Windisch
In Los Angeles studieren, in Königsfelden spielen

Die 20-jährige Sabrina Dichne gibt ihr Schweizer Debüt im Freilichtspiel «Im Aargau sind zwöi Liebi», das in Windisch aufgeführt wird. Es ist ihre erte grössere Rolle überhaupt. Dichne befindet sich noch in Ausbildung. Sie studiert in Los Angeles.

Elisabeth Feller
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Sabrina Dichne freut sich auf die Vorstellungen im Park.

Sabrina Dichne freut sich auf die Vorstellungen im Park.

Elisabeth Feller

Linus blickt Sabrina tief in die Augen, worauf diese lächelt. Genau wie die Sabrina, die vor uns steht. Mit der Film-Sabrina von Audrey Hepburn und dem Film-Linus von Humphrey Bogart hat Sabrina Dichne nichts zu tun. Das könnte sich eines Tages vielleicht ändern. Denn «unsere» Sabrina lebt in Los Angeles – in der Nähe von Hollywood.

Die 20-Jährige mit den warmen braunen Augen streicht eine Haarsträhne aus einem Gesicht mit makellosem Porzellanteint. In Los Angeles, kurz: LA, studiert sie seit 2011 am Lee-Strasberg-Theater- und Filminstitut, das weltweit als Talentschmiede für Schauspielerinnen und Schauspieler gilt. Dass es die junge Frau mit dem russischen Namen einmal nach Los Angeles verschlagen würde, hat sie nicht einmal im Traum gedacht.

Geliebtes Englisch

Dass es dazu kam, verdankt sich mehreren Umständen: «Ich bin in Zürich aufgewachsen und dort bereits als Kind gerne im Schauspiel- und Opernhaus auf der Bühne gestanden.» Als die mit Deutsch und Englisch aufgewachsene Sabrina mit 18 Jahren das Gymi beendet hatte, fragte sie sich: «Studieren? Ja, aber was?» Darüber war sich Sabrina Dichne nicht im Klaren. Also besann sie sich auf das geliebte Englisch – damit liesse sich bestimmt etwas anfangen. Durch einen Tipp wurde sie schliesslich auf die Strasberg-Schule aufmerksam. Neugierig geworden, reiste sie vorerst für einige Monate hin, um zu schnuppern.

Im Aargau sind zwöi Liebi

Mit «Im Aargau sind zwöi Liebi» inszeniert Rico Spring in Königsfelden ein Stück in Anlehnung an das bekannte Volkslied. Über 50 Mitwirkende spielen - Open Air - auf der Bühne. Das Stück ist vom 27. Juli (Premiere) bis zum 25. August zu sehen. Informationen im Internet: www.freilicht-spektakel.ch; Vorverkauf u.a.: 079 857 57 22.

Karten sind auch in folgenden Poststellen erhältlich: Aarau 1, Baden 1, Birmenstorf, Birr-Lupfig, Brugg 1, Gebenstorf, Hausen, Lenzburg 1 und 2, Mellingen, Nussbaumen, Turgi, Untersiggenthal, Windisch oder beim Service Center Brugg Regio, Industriestrasse 19, Brugg; offen Mo-Fr 9-11.30 Uhr; Telefon: 056 460 24 28. (AZ)

Nach der Rückkehr in die Schweiz stand für sie fest: Die Entscheidung für die Schule in LA «ist der richtige Weg für mich.» Worauf sie abermals in die USA reiste, um das Strasberg-Institut weiter zu besuchen. «Es ist für mich ebenso eine Schauspiel-, wie Lebensschule», betont sie. Deswegen wird Sabrina im Herbst erneut LA anpeilen. Künftig wird sie ihre Zeit aufteilen zwischen der Schule und der Suche nach Arbeit. Auditions (Vorsprechen) stehen auf dem Programm, um eine Rolle in einem Werbespot oder TV-Film zu ergattern.

«Einfach aufgestöbert»

Einen leichten Weg hat sich Sabrina Dichne nicht ausgesucht, doch diesen, macht sie klar, lege sie gerne zurück. Derzeit liegt ihr aber nicht (nur) das berufliche Fortkommen in Los Angeles am Herzen, sondern ihr Schweizer Debüt. Sabrina Dichne strahlt, wobei ihre Augen noch etwas dunkler und wärmer werden. Was Wunder, schliesslich ist Sabrina überraschend zu einer Hauptrolle in der schweizerdeutschen Komödie «Im Aargau sind zwöi Liebi» gekommen. Wie das? Rico Spring, Autor und Regisseur des Spiels, habe sie «einfach aufgestöbert», sagt Sabrina lachend und staunt selbst: «Ursprünglich wollte ich nur in englischer Sprache spielen, aber ich bin mittlerweile offener geworden; also spreche ich jetzt Schweizerdeutsch.»

Sie findet es «schlicht lässig, in diesem witzigen Stück im Königsfelder Park mit so vielen liebenswerten Kolleginnen und Kollegen mitzuwirken.» Sabrina spielt Anna, die Tochter des Schuhfabrikanten von Ballmoos. «Anna», sagt sie, «ist eine liebe Person, die aber nicht unbedingt das Glück auf ihrer Seite hat.» Sabrina wird als Anna im Stückverlauf stetig älter, was viele Kostüm- und Frisurenwechseln bedingt. Das ist anspruchsvoll. Noch anspruchsvoller ist das Einfühlen in Annas verschiedene Alter.

Was zwischen den Zeilen steht

Ob Sabrina Dichne dabei Strasbergs «Method Acting« zupass kommt? Damit soll ein Höchstmass an Identifikation des Schauspielers mit der darzustellenden Figur erreicht werden. «Ich habe bisher nur die Oberfläche angekratzt», sagt die Schauspielerin. Bescheidenheit klingt in ihren Worten an, als sie vom langwierigen Weg der Rollenfindung spricht. «Wichtig ist das, was zwischen den Zeilen steht», sagt sie. Und: Was steht in Königsfelden dazwischen? Sabrina Dichne lächelt.

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