Windisch

In Windisch kommt es zur Kampfwahl zwischen Heidi Ammon und Heinz Wipfli

Heidi Ammon (SVP) und Heinz Wipfli (CVP) stellen sich dem Wahlkampf.

Heidi Ammon (SVP) und Heinz Wipfli (CVP) stellen sich dem Wahlkampf.

Zwei Kandidaten wollen die Nachfolge von Hanspeter Scheiwiler (FDP) antreten. Am 22. September zur Verfügung stellen sich Vizeammann Heinz Wipfli (CVP) sowie Gemeinderätin Heidi Ammon (SVP).

Heidi Ammon will die Finanzen verbessern

«Ganz wichtig ist mir, dass Windisch als verlässlicher Partner für Familien, Dienstleister, Wirtschaft und Nachbarn wahrgenommen wird», sagt die amtierende Gemeinderätin Heidi Ammon (SVP). Für sie hat die «äussert vielseitige und spannende» Führungsaufgabe» des Gemeindeammanns den Reiz, die Gemeinde in eine «gezielte, gesunde Weiterentwicklung führen zu können». Windisch sei ihr Lebensmittelpunkt und sie sei bereit sei, sich für eine gute Lebensqualität einzusetzen, sagt die Hauswirtschaftslehrerin und Leiterin einer eigenen Kochschule.

Mit ihrem Amtsantritt 2006 habe sie die Aufgabe übernommen, die finanzielle Situation der Gemeinde zu stabilisieren und nach Möglichkeit zu verbessern, führt Heidi Ammon aus. «Mit dieser Zielsetzung vor Augen, habe ich mich in alle Bereiche der Gemeinde eingearbeitet.» Mit der Verdichtung im Zentrum und damit verbunden dem Wachstum der Einwohnerzahl stehe Windisch kurz davor, die Wirkung der getroffenen Massnahmen ein erstes Mal überprüfen zu können. «Gleichzeitig wird dann ersichtlich, in welche Richtung sich Windisch entwickeln muss, um mittelfristig zu den tragenden, gesunden Gemeinden des Kantons zu zählen.» Motiviert, als Gemeindeammann zu kandidieren, habe sie auch die Situation, dass mit der Gründung der «IG für einen fairen Finanz- und Lastenausgleich» sie sich und der Verwaltung viel Beachtung in den strukturschwachen Gemeinden - «wir vertreten in der Zwischenzeit mehr als 10 Prozent der Einwohner des Kantons» -, in den kantonalen Gremien und beim Regierungsrat erworben habe. Dies in der Funktion des Gemeindeammanns von Windisch weiter verfolgen zu dürfen, würde ihre Position in der Arbeit auf kantonaler Ebene zusätzlich stärken, ist Heidi Ammon überzeugt.

«Ich freue mich auf ein gutes Gemeinderats-Team, das bereit ist, einen Teil der Berufs- und Freizeit fürs Gemeinwohl einzusetzen. Heute keine Selbstverständlichkeit mehr», sagt Gemeindeammann-Kandidatin Ammon auf die Frage zu ihren Erwartungen. Was möchten sie verändern? «Die grösste Veränderung sehe ich darin, dass jede Person ihren eigenen Führungs- und Kommunikationsstil pflegt und somit mit jedem Personenwechsel automatisch eine Veränderung eintrifft.»

An Herausforderungen, ist sich Heidi Ammon sicher, werde es in Zukunft nicht mangeln. Sie erwähnt den Entwicklungsschub und die erfrischenden Akzente mit der Eröffnung des Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz, die Überarbeitung der Bau- und Nutzungsordnung, die Entscheidungen in der Unterhalts- und Investitionstätigkeit sowie das Thema Finanz- und Lastenausgleich, «das uns auch die nächsten zwei bis drei Jahre beschäftigen und fordern wird».

Heinz Wipfli will attraktives Wohn- und Gewerbegebiet

«Windisch ist meine Heimat und liegt mir am Herzen, hier bin ich zur Schule gegangen und aufgewachsen», sagt der amtierende Vizeammann Heinz Wipfli (CVP). Der Entscheid, als Gemeindeammann zu kandidieren, sei nicht über Nacht gefallen.

Mit der Erkrankung des heutigen Amtsinhabers Hanspeter Scheiwiler habe er die Stellvertretung übernommen, blickt Wipfli zurück. Die Arbeitsbelastung - neben seinem 100-Prozent-Pensum in Beruf - sei in den letzten Monaten zu gross geworden. In den Sommerferien mit der Familie beschloss Wipfli, die Weichen für seine Zukunft neu zu stellen. Er reduziert sein Arbeitspensum und hat nun die nötige Kapazität und Energie für die Gemeinde. Damit wurde die Möglichkeit geschaffen, als Gemeindeammann zu kandidieren.

Denn halbe Sachen mag Wipfli nicht. «Ich will die Arbeit richtig und mit Freude ausüben können.» Er ist überzeugt: Beim Amt als Gemeindeammann kämen ihm seine Erfahrungen sowohl im Beruf als Maschineningenieur und Betriebswirtschaftsingenieur als auch in der Behörde - acht Jahre im Gemeinderat, davon vier Jahre als Vizeammann - entgegen. «Ich habe Einblick in die laufenden Geschäfte, bin mittendrin in Themen wie Campus, Areal Königsfelden oder Windisch Zentrum.»
Als Gemeindeammann gelte es in erster Linie, den Gesamtüberblick zu behalten und die Bodenhaftung nicht zu verlieren, sagt Wipfli. Wichtig seien der Kontakt und der Austausch mit der Bevölkerung und dem Gewerbe sowie den Mitarbeitern in der Verwaltung. «Man muss zuhören, sachlich diskutieren und fair verhandeln können. Nur dann werden Lösungen gefunden, die für alle stimmen.»

In Windisch herrscht laut Wipfli eine gute Zusammenarbeit mit einer guten Atmosphäre. Nicht zuletzt aus diesem Grund gehe es stark voran mit der Gemeinde. «Windisch zieht. Das motiviert.»

Sich selber bezeichnet er als direkt, offen und geradlinig. Seine Art möchte er auch als Gemeindeammann beibehalten. Wo möchte er die Schwerpunkte setzen? Wipfli lacht. Vieles habe er bereits heute mitgestaltet. Von Bedeutung werde sein, Windisch als attraktives Wohn- und Gewerbegebiet zu pflegen. Auch die laufende Ortsplanungsrevision unter dem Titel «Raum Brugg Windisch» sei «eminent wichtig». Vieles sei noch Theorie. Jedoch: «Es wird aufgezeigt, wie Windisch morgen gestaltet wird», macht Wipfli klar.»

Ein Anliegen ist ihm daneben das Windischer Zentrum. Er wünscht sich ein Areal mit Gewerbebetrieben und Einkaufsmöglichkeiten. «Die Voraussetzungen stimmen.» Geht es nach seinem Willen, erhält überdies der Langsamverkehr - Fahrrad und Fussgänger - mehr Beachtung.

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