«Offensichtlich besteht grosses Interesse für ein grosses Projekt», freute sich Gemeindeammann Eugen Bless angesichts des Aufmarsches zur Informationsveranstaltung. Gross ist das Vorhaben zweifellos, für das der Gemeindeversammlung in Hausen am 23. Juni ein ganzes Paket an Krediten vorgelegt wird.

Das Paket umfasst neben dem Posten für eine Mehrzweck- respektive Doppelturnhalle (11,58 Millionen Franken); Kredite für einen Gemeindesaal (1,28 Millionen Franken); für den Umbau und die Sanierung des Werkhofs (515 000 Franken); für Erdwärmesonden (320 000 Franken) sowie für eine Photovoltaikanlage (200 000 Franken). Summa summarum 13,895 Millionen Franken. Zwar lässt die Aufteilung der Kredite die Möglichkeit offen, auf einzelne Teile – wie den Gemeindesaal, der in der Vorlage denn auch als «optional» bezeichnet wird – zu verzichten. Der Gemeinderat ist jedoch der Ansicht, dass das Gesamtwerk realisiert werden sollte.

Es gibt finanzielle Konsequenzen

«Es geht um mehr als um eine Turnhalle», betonte Eugen Bless. «Das Ganze ist ein Komplex.» Mit der Mehrzweckhalle und dem Gemeindesaal soll der Raumbedarf für Schule, Vereine, Kultur und weitere öffentliche Nutzungen – wie er 2014 in einer Analyse eruiert worden war – abgedeckt und zudem ein attraktives Zentrum für das Dorfleben geschaffen werden. Durch den Einbezug der bestehenden Mehrzweckhalle und des Werkhofs können zudem Synergien genutzt werden.

Erwartungsgemäss wird das Vorhaben finanzielle Konsequenzen haben. «Je nach Entwicklung der Steuereinnahmen ist ab 2019 mit einer Erhöhung des Steuerfusses im Bereich von 6 bis 8 Prozentpunkten zu rechnen», sagte Gemeindeammann Bless.

Kernstück Doppelturnhalle

Kernstück des Projekts – das von der Schaerholzbau AG (Altbüron) und dem Büro Hummburkart Architekten GmbH (Luzern) ausgearbeitet worden und aus einem Gesamtleistungswettbewerb als Sieger hervorgegangen ist – bildet eine vollausgerüstete, unterteilbare Doppelturnhalle mit einem Zuschauerbereich für rund 150 Personen sowie Bühne, Foyer, Garderobe und Küche. Die Halle wird an die Stelle der heutigen Häuser Dorfstrasse 28 und 30 zu stehen kommen und über eine Tiefgarage für 43 Autos verfügen, die über die Werkhofstrasse erschlossen wird.

Anschliessend an die Halle, zur Werkhofstrasse hin, kommt der Gemeindesaal zu stehen, der auf eine Grösse für rund 150 Personen ausgelegt ist. Durch direkte Verbindung der neuen Bauten mit der bestehenden Mehrzweckhalle und dem Werkhofgebäude in den Untergeschossen können Nebenräume genutzt respektive geschaffen werden.

Vorhaben findet gute Aufnahme

Gebaut werden Halle und Saal im Minergie-Eco-Standard. Wie Architekt Matthias Burkart ausführte, werden die Gebäudesockel in Sichtbeton erstellt. Ab Erdgeschoss ist eine Holzbaukonstruktion vorgesehen.

Die Schule begrüsst das Vorhaben. «Mit der Doppelturnhalle kann der Turnunterricht optimal gestaltet werden», erklärte Stefan Potenza von der Schulpflege. «Wir brauchen dringend zusätzlichen Turnraum. Auch schulische Grossanlässe werden wieder möglich.»

Auch beim Volk scheint das Vorhaben gute Aufnahme zu finden. «Das Projekt kann der Gemeinde nur guttun», wurde etwa festgestellt. Neben Detailfragen – «Kann von der Strasse her jedermann zuschauen, wenn in der Halle geturnt wird?» – kamen am Informationsanlass die Themen «Bedarf» und «Finanzierung» zur Sprache. «Das Projekt ist gefällig», wurde zwar festgestellt. «Es stellt sich aber die Frage nach dem Bedarf. Es ist unbestritten, dass es eine Turnhalle braucht. Aber in der Gemeinde stehen verschiedene Räume zur Verfügung. Ökonomische Überlegungen sind schon wichtig.»

Als «nicht ganz glücklich» darüber, dass noch kein überarbeiteter Finanzplan vorliegt, in dem das Vorhaben berücksichtigt ist, zeigte sich ein Mitglied der Finanzkommission. «Er würde es auch als Stimmbürger begrüssen, zu wissen, wohin die Reise geht», meinte der Votant. Dem hielt Gemeindeammann Bless entgegen: «Es ist nicht so, dass der Gemeinderat keine Ahnung hat. Es ist aber klar, dass mit einer Erhöhung des Steuerfusses gerechnet werden muss. Wir werden uns aber auch mit dem Projekt beim Steuerfuss nicht in den Sphären einiger Nachbargemeinden bewegen. Das auch deshalb, weil keine weiteren grösseren Vorhaben anstehen.» Der Gemeindeversammlung sollen aber zusätzliche Berechnungen vorgelegt werden.