Windisch
In Windisch gab es Geschichte live mit Gladiatoren und Kamelen

Die Wiedereröffnung des Amphitheaters Vindonissa liess die Zeit der Römer für das Publikum wieder aufleben. Hundert von Schaulustigen wollten die Gladiatoren sehen und feuerten diese am Wochende lautstark an.

Susanna Vanek (Text und fotos)
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Römische Gladiatoren kämpfen im renovierten Amphitheater in Windisch. (Mai 2011)
26 Bilder
Ein Gladiator feiert seinen Sieg.
Mehrer Hundert Zuschauer verfolgen die Wiedereröffnung des roemischen Amphitheaters
Der Einzug der Gladiatoren im frisch renovierten Amphitheater
Gladiatoren gehen aufeinander los
Ein Römischer Gladiator feiert seinen Sieg
Ein siegreicher Gladiator bei der Ehrenrunde1 Bilder: Susanna Vanek
Römische Gladiatoren kämpfen im renovierten Amphitheater in Windisch
Zwei Gladiatoren mit Grossschildern kämpfen gegeneinander
Der Einzug der Kamele ins Amphitheater Windisch
Ein Gladiator hat den anderen besiegt, wie der Schiedsrichter konstatiert - Ganz rechts Marcus Junkelmann, der grösste Kenner der Gladiatur, der die Kämpfe fürs Publikum kommentierte
Ein Retarius kämpft gegen einen Secutor
Theo Schaub aus Fahrweid als Gladiator während des Festumzuges Pompa
Kinder ahmen die Gladiatorenkämpfe nach
Die Gladiatoren, die Familia Gladiatoria Pulli Cornicinis von Marcus Junkelmann am Festumzug Pompa
Eine Opferzeremonie ging den Gladiatorenkämpfen voraus
Ein siegreicher Gladiator bei der Ehrenrunde
Theo Schaub aus Fahrweid, links, und Daniel Hürlimann aus Rudolfstetten kämpfen als Gladiatoren gegeneinander
Die Cives Rauraci et Vicani Vindonisenses am Start des Festumzuges Pompa bei der Klosterscheune Königsfelden
Ein Gladiator setzt einem Kind seinen Helm auf
Kinder konnten Lose ziehen - wer Glück hatte, durfte auf Kamelen reiten

Römische Gladiatoren kämpfen im renovierten Amphitheater in Windisch. (Mai 2011)

Keystone

Flink versucht der Retarius, ein Gladiator, der mit Netz, Dreizahn und Dolch kämpft, den Secutor, einen anderen Gladiator, der viel schwerer bewaffnet ist, in die Enge zu treiben. Die beiden Gladiatoren, die an der Wiedereröffnung des Windischer Amphitheaters miteinander kämpften, waren Theo Schaub (Retarius) aus Rudolfstetten und Daniel Hürlimann (Secutor) aus Fahrweid. Die beiden sind die einzigen Schweizer, die in der Familia Gladiatoria Pulli Cornicinis von Marcus Junkelmann, dem weltweit besten Kenner der Gladiatoren, mitmachen.

Das Ziel ist es, die Gladiatorenkämpfe mit möglichst originaltreu nachgemachtem Zubehör darzustellen. Die vier Gladiatorenkämpfe, die sie an der Wiederöffnung des Windischer Amphitheaters zeigten, waren der Höhepunkt des Anlasses.

Publikum feuerte Gladiatoren an

Das zahlreich erschienene Publikum im 2000 Jahre alten Rundbau sorgte seinerseits für die richtige Stimmung. Mit lauten Rufen des Namens unterstützten sie mal diesen Gladiator, mal jenen. Ein Schiedsrichter sorgte dafür, dass bei den Kämpfen alles korrekt ablief. Denn die Gladiatorenkämpfe waren kein wildes Gemetzel, sondern durchstudierte sportliche Wettkämpfe, sehr häufig mit stumpfen Waffen, wie am Samstagnachmittag in Windisch.

Musikalisch untermalt wurden die Zweikämpfe von einem Cornu, einer römischen Tuba und einer Wasserorgel, alles Instrumente, die nach antiken Vorbildern gebaut wurden. Gespielt wurden sie von Hagen Pätzold und Justus Willberg, die antike Musik studiert haben und sie heute in der ganzen Welt erlebbar machen.

Das römische Spektakel begann mit einem Festumzug, der Pompa, an dem neben den Gladiatoren und der Gruppe «Cives Rauraci et Vicani Vindonisenses», die sich nach römischer Sitte kleidet, auch Kamele teilnahmen. Die Präsenz dieser exotischen Tiere hatte einen Grund: Durch einen Knochenfund ist belegt, dass Kamele im Windischer Amphitheater aufgetreten sind. Ein – unblutiges – Opfer eröffnete die Spiele.

Nachdem die vier Gladiatorenpaarungen miteinander gekämpft hatten, konnten Kinder eine Gladiatorenausbildung geniessen oder auf Kamelen reiten. Wer wollte, konnte den Gladiatoren Fragen stellen oder eine römische Mahlzeit geniessen.