaufsicht gemeldet werden. Sie leitet danach die entsprechenden Daten an das Contact-Tracing-Center. Dieses spricht dann wiederum eine allfällige Quarantäneverordnung aus.» Der Entscheid des Conti kam aber fast eine Woche später.

Quarantänetage seien schon absolviert worden

Am 28. Oktober wurde der Kindergarten Dohlenzelg 2 ab sofort unter Quarantäne gestellt – doch nur für fünf Tage. Maria Gares vom Departement Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau erklärt die Kurz-Quarantäne: «Die Dauer von zehn Tagen gilt ab dem letzten Kontakt mit der infizierten Person.

Diese handelte in diesem Fall eigenverantwortlich und blieb während der Dauer der Abklärungen des Contact-Tracing-Centers zu Hause.» Nach der abschliessenden Beurteilung der Situation durch das Conti, seien von der betroffenen Person bereits fünf der zehn Quarantänetage absolviert worden. So musste für die Kindergärtler nur die restliche Zeit verfügt werden.

Schule wollte Überschreitung der Kompetenzen vermeiden

Die verzögerte Verordnung und die verkürzte Quarantäne warfen bei den Eltern der betroffenen Kinder Fragen auf. Joelle Schlittler sagt: «Es gab vereinzelte Reaktionen. Den Eltern wurde der einzuhaltende Prozess aufgezeigt.» Trotz dieses Echos betont die Schulleiterin der Kindergärten Windisch, korrekt gehandelt und den vorgegebenen Ablauf eingehalten zu haben. «Eine direkte Quarantäne hätte vielleicht weniger Fragen aufgeworfen. Es wäre aber eine klare Kompetenzüberschreitung der Schule oder der Schulaufsicht gewesen. So sind wir den korrekten Weg im Austausch mit dem Conti gegangen. Wir haben mit diesem klaren Vorgehen keine Kompetenzen überschritten.»

Jedoch hätte eine frühere Reaktion der Kindergärten Windisch das Eingreifen des Conti vereinfacht, wie sich aus der Aussage von Maria Gares vom Departement Gesundheit und Soziales des Kanton Aargau entnehmen lässt: «Im Rahmen der Abklärungen hinsichtlich des Ansteckungsortes und der infizierten Person haben die Contact-Tracer entscheidende Informationen erst nach mehreren Tagen erhalten.» So sei eine frühere Schliessung des Kindergarten Dohlenzelg 2 nicht möglich gewesen.

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