Still ist es geworden in dem als Kinderstation bekannten Gebäudeensemble in Rüfenach. Manchmal grasen ein paar Pferde und Kühe auf der dazugehörenden Wiese und gelegentlich nutzen ein paar Eltern mit ihren Kindern den Spielplatz. Abgesehen davon wirken die Gebäude wie ausgestorben. Und das schon lange. Denn seit Ende 2016 steht die dem Kanton gehörende Liegenschaft leer.

Viele Jahre wurde sie von Psychiatrischen Dienste Aargau AG gemietet und diente als Psychiatrische Klinik für Kinder. Doch mit der Zentralisierung durch das neue Kinder- und Jugendpsychiatrische Zentrum Königsfelden in Windisch wurde der Standort Rüfenach aufgehoben. Daraufhin prüfte das Departement Gesundheit und Soziales (DGS), ob sich die Räumlichkeiten als Unterkunft für unbegleitete minderjährige Asylsuchende eignen würden.

Allerdings nahm der Kanton von dieser Idee schnell wieder Abstand. Roland Hofer, stellvertretender Leiter Kommunikation des Departements Finanzen und Ressourcen, erklärt: «Aufgrund der abgelegenen Lage der Kinderstation und aus betriebswirtschaftlichen Gründen hat das DGS entschieden, das Projekt nicht weiterzuverfolgen.» Was nun mit der Liegenschaft geschehen soll, ist noch offen. Mit den Wohn- und Schlafzimmern, den Schulungs- und Werkräumen und dem grossen Umschwung wären die Räumlichkeiten für verschiedene Institutionen ideal, die Kinder, Jugendliche oder Erwachsene betreuen.

Vorläufig kein Umbau

Ursprünglich diente das Haupthaus, das 1833 erbaut worden war, als Waisen- und Armenhaus. Später kamen weitere Gebäude hinzu. Zuletzt der rote Langbau im Jahr 2000, der mit Zentralküche, Gemeinschaftsraum, diversen Schlafzimmern und Wohnungen für zwei Wohngruppen ausgestattet ist. Umbauarbeiten will der Kanton vorläufig keine vornehmen, nicht, bevor ein neuer Mieter gefunden worden ist. Damit die Gebäude nicht verfallen, werden notwendige Reparaturen vorzu durchgeführt.

Doch leben in der Kinderstation vielleicht bereits heimlich Leute? Anwohnern ist aufgefallen, dass im Hauptgebäude nachts öfters Licht brennt. Durch Nachfragen beim Kanton ist das Rätsel jedoch schnell gelöst. Und zwar liegt die Ursache bei einer defekten Zeitschaltuhr, die bald ausgewechselt werden soll. Die Kinderstation bleibt also bis auf weiteres unbewohnt.