Windisch
Indianer-Bier und bärtige Frauen feiern – Trombongos werden zu Trendsettern

An der Fasnachtsparty Ulaladoga ist Modebewusstsein Pflicht: Schrille Gestalten feiern ausgelassen in der Dorfturnhall. Fünf Guggen heizen tüchtig ein.

Samuel Frey
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Die Batterie-Women zeigt dem australischen Batterie-Man die Schweiz.
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Fasnachtsparty Ulaladoga der Trombongos Windisch
Beim riesen Dr. Bibber können die Gäste einen Shot in der Schönheitsklinik gewinnen
Die Schlossgeischtschränzer müssen über einige Hindernisse steigen, um auf die Bühne zu kommen
Die Laubbärggugger spielen in Windsch
Die Laubbärggugger heitzen die Stimmung zu beginn des Abends an
Die Dorfturnhalle ist voll mit verkleideten, tanzenden und trinkenden Menschen
Drei von diesen Damen leiden an Bartwuchs
Fasion-Metropolen wie New York bestimmen die Deko
Die Trombongos bringen die ganze Halle zum Tanzen
Diese Ghostbusters haben jeden Geist erwischt
Die Trombongos lassen es um Mitternacht krachen
Wir glauben fest daran, dass das Bier von den Indianern erfunden wurde

Die Batterie-Women zeigt dem australischen Batterie-Man die Schweiz.

Samuel Frey

Die Turnhalle ist voll mit verkleideten, tanzenden und trinkenden Menschen. Die Lichter tanzen über ihren Köpfen und die nächste Gugge besteigt die Bühne. Einige laute Paukenschläge und danach der nächste Hit bringt die Gäste zum Klatschen, Tanzen und Mitsingen. «Ich will ihm hier Schweizer Tradition zeigen», sagt eine Batterie-Women, die zusammen mit ihrem australischen Batterie-Man tanzt. Zwei Schritte weiter erklärt eine Indianerin, wieso sie und ihre Freundin zusammen mit zwei jungen Männern gekommen sind, die als Bier verkleidet sind: «Wir glauben fest daran, dass das Bier von den Indianern erfunden wurde.»

«Wir verteilen jedes Jahr einen Werbeartikel: Kleine Discokugeln, Plastikentchen und dieses Jahr haben wir pinke Sonnenbrillen. Dieses Pink haben wir dann auch bei der ganzen Deko übernommen», sagt Florian Thiévent, Präsident der Trombongos Windisch. Die Trombongos haben wirklich nicht mit pink gespart: Alle Wände in der Dorfturnhalle sind mit pinkfarbiger Plastikfolie bespannt. «Es fällt einfach auf und vielleicht sind wir damit ja auch Trendsetter», sagt Präsident der Trombongos mit einem Lachen und verweist damit auch auf das Motto der Fasnachtsparty: «Fashion is Passion».

«Fashion ist das Motto! Wir sind nicht nur modebewusst, sondern auch echte Schnäppchenjägerinnen: Die Hüte haben wir für nur drei Franken ergattert», erzählen zwei echte Fashionistas, die ihren Plüschhund Gucci dabeihaben. Nicht alle haben sich dem Motto unterworfen: «Die Idee ist uns im letzten Sommer nach einer feucht fröhlichen Nacht gekommen. Es war also eine echte Schnapsidee», erzählt eine junge Frau, die Teil einer Gruppe von Ghostbusters ist.

Windisch mischt sich unter Modemetropolen

Die vier bis fünfhundert erwarteten Gäste werden neben den Trombongos von vier Guggen – den Laubbärgguggern, den Sänklochfägern, den Schlossgeischt- und Schwellbaumschränzern – musikalisch in Fasnachtsstimmung versetzt. Drei junge Frauen mit echtem Bartwuchs lassen sich diese Fasnachtsparty nicht entgehen: «Wir sind die süssesten und von Natur aus ganz hübsch», erklärt eine von ihnen. «Fashion ist unser Leben, sonst würden wir nicht die ganze Nacht so hübsch sein», wirft eine weitere ein.

Die Trombongos haben sich auch neu eingekleidet. «Mit diesen eleganten Kleidern ist das Motto einfach naheliegend. Und so wurde Windisch kurzerhand zur neuen Modemetropole der Fasnacht. Auf den pinken Wänden in der Turnhalle haben die Trombongos die Skylines anderer Modestädte wie Paris, New York, oder Milano aufgeklebt. Aber im Zentrum dieser illustren Reihe steht natürlich Windisch, das prominent hinter der Bühne als Schriftzug prangt. Abgerundet wird die Deko mit einem Catwalk und einer Fotowand. Thiévent erklärt: «Die Bilder der Fotowand gehen direkt auf Facebook, wo sich die Besucher in ihren Kostümen noch lange bewundern können.»