Brugg

Inf Bat 56: Dynamisches ältestes Aargauer Bataillon

Kompanie Infanterie Bataillon 56

Kompanie Infanterie Bataillon 56

Das Infanterie Bataillon 56 bot gestern vielen interessierten Besuchern die Möglichkeit, einmal hinter die Kulissen des ältesten Aargauer Truppenverbandes zu blicken.

Das Infanterie Bataillon 56 ist ein grosser und kampfstarker Truppenkörper mit 1260 Angehörigen und einer 137-jährigen Geschichte. Die Nummer 56 geht auf die Militärorganisation 1874 zurück, als die Verfügung über die Armee von den Kantonen auf den Bund überging, der die Bataillone von West nach Ost neu durchnummerierte. Ursprünglich war das heutige Infanterie Bataillon 56 eines von 18 Aargauer Füsilier Bataillonen, die alle eine regionale Verwurzelung hatten. Sie wurden mit der Armeereform XXI bis auf die «56-er» aufgelöst.

Das mit Radschützenpanzern, Aufklärungsfahrzeugen und Minenwerfern ausgerüstete Infanterie Bataillon 56 ist ein so genanntes aktives Bataillon, seine Angehörigen absolvieren jedes Jahr einen dreiwöchigen WK. Trainiert werden heute weniger Kriegsszenarien, sondern Bedrohungssituationen, bei denen die Überwachung, der Schutz und die Sicherung von wichtigen Infrastruktureinrichtungen für Staat, Gesellschaft und Wirtschaft im Vordergrund stehen. Die «56er» leisteten in den letzten Jahren auch konkrete Einsätze zum Schutz des WEF in Davos und von Botschaften in Genf und Bern.

Modeschau Infanterie Bataillon

«Modeschau» Bat 56

Das Füsilierbataillon 56 nahm die Besucher mit auf eine kleine Zeitreise: Zu sehen gab es den «Kafaz» (Kampfanzug) der Ordonanz 57, eine Dreiergruppe der Fahnenwache in Uniformen von anno 1940, ein Oberleutnant der Ordonanz 26 und ein Hauptmann in Felduniform. Das Ende der Zeitreise bildet der Infanteriesoldat in Ordonanztenue 98 in Dunkelblau.

In diesem Miliz-Bataillon, das zur Aargauer Infanteriebrigade 5 gehört, werden der Milizgedanke Bürger-Soldat und enge Kontakte zur Bevölkerung gepflegt. Die Truppe «versteckt» sich nicht, sondern sie testet beispielsweise nächste Woche mit einer mehrtägigen Übung die militärisch-zivile Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich.

Gestern gewährten die «56er» an einem Besuchstag im Brugger Schachen zudem mehreren hundert Personen, vor allem Familien- und früheren Bataillonsangehörigen, einen interessanten Blick hinter die Kulissen der fünf Kompanien.

Das vielfältige Programm begann mit einem Defilee unter den Augen von Brigadier Daniel Keller, Kommandant der Infanteriebrigade 5. Anschliessend wurden auf mehreren Plätzen Waffen, Fahrzeuge und Geräte vorgeführt, Gefechtseinsätze gezeigt und Kostproben aus der Militärküche offeriert.

Dass der gegenwärtige umsichtige Bataillonskommandant, Oberstleutnant Dieter Wicki, von Beruf Historiker ist, schimmerte in einer beachtenswerten historischen Uniformen- und Waffenschau und kompakt dokumentierten Geschichte des Infanterie Bataillons 56 durch.

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