«Schön, wie diese Autos ‹zwäggemacht› sind», meint ein Besucher angesichts eines MG Y Tourers aus dem Jahre 1947, in dessen schwarzglänzenden Kotflügeln man sein Spiegelbild betrachten kann. Bei den Alfa Romeo Veloces dagegen geht es mehr ums Technische. «Der Zweiliter ist der dort drüben», meint ein Besucher fachmännisch zu seiner Begleitung. «Man sieht die Unterschiede an diesen Details der Karosserie.»

In Reih und Glied stehen die Oldtimer in einer Halle des Gartencenters Zulauf in Schinznach-Dorf. Automobile Träume neben bescheidenen Kleinwagen, die einst das Strassenbild geprägt haben. Organisiert haben die Ausstellung die Freunde alten Blechs aller Marken (FaBaM) aus Anlass des 20-jährigen Bestehens ihrer Vereinigung.

Mit den Besucherinnen und Besuchern – von denen einige mit ihrem Oldtimer angereist sind – freut sich auch FaBaM-Präsident Toni Schuler über die prächtigen Fahrzeuge. «Die handverlesenen Autos der Ausstellung geben einen Querschnitt durch rund 100 Jahre Automobilgeschichte», stellt er fest. «Es gibt kein Auto, das hier zweimal vorhanden ist.»

Vom Allerwelts- zum Kult-Auto

Und so findet sich etwa ein Willys-Jeep, in Armee-Ausführung samt Original-Anhänger, eingerahmt von einem Triumph TR 4 Roadster mit blitzenden Chrom-Speichenrädern und einem gewaltigen Chevrolet Impala Cabriolet. Dass der Jeep seine ursprüngliche Bezeichnung «General Purpose»-Fahrzeug zu Recht trägt, zeigt sich übrigens an einem weiteren Ur-Jeep, diesmal mit PTT-Kastenaufbau.

Vielseitig einsetzbar war zweifellos auch der kleine DKW F2 aus dem Jahre 1934. Unter seiner hölzernen Ladebrücke versteckt sich unter einer Klappe ein Notsitz, oft auch liebevoll «Schwiegermuttersitz» genannt. Und der VW-Bus, der «Bulli», tiefer gelegt und mit Camper-Ausbau – und Jass-Set auf dem Tischchen – ist längst vom Allerwelts-Transportmittel zum Kult-Auto geworden.

Fiat Topolino wird restauriert

Einen Eindruck davon, was es braucht, bis aus einem alten, mitgenommenen Auto ein prächtiger Oldtimer wird, vermittelt ein zerlegter Fiat Topolino aus den Vorkriegsjahren. Die Karosserie steht auf einer Palette, das Rahmen-Fahrwerk ruht daneben. «In den nächsten Tagen wird der Rahmen sandgestrahlt», erklärt Toni Schuler, der Besitzer des Restaurierungsobjekts.

Über den Zeitpunkt der Fertigstellung des Autos will er sich nicht äussern. «Ich habe Zeit», sagt er schmunzelnd. Sicher aber wird der Topolino in neuem Glanz erstrahlen, wenn die FaBaM wieder eine Ausstellung durchführen. Vielleicht zum 25. Jahr des Bestehens.