Villnachern
In Villnachern muss ein neuer Gemeinderat her – sobald als möglich

Nach wie vor ist ein Sitz verwaist: Villnachern sucht – als einzige Gemeinde im Kanton – noch immer ein Mitglied für den Gemeinderat. Für Gemeindeammann Marianne Möckli gibt es gute Gründe, sich für ein solches Amt zur Verfügung zu stellen.

Michael Hunziker
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Gemeindehaus in Villnachern: Der Gemeinderat hofft, bald wieder vollzählig zu sein. az-Archiv/wal

Gemeindehaus in Villnachern: Der Gemeinderat hofft, bald wieder vollzählig zu sein. az-Archiv/wal

Walter Schwager

«Ein Gemeinderat ist am Puls des Geschehens. Er kann etwas bewegen und umsetzen», sagt Marianne Möckli, Gemeindeammann in Villnachern. Anstatt die Faust im Sack zu machen, bestehe die Chance, Projekte anzustossen. Sie selber habe vor ihrem Amtsantritt 2009 die gleichen Überlegungen angestellt und sich gesagt: «Entweder setze mich ein oder ich reklamiere nicht.»

Den heutigen Gemeinderat bezeichnet Marianne Möckli als gut funktionierendes Team. «Die Zusammenarbeit ist angenehm und effizient, wir ergänzen uns. Jeder kann seine Fähigkeiten und sein Wissen einbringen. Wir unterstützen einander und tragen die Entscheide gemeinsam.»

Übrigens: Ein Gemeinderat werde zwar für seinen Aufwand entschädigt. Aber: Das Geld alleine dürfe kein Argument sein, ein solches Amt zu übernehmen, betont Marianne Möckli. «Wir machen es mit Herzblut.» Denn der Aufwand könne unterschiedlich gross sein. Je nach laufenden Projekten müsse neben der zweiwöchentlichen Gemeinderatssitzung mit weiteren Terminen gerechnet werden.

Beruf und Familie als Hindernis

Rückblick: Bei den Gesamterneuerungswahlen im letzten Jahr traten nur vier der bisherigen Gemeinderäte zur Wiederwahl an. Der Gemeinderat wurde aktiv und machte sich auf die Suche nach einem neuen Mitglied, rührte die Werbetrommel und fragte mögliche Kandidaten an.

Interessenten waren laut Marianne Möckli zwar einige vorhanden. Nur: Für ein Amt stellte sich am Ende niemand zur Verfügung. Als Gründe genannt wurden die berufliche und familiäre Situation. Kurz: «Viele wollen oder können die Zeit nicht aufbringen, sind nicht bereit, Verantwortung zu übernehmen», stellt Marianne Möckli fest. An der Gemeindeversammlung im November des letzten Jahres machte sie die anwesenden Stimmberechtigten darauf aufmerksam, dass der Kanton – sollte kein fünftes Mitglied gefunden werden – der Gemeinde ein Vertreter als Unterstützung der Behörde zur Seite stellen werde.

Soweit möchte es der aktuelle Gemeinderat indes nicht kommen lassen – nicht nur aus Kostengründen. «Wir erachten es als klar sinnvoller, wenn wir selbstständig bleiben», sagt Marianne Möckli. Immerhin habe der Kanton der Gemeinde etwas Zeit eingeräumt. «Er hat zur Kenntnis genommen, dass wir nicht untätig sind.»

Zuversicht ist gross

Interessierte Kandidaten werden eingeladen, sich bei einem Mitglied des Gemeinderats oder der Gemeindeverwaltung zu melden. Es könne, so Marianne Möckli, ein Treffen vereinbart werden, an dem man sich kennenlernen und Fragen beantworten könne. Liesse sich eine Person aufstellen, werde es zu einem Wahlgang kommen. In der Regel werde der Termin auf einen kantonalen oder eidgenössischen Urnengang gelegt.

Marianne Möckli ist zuversichtlich: «Ich bin überzeugt, dass wir eine motivierte Person finden und bald wieder vollzählig sind.»