Am 5. April wird die Post ihre Pläne für die Poststelle Hausen in der Mehrzweckhalle präsentieren. Denn seit letztem Juni ist klar, dass Hausen zu den Gemeinden gehört, die von der Post auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüft werden. Anders gesagt: Die Schliessung der Poststelle per Ende Oktober 2018 scheint eine Tatsache.

Gemäss Gemeindeammann Eugen Bless biete die Post zwei Lösungen an: einerseits den Hausservice oder die Partnerlösung. «Wenn dies passiert, müsste dies die Partnerlösung beispielsweise mit dem Volg sein, welcher die Post-Dienstleistungen übernimmt.»

865 Unterschriften in 5 Tagen

In Hausen will man dieses Vorgehen so nicht hinnehmen. Innert 5 Tagen haben 865 Personen die Petition «Unsere Post muss bleiben» der SP Hausen unterschrieben. Auch SVP, CVP sowie das lokale Gewerbe unterstützen das Vorgehen. «Dass heute so viele Leute hierher gekommen sind, unterstreicht die Wichtigkeit des Anliegens», sagte Roger Widmer vom Kernkomitee «Pro Post Hausen».

Diesem gehören mit Sabine Rickli und Hermann Zweifel auch zwei Gemeinderäte an. Auch Urs Weilenmann (SP) sowie Bürger Reto Blumer sind dabei. Das Gewerbe ist durch Heidi Lüthi und Lukas Suter vertreten, Eva Käch setzt sich für die ältere Generation ein.

Sie setzen sich als Komitee "Pro Post Hausen" für den Erhalt der Poststelle ein.

Infoabend zur Post in Hausen

Sie setzen sich als Komitee "Pro Post Hausen" für den Erhalt der Poststelle ein. 

Seit 40 Jahren befindet sich die Poststelle im «Huserhof». «Ist den Verantwortlichen klar, dass sie die Post genau zum Jubiläum schliessen wollen?», fragte Roger Widmer. Bevor die Gäste ihrem Ärger Luft machten, erklärte Gemeindeammann Eugen Bless das geplante Vorgehen: «Am 5. April stellt die Post ihre Lösung vor, sagt, welche Dienstleistungen erbracht würden. Dann können Fragen gestellt werden.

Die Gemeinde kann dann die Rückmeldungen sammeln und bei der PostCom erklären ‹Nein, das wollen wir nicht›.» Erst dann könnten rechtliche Schritte eingeleitet werden, sagte Eugen Bless. An die Adresse der teils aufgebrachten Gäste sagte er: «Es ist äusserst wichtig, Argumente zu liefern. Nur zu sagen, wir wollen die Post so, wie sie ist, reicht nicht.»

Postagentur kommt nicht gut an

Die emotional geführte Diskussion zeigte die vielen Befürchtungen der Hausemerinnen und Hausemer auf. Vor allem die ältere Generation wie auch das lokale Gewerbe sei auf die Poststelle angewiesen, um vor Ort ihre Geldgeschäfte zu erledigen.

Die Aussage von Matthias Fässler, Leiter Gebiet Brugg, wonach in der Postagentur weiterhin eingezahlt werden könne – allerdings bargeldlos – löste spontane «Aber-nicht-mit-mir-Rufe» aus.

Die Gäste pochten am Montagabend auf konkrete Zahlen, welche die Poststelle Hausen beträfen. Vincenzo Pierdomenico, Leiter Aargau, versprach die Zahlen zuhanden des Gemeinderats. Zudem wollten die Anwesenden wissen, welche Kriterien, ausser den finanziellen, bei den Plänen eine Rolle spielten.

Physiotherapeutin Renate Baschung wies darauf hin, dass auf vielen Ebenen Solidarität gelebt werde. «Dort, wo die ältere Generation diese Solidarität braucht, können wir die Post nicht schliessen.»